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Ostholstein Sana-Klinik: Minister macht Druck
Lokales Ostholstein Sana-Klinik: Minister macht Druck
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18:48 21.03.2019
Schon beim Neubau der damaligen Ostholstein-Klinik in Eutin im Jahr 2002 wurde der Grundstein allen Übels gelegt. Damals hat es offenbar gravierende Baumängel gegeben. Quelle: Eckhard Meier (LN-Archiv)
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Eutin/Kiel

Offenbar ist dem Gesundheitsminister der Geduldsfaden gerissen: Kaum 24 Stunden nachdem sein Ministerium über die verschobene Übernahme der Sana-Kliniken Ostholstein durch die Ameos-Gruppe informiert wurde, hat Heiner Garg (FDP) die Sana-Kliniken aufgefordert, ein Sanierungskonzept für die Eutiner Klinik vorzulegen. Druck kommt auch aus dem Landes-Sozialausschuss. Birte Pauls, die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, beantragte am Donnerstag eine Sondersitzung des Ausschusses in der kommenden Woche.

Sanierungskonzept eingefordert

Pauls fordert einen Bericht der Landesregierung zum aktuellen Sachstand und zum weiteren Zeitplan zur Übernahme der Sana-Kliniken Ostholstein. Außerdem solle über die Situation der Gesundheitsversorgung in Ostholstein und die Sanierung des Standortes Eutin berichtet werden. An genau dieser Planung fehlt es offenbar, weshalb Garg jetzt erneut ein Sanierungskonzept einfordert. Nur so könne schnell weiter geplant werden, damit Verzögerungen für die unstrittige Sanierungsmaßnahme vermieden würden, teilte Garg in einem Brief an den Vorsitzenden des Landessozialausschusses, Werner Kalinka (CDU), mit.

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Schnell aber geht offenbar gar nichts, wenn es um die Sanierung der Eutiner Klinik geht. Das 2002 errichtete und vom Land damals mit 48,4 Millionen Euro bezuschusste Gebäude ist seit Jahren von massiven Wasserschäden betroffen. Ursache sind offenbar Baumängel, deren Folgen erst Jahre später sichtbar wurden – etwa durch Schimmelbefall und aufgequollene Wände. Zwischenzeitlich schätzte die Sana-Geschäftsführung die Sanierungskosten auf bis zu 77 Millionen Euro und dachte sogar über einen Neubau nach.

Das war ein gutes Dreivierteljahr, bevor die Ameos-Gruppe ankündigte, die Sana-Kliniken Ostholstein übernehmen zu wollen. „Notwendig ist, dass Sana nach mehr als sechs Jahren Wissen über den kritischen Zustand des Gebäudes endlich ein schlüssiges Konzept vorlegt, das von den Sachverständigen geprüft werden kann“, hatte Garg Sana im Januar 2018 ins Stammbuch geschrieben.

Zuschuss steht bereit

Sana hatte immer wieder mitgeteilt, zunächst über ein Gesamtkonzept nachdenken zu müssen. Bis heute wartet das Ministerium auf ein Sanierungskonzept. Zumal das Sozialministerium neun Millionen Euro Zuschuss für ein Ausweichquartier zugesagt hat. Geld, das nach Angaben von Ministeriumssprecher Christian Kohl unabhängig von den Gesellschafterstrukturen auch weiterhin bereit stehe. Grundlage sei der Versorgungsauftrag der Klinik in Eutin.

Die Ameos-Gruppe hatte angekündigt, die Eutiner Klinik sanieren zu wollen. Doch die Übernahme ist nun erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Grund für Garg, noch einmal bei den Sana-Kliniken darauf zu pochen, jetzt endlich die Probleme anzugehen. Im Interesse einer guten Versorgung der Patienten und der Mitarbeiter seien konkrete Schritte erforderlich, die zügig auf den Weg gebracht werden sollten. „Darüber hinaus hat mein Haus (das Ministerium, d. R.) gebeten, zeitnah über die nächsten Planungsschritte informiert zu werden“, schrieb Garg an Kalinka.

Weiter hatte der Minister angeregt, im Sozialausschuss am 25. April über weitere Einzelheiten zu berichten und dazu auch Vertreter des Kreises Ostholstein, der Sana-Kliniken und der Ameos-Gruppe einzuladen. Dem ist Birte Pauls mit ihrem Antrag auf eine Sondersitzung zuvorgekommen. Der Vorsitzende Kalinka sagte, dass die Sondersitzung am kommenden Donnerstag in der Mittagspause der Landtagssitzung stattfinden werde und die Anwesenheit von Sana- und Ameos-Vertretern gewünscht werde.

Susanne Peyronnet

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