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Ostholstein Sand aus Dänemark für Heiligenhafen
Lokales Ostholstein Sand aus Dänemark für Heiligenhafen
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17:12 25.04.2019
Schweres Gerät im Einsatz auf dem Steinwarder: Das Baggerschiff „Thor R“ hat den Sand aus dem dänischen Seegebiet zwischen Ärösköbing und Langeland geholt und pumpt ihn durch eine Dückerleitung auf den Strand. Quelle: Louis Gäbler
Heiligenhafen

Großbaustelle Steinwarder: Mit riesigem Aufwand arbeiten die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) daran, den von den Winterstürmen im Januar weggespülten Sandstrand bis zum Saisonbeginn wieder herzustellen. So wie es aussieht, wird das klappen: Mit schwerem Gerät wird der aus Dänemark antransportierte Sand eingearbeitet. Bereits 50 Prozent der Arbeiten sind erledigt, schon in der kommenden Woche soll alles fertig sein.

Sand wird mit einer Druckleitung an den Strand gepumpt

Das Baggerschiff „Thor R“ der dänischen Firma Rohde Nielsen A/S aus Kopenhagen ist im Dauereinsatz. In der dänischen Südsee zwischen Aerosköbing und Langeland nimmt das 80 Meter lange und 14 Meter breite Schiff bis zu 2150 Tonnen Sand vom Meeresboden auf und transportiert ihn nach Heiligenhafen. Direkt vor dem Steinwarder ist es für die „Thor R“ allerdings zu flach. Sie hat voll beladen gut vier Meter Tiefgang. Deshalb wurde an einer Abbruchkante ein gelb markiertes Tonnenfeld abgesteckt, von wo aus die „Thor R“ ihre sandige Fracht über Druckleitung auf den Steinwarder spült.

Dänischer Sand für den Steinwarder

Auch dort wird mit schwerem Gerät gearbeitet: Diverse Planierraupen stehen bereit, das mit lautem Getose durch die Leitung schießende Sand-Wasser-Gemisch auf dem Steinwarder zu verteilen. Da das Husumer Ingenieurbüro Mohn GmbH im Zwei-Schicht-System arbeiten lässt, gehen diese Arbeiten zügig voran. Mindestens zwei Mal täglich liefert das Baggerschiff seine Fracht ab, dann dauert die Entladung eine gute Stunde, bevor sich das Schiff erneut auf den Weg nach Dänemark macht. So geht das rund um die Uhr.

Sandaufspülung kostet rund 900 000 Euro

HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel beziffert die Kosten auf rund 900 000 Euro. „Heiligenhafen hofft aber auf eine 50-prozentige Förderung durch das Land“, sagt er. Insgesamt werden rund 40 000 Kubikmeter Sand auf einer Strecke von 800 Metern von Turm 2 bis zum Hundestrand auf dem Steinwarder verteilt.

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Die Dückerleitung – also die Verbindung zwischen dem Baggerschiff und dem Spülfeld – misst etwa 1200 Meter. „Wenn jetzt witterungsmäßig nichts mehr dazwischen kommt“, erläutert Gabriel weiter, „dann wird die Maßnahme bereits Mitte der kommenden Woche komplett fertiggestellt sein.“

Winterstürme rissen die Strände fort

Für die Warderstadt ist es bereits die dritte Sandaufspülung auf dem Steinwarder. „Die erste war um 2007, dann vor zwei Jahren und jetzt erneut. Die Abstände werden kürzer“, weiß Gabriel. Schuld daran waren jeweils starkeWinterstürme, die an vielen Stellen der Ostseeküste große Schäden angerichtet haben. Besonders schlimm hatte es immer wieder Heiligenhafen getroffen.

FDP-Wirtschaftsminister Bernd Buchholz fordert, Strandabschnitte künftig besser zu befestigen – oder bestimmte Strände auch mal aufzugeben. Gemeinsam mit dem Kieler Umweltministerium soll ein Konzept dazu erstellt werden.

Die Stadt Heiligenhafen will mit einem finanziellen Aufwand von rund 500 000 Euro ein Stein-Holz-Buhnenkonzept erarbeiten. „Denn ohne Strand geht es in Heiligenhafen nicht“, betont Gabriel. „Die Stadt hat nur den Tourismus. Ich bin froh, dass die Stadtvertretung auch mehrheitlich hinter den jetzt in Auftrag gegebenen Maßnahmen steht.“

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Louis Gäbler

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