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Ostholstein Badeverbot wegen Lebensgefahr: Unterströmung in der Lübecker Bucht
Lokales Ostholstein

Scharbeutz/Timmendorfer Strand: Lebensgefahr beim Baden in der Ostsee

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13:55 15.08.2020
Badeverbot in Timmendorfer Strand: Bei auflandigem Ostwind hat die DLRG die rote Flagge gehisst. Quelle: Susanne Peyronnet
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Scharbeutz/Timmendorfer Strand

Sie sieht harmlos aus, schön blau und mit weißen Schaumkronen. Doch die Ostsee in der Lübecker Bucht hat sich am Donnerstag und Freitag zu einem lebensgefährlichen Meer verwandelt. Die DLRG hisste die rote Flagge. Das bedeutet – Badeverbot.

Badeverbot in der Lübecker Bucht: Das war die Lage am Freitag, 14. August

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Es ist ein Phänomen, das Badegäste jedes Jahr das Leben kostet. Wenn der Ostwind, der gerade mit drei bis vier Windstärken weht, auf die Lübecker Bucht triff, entwickelt die Ostsee gefährliche Unterströmungen. Sie ziehen selbst guten Schwimmern so schnell die Beine weg, treiben sie raus aufs Meer, sodass sie es nicht zurück an den Strand schaffen. Vor dieser Gefahr warnt die rote Flagge. „Sie ist kein Spiel, sie heißt Lebensgefahr, gerade für Kinder und ältere Leute“, sagt DLRG-Abschnittsleiter Peter Franz.

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Doch nicht alle Menschen hielten sich an das Badeverbot: Trotz der roten Flagge sind viele Strandbesucher zwischen Niendorf und Sierksdorf ins Wasser gegangen. Die DLRG appellierte noch einmal an alle Badegäste und warnte vor Leichtsinn.

Vier Menschen gerettet

Obwohl auf vielerlei Weise auf die Gefahr hingewiesen wird, seien immer noch viele Badegäste unvernünftig und gingen ins Wasser, berichtet Franz. Allein am Donnerstag musste die DLRG Haffkrug-Scharbeutz an ihren Küsten vier Schwimmer aus dem Wasser holen. Zwei von ihnen wurden mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Solche Einsätze sind auch für die DLRG-Mitglieder gefährlich. „Ich bekomme langsam Angst um meine Rettungsschwimmer“, sagt Franz.

Hier steht, wie die Strandbelegung aktuell aussieht: So ist die Lage an den Stränden am Wochenende 14./15./16. August

Dabei kann niemand sagen, er habe nichts von der Gefahr gewusst. Nicht nur, dass die roten Flaggen aufgezogen sind. Viele Strandkorbvermieter informieren die eintreffenden Badegäste über die Gefahr und weisen sie darauf hin, dass Badeverbot herrscht. Zusätzlich ist ein Quad des Malteser Hilfsdienstes mit einer Lautsprecheranlage am Strand von Scharbeutz unterwegs und fordert die Menschen auf, sofort das Wasser zu verlassen. „Die Zusammenarbeit mit den Strandkorbvermietern und der Verwaltung ist sehr gut“, lobt Franz.

Angriffe auf Rettungsschwimmer

Doch die Aufrufe fruchten oft nicht. Es gebe, sagt der DLRG-Abschnittsleiter, mehr beratungsresistente Leute als in den vergangenen Jahren. „Es ist dieses Jahr sehr, sehr extrem.“ So extrem, wie er es noch nie empfunden hat. „Ich bin jetzt in der 40. Saison dabei. Es war das erste Mal, dass ich einen tätlichen Angriff auf einen Rettungsschwimmer erlebt habe.“ Sogar die Polizei habe hinzugerufen werden müssen. Ein zweiter Angriff sei nur angedeutet gewesen. „Das habe ich noch nie erlebt, da ist eine rote Linie überschritten.“

Welche Baderegeln zurzeit, an welchen Stränden gelten, darüber gibt die Seite der DLRG Auskunft.

Von Susanne Peyronnet

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