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Ostholstein Scharbeutz sucht einen neuen Bürgermeister
Lokales Ostholstein Scharbeutz sucht einen neuen Bürgermeister
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17:13 05.03.2019
Verlockend – auch für potenzielle Bürgermeister-Kandidaten? Blick auf die Seebrücke und die Dünenmeile in Scharbeutz.
Verlockend – auch für potenzielle Bürgermeister-Kandidaten? Blick auf die Seebrücke und die Dünenmeile in Scharbeutz. Quelle: ON
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Scharbeutz

Knapp sieben Monate sind es noch, dann wählen die Einwohner der Gemeinde Scharbeutz ihren neuen Bürgermeister – oder ihre neue Bürgermeisterin. Am Sonntag, 22. September, entscheiden sie, wer Nachfolger von Volker Owerien wird, der sich nach drei Amtszeiten nicht wieder zur Wahl stellt. Die Parteien aus der Gemeindevertretung strecken bereits ihre Fühler nach möglichen Kandidaten aus, Namen nennt aber noch niemand.

Der neue Chef von 120 Mitarbeitern aus der Verwaltung wird dabei einer Gemeinde mit 11 800 Einwohnern und verschiedenartigen Strukturen vorstehen. Scharbeutz und Haffkrug mögen vor allem mit Strand und Urlaub verbunden werden und Pönitz, Klingberg und Gronenberg als Erholungsraum Pönitzer Seenplatte abgespeichert sein – und die Ortschaften Gleschendorf, Sarkwitz, Schulendorf, Schürsdorf und Wolfsdorf sind eher ländlich geprägt.

Auch parteilose Kandidaten sind willkommen

„Es ist kein einfacher Job“, sagt Jens Teschke, Vorsitzender der WUB: „Man steht nicht nur in der Sonne, sondern bekommt auch viel Regen ab.“ Er hofft auf möglichst viele qualifizierte Kandidaten, „damit die Bürger eine richtige Auswahl haben“. Optimal wäre laut Teschke jemand, der von allen oder fast allen Parteien unterstützt werde. Die WUB (fünf Sitze in der Gemeindevertretung) würde sich auch hinter einen geeigneten Kandidaten mit anderem Parteibuch stellen. „Hauptsache, er ist unparteiisch und vertritt nicht nur die Interessen von Investoren“.

Volker Owerien stellt sich nicht mehr zur Wahl. Quelle: Luisa Jacobsen

Der aktuelle Amtsinhaber Volker Owerien (61), der Ende Januar 2020 nach 18 Jahren aus dem Amt scheidet, ist parteilos. „Selbstverständlich kann sich auch ein Parteiloser bei uns bewerben, wenn er aufgestellt werden möchte“, erklärt dazu der Vorsitzende des Scharbeutzer CDU-Ortsverbandes Bernd Ahlgrimm. Die CDU ist die stärkste Fraktion in der Gemeindevertretung, wird künftig (wieder) neun Sitze haben, nachdem die Querelen mit der zwischenzeitlich gegründeten CBS (Christdemokratische Bürgerschaft Scharbeutz) offenbar beigelegt sind und die beiden CBS-Abgeordneten zur CDU zurückkehren.

Die SPD sucht „bis in die Bundesebene“

„Wir haben ein Findungsteam gegründet“, berichtet Ahlgrimm. Über „Unser Bürgermeister 2020“ und die Mitglieder würden Kandidaten gesucht. „Wenn wir jemanden gefunden haben, der oder die geeignet ist, werden wir natürlich versuchen, für ihn oder sie eine Mehrheit zu konsolidieren“, sagt der CDU-Vorsitzende. „Bis in die Bundesebene“ suche die SPD (fünf Sitze), erklärt Joerg Schimeck-Brede, Vorsitzender des Scharbeutzer Ortsvereins. „Wir haben zudem eine eigene Ausschreibung laufen. Es gibt einzelne Interessen, jetzt sind wir gespannt, ob auch Bewerbungen daraus werden.“

Die Scharbeutzer Grünen (vier Sitze) warten ebenfalls noch auf Bewerbungen, berichtet Jörg Kunert aus dem Vorstand des Ortsverbandes. „Wir würden auch einen Nicht-Grünen unterstützen, wenn er unsere Werte teilt“, sagt er. Zudem seien die Grünen auch an einer „übergreifenden Lösung“ interessiert.

Von „dezentem Herumhören“ spricht der Scharbeutzer FDP-Vorsitzende Eberhard Romahn: „Wir sind bemüht, einen eigenen Kandidaten zu finden, kontaktieren aber auch diejenigen, mit denen wir auf ein gemeinsames Level kommen können.“ Die FDP (drei Sitze) wünsche sich einen Bürgermeister, „mit dem wir lange gut leben können“.

Vielfältig, bunt und idyllisch: die zehn Ortschaften von Scharbeutz.

Die Gemeinde Scharbeutz sei für Bewerber interessant, „ein Ort, der gut dasteht“, findet Romahn, „und A 16 ist auch nicht unattraktiv“. Diese Besoldungsgruppe (6000 bis 7500 Euro brutto) erwartet den künftigen Bürgermeister von Scharbeutz ebenso wie – neben der Leitung der Verwaltung – die Zugehörigkeit zur Werksleitung des Tourismus-Service. Wahlvorschläge sind spätestens bis zum 29. Juli einzureichen, eine mögliche Stichwahl fände am 20. Oktober 2019 statt. Privatpersonen, die sich nicht von einer Partei aufstellen lassen möchten, müssen 115 Unterschriften von Einwohnern der Gemeinde sammeln, um zur Wahl zugelassen zu werden. Informationen gibt es auch auf der Internet-Seite der Gemeinde.

11 800 Einwohner, sechs Kilometer Strand

Die Gemeinde Scharbeutz wurde 1974 aus den ehemaligen Gemeinden Haffkrug-Scharbeutz und Gleschendorf gebildet und besteht aus den Ortschaften Gleschendorf, Gronenberg, Haffkrug, Klingberg, Pönitz, Sarkwitz, Scharbeutz, Schürsdorf, Schulendorf und Wulfsdorf.

Sie hat 11 800 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 52 Quadratkilometern. Als Tourismus-Gemeinde bietet sie unter anderem sechs Kilometer Strand, die Dünenmeile, Campingplätze, Jugendherbergen und die Ostsee-Therme.

Es gibt die Ostsee-Grundschule Scharbeutz und die Grund- und Gemeinschaftsschule Pönitz, fünf Kitas, sieben Freiwillige Feuerwehren sowie 60 Vereine und Verbände in der Gemeinde. Zudem finden sich zahlreiche kulturelle Einrichtungen und drei Kirchengemeinden. (Quelle: Internetseite der Gemeinde Scharbeutz)

Sabine Latzel