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Ostholstein Beschrankte Übergänge: Bahn einigt sich mit vielen Kommunen
Lokales Ostholstein Beschrankte Übergänge: Bahn einigt sich mit vielen Kommunen
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18:45 12.11.2018
Für den Göhler Bahnübergang haben sich Bahn und Gemeinde auf eine Lösung geeinigt. Quelle: *Binder
Ratekau

Die beschrankten Bahnübergänge in Ostholstein sollen im Zuge der Schienenanbindung zur festen Beltquerung verschwinden: Die Bahn hat sich mit fast allen betroffenen Kommunen auf Kompromisslösungen geeinigt, die von beiden Seiten akzeptiert werden. Das wurde am Montag im Projektbeirat des Dialogforums in Ratekau deutlich. Einzige Ausnahme: Bad Schwartau. Dort hält die Stadt bisher an ihrer Forderung nach einem Trog für 215 Millionen Euro fest. Die Bahn bezeichnet eine solche Lösung mit Blick auf die Kosten als „unverhältnismäßig“.

Ende des Monats will die Bahn ein Konzept für die zukünftige Bahntrasse beim Bundesverkehrsministerium einreichen. Dort sollen auch die Forderungen der Region nach übergesetzlichen Schutzmaßnahmen mit aufgelistet werden. Aktueller Zwischenstand: Etwa 669 Millionen Euro würde es voraussichtlich kosten, alles umzusetzen, was die Kommunen sich wünschen.

Troglösung in Göhl, Sierksdorf und Altenkrempe vom Tisch

Durch die jüngsten Gespräche mit den betroffenen Kommunen sei es gelungen, die Summe bereits deutlich zu reduzieren, stellt Bahn-Projektleiter Bernd Homfeldt fest. Er sei froh, dass es mittlerweile gelungen sei, sich mit vielen Gemeinden auf einen gemeinsamen Lösungsvorschlag zu einigen. So sind beispielsweise in Göhl, Sierksdorf und Altenkrempe die teuren Troglösungen für die beschrankten Bahnübergänge vom Tisch. Stattdessen sollen die höhengleichen Querungen durch kostengünstigere Umbauten beseitigt werden. In Göhl etwa werden die Kosten dadurch von geschätzten 97 auf nun 15 Millionen Euro reduziert – obwohl „wir nun das bekommen, was wir ohnehin die ganze Zeit gefordert haben“, betont Bürgermeister Thomas Bauer (BGG). Zwar sähen die jetzigen Pläne per Definition keine Troglösung vor, die Schienen sollten aber dennoch tiefer gelegt und die Straße als „Brücke“ darüber geführt werden.

Altenkrempe verzichtet laut Bürgermeister Peter Zink (ABA) auf die zunächst geforderte (40 Millionen Euro teure) Troglösung, da „wir einsehen mussten, dass eine solche Maßnahme kaum durchzusetzen gewesen wäre“. Weder die Bahn noch das Land hätten den Wunsch unterstützt. Stattdessen sollen laut Konzept ein Brückenbauwerk entstehen und der Gemeinde ein Zuschuss für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Aussicht gestellt werden, weil das bisherige Haus für die neue Bahntrasse weichen muss.

Bad Schwartaus Bürgermeister bleibt entspannt

Für Bad Schwartau stehen nach wie vor mehrere Varianten im Raum. Die Stadt hat inzwischen auch eigene Untersuchungen in Auftrag gegeben. Die Verwaltung werde das Ganze „ergebnisoffen prüfen“, sagt Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos). Man habe sich mit Bahn und Land auf die wichtigsten Kriterien geeinigt, anhand derer die Alternativen bewertet werden könnten. Im Vordergrund stünden dabei der Schutz vor Lärm und Erschütterung, die Beeinträchtigung des Stadtbildes und die Kreuzungssituation am Bahnübergang. Ziel sei es, eine Art „Menükarte“ zu erstellen: eine Matrix, in der diese und weitere Faktoren für jede Variante aufgelistet würden. Dafür würden aktuell nicht nur die Kosten für den Bau untersucht, sondern beispielsweise auch, wie ein Schienenersatzverkehr eingesetzt werden könnte und inwiefern das Grundwasser die Bauarbeiten beeinträchtigen würde.

Dass bis zum Abgabetermin beim Bundesministerium wohl keine Einigung mehr erzielt wird, sieht Brinkmann entspannt. Die Frist der Bahn „nehmen wir zur Kenntnis, sehen sie aber nicht als prozessbestimmend an“. Für ihn seien die Inhalte entscheidend, nicht die Geschwindigkeit – „und ich kann auch nicht erkennen, dass der Bundestag in dieser Hinsicht Druck ausübt“.

Projektbeiratssprecher und Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) sagte ebenfalls, die Arbeit am Forderungskatalog der Region sei ein laufender Prozess und noch längst nicht abgeschlossen. Dennoch „brauchen wir irgendwann einen Stand, mit dem wir nach außen gehen können“, sagt Keller. Und aktuell „treibt Bad Schwartau die Kosten natürlich ganz schön in die Höhe“.

Laut Bernd Homfeldt soll im Konzept nun fürs Erste vermerkt werden, dass es keine Einigung mit der Stadt gibt. Mit Ratekau soll es zeitnah noch ein Gespräch geben, um offene Fragen zu klären; für die übrigen Kommunen sollen die gemeinsam erarbeiteten „Akzeptanzlösungen“ angeführt werden – gegebenenfalls mit dem Zusatz, dass die jeweiligen Gemeindevertretungen noch zustimmen müssen.

Jennifer Binder

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