Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Schönwalde bekommt einen Edeka und muss erneut auf Skilift verzichten
Lokales Ostholstein Schönwalde bekommt einen Edeka und muss erneut auf Skilift verzichten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:45 18.09.2019
Auch im Winter 2019/2020 dürfte der Skilift auf dem Bungsberg erneut nicht aufgebaut werden. Quelle: Binder
Schönwalde

Die Gemeinde Schönwalde mit gerade einmal rund 2500 Einwohnern befindet sich im Wandel. Feuerwehrhäuser werden umgebaut, ein jahrelang diskutierter Edeka-Supermarkt könnte bald Realität werden und die Ausschreibung weiterer Flächen für Neubauten wird geplant. Keine positiven Neuigkeiten gibt es indes für Wintersportfans – der Skilift auf dem Bungsberg wird auch dieses Jahr nicht aufgebaut.

Der Supermarkt: Das Projekt wird seit Jahren diskutiert und der 2017 angekündigte Baustart fand nie statt – bis jetzt: Bürgermeister Winfried Saak (parteilos) teilt mit, dass es am 1. Oktober ein Gespräch mit der Jens Märkte Jens GmbH & Co KG geben soll und die unterschriftsreifen Verträge unterschrieben werden sollen. „Die Gemeindevertretung hat zugestimmt“, betont Saak und ergänzt, dass das Gebäude am Ortsrand bis Weihnachten 2020 fertig sein könnte. Burkhard Busch, Leitender Verwaltungsbeamter vom Amt Ostholstein-Mitte, ergänzt: „Es handelt sich nur um den städtebaulichen Vertrag. Nach den Unterschriften folgt die Bauleitplanung.“

Bungsberg, Dorfmuseum, Sportverein, Karneval – Schönwalde hat viel zu bieten. Hier gibt es einige Bilder aus der Gemeinde.

Wieder kein Skispaß

Der Skilift: Anfang 2016 wurde der Skilift auf dem Bungsberg (der nördlichste Lift Deutschlands) letztmals aufgebaut. Anschließend gab es Streit um die Nutzung des Geländes. Der ehemalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) versuchte zu schlichten. Eine Einigung folgte, ein Betreiber fehlte. „Wir sind da noch nicht weitergekommen“, sagt Bürgermeister Saak. Nach wie vor werde ein Betreiber gesucht. Zudem sei der Lift defekt, müsse repariert und anschließend vom Tüv abgenommen werden. Auch fehle eine Anschubfinanzierung. Gespräche mit Innen- und Wirtschaftsminister hätten nichts gebracht. Denkbar sei, dass die neuen Betreiber des Lokals auf dem Bungsberg sich um den Lift kümmern. „Dieses Jahr wird das aber nichts“ betont Winfried Saak.

Die Geschichte des Skilifts auf dem Bungsberg
multimedial erzählt.

Das Neubaugebiet: Die Grundstücke unweit der Bergfelder Straße sind allesamt verkauft. Nun wird die Ausweisung weiterer Flächen geplant. Wohn- und Gewerbegebiete sind aus Sicht des Bürgermeisters denkbar. 160 Wohneinheiten seien möglich. Einen Zeitplan gibt es nicht. Auch fehlt eine Zustimmung des Kreises, Vorhaben anzuschieben. Darüber hinaus gibt es jedoch konkrete Planungen, sozialen Wohnungsbau zu verwirklichen. „Das wurde zunächst mit der Kirche geplant. Nun könnte diese das eventuell in Eigenregie machen. Es geht um zwölf Wohneinheiten“, sagt Saak.

Geschichten aus Schönwalde

Schönwalde steht immer wieder im Fokus. Hier gibt es einige ausgewählte Artikel aus den vergangenen Jahren.

2015 protestieren Einwohner gegen Supermarkt-Pläne. Daraufhin wird das Projekt vorerst gestoppt.

Zwei Jahre später heißt es,
dass die Bauarbeiten 2018 beginnen könnten.

Die Geschichte der Feuerwehr:
2015 feierte die Ortswehr 125-jähriges Bestehen.

Ein Bestattungswald und eine Mountainbikestrecke werden geplant: Mittlerweile steht das Projekt vor der Realisierung. Hier gibt es die Hintergründe.

2017 wird die Kirche 777. Jahre alt:
Ohne das Gotteshaus würde es den Ort vielleicht gar nicht geben.

Eine kuriose Ausstellung: Im Schönwalde Dorfmuseum gab es dieses Jahr im Dorfmuseum. Ausgestellt wurden mehr als 11 000 Nagellacke.

Der Skilift sorgt für Gesprächsstoff:
Die Hintergründe.

Feuerwehren benötigen neue Gebäude

Die Feuerwehr-Immobilien: Die Gerätehäuser vieler Feuerwehren im Kreis Ostholstein sind zu klein. Neue Fahrzeuge passen nicht rein. Es mangelt an Schwarz-Weiß-Trennung (saubere Kleidung kann durch Schadstoffausdünstungen kontaminiert werden). Seit Anfang 2017 gibt es ein neues Gerätehaus in Schönwalde. Knapp eine Million Euro wurde investiert. Als Nächstes soll das Gebäude im Ortsteil Mönchneversdorf saniert werden. Die Gemeindevertreter haben sich vor wenigen Tagen mehrheitlich für eine Sanierung und Erweiterung des bestehenden Bauwerks ausgesprochen. Die Kosten belaufen sich auf 850 000 Euro. Ein Förderantrag beim Land wurde gestellt. Es geht um maximal 300 000 Euro. Sollte es deutlich weniger Geld geben, muss das Vorhaben neu geplant werden. In den kommenden Jahren sollen die Gerätehäuser in Hobstin und Langenhagen folgen.

Das Feuerwehrgerätehaus in Mönchnveversdorf soll saniert werden. Die Kosten belaufen sich auf 850 000 Euro. Quelle: Sebastian Rosenkötter

So schick ist das Schönwalder Gerätehaus.

Das Sportlerheim: Die Heimat vom TSV Schönwalde muss saniert oder sogar neu gebaut werden. Risse durchziehen Teile des Sportlerheims. Hinzu kommt, dass der alte Ascheplatz nicht mehr benutzbar ist und langsam zuwuchert. „Wir prüfen, ob das Sportlerheim zu retten ist. Ein Experte soll zeitnah den Zustand untersuchen“, sagt Bürgermeister Winfried Saak. Zudem könnte die Asche für Rasen weichen. Jedoch gehe es um mehrere Hunderttausend Euro. Viel Geld für die kleine Gemeinde.

Der alte Ascheplatz vom TSV Schönwalde ist längst nicht mehr nutzbar und wuchert zu. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Das Ortsentwicklungskonzept: Die Gemeinde möchte die Zukunft planen. Dabei geht es um die Verkehrssituation, um die Schule, die ärztliche Versorgung und die Attraktivierung des Ortes. Bürgermeister Saak erklärt, dass es seit der Schließung des Landhauses Schönwalde keine Gaststätte mehr im Ort gebe. „Es geht darum, den Tourismus stärker in den Fokus zu nehmen“, sagt er. Vorstellbar sei zum Beispiel die Einrichtung eines Wohnmobilstellplatzes.

Lesen Sie auch: Die Geschichte eines Whiskysammlers.

Der Radweg: Zwischen Lensahn und Schönwalde soll ein Radweg entstehen. Jedoch fehlen benötigte Grundstücke. „Der Bau verzögert sich. Das Land ist gefordert, die Flächen zu erwerben“, erläutert der Bürgermeister. Sorgen bereiten ihm vor allem steigende Kosten. Sollten diese zu hoch ausfallen, müsse man noch einmal über das Vorhaben reden.

Noch mehr Artikel aus Ostholstein

Bürgermeister-Wahl in Scharbeutz:
Endspurt für die vier Kandidaten

Ahrensbök:
Kradfahrerin bei Unfall lebensgefährlich verletzt

Energiewende:
Großer Solarpark an der A 1 bei Heiligenhafen geplant

Der ÖPNV-Check:
So geht es mit Bus und Bahn durch Ostholstein

Fehmarnbelt Days 2020:
Fachkonferenz kommt nach Weissenhäuser Strand

Von Sebastian Rosenkötter

Die Sterbekultur hat sich verändert: Gingen Schwerstkranke vor einigen Jahren noch in die Klinik, kommen Ärzte und Pfleger heute zum Patienten nach Hause. In Ostholstein kümmert sich seit zehn Jahren ein Palliativnetz um die Versorgung.

18.09.2019

Eine Motorrad-Kombi inklusive Stiefel und Handschuhe ist in Malente gefunden worden. Die Polizei kann die Sachen nicht zuordnen und bittet um Hinweise.

18.09.2019

Die Bestattungskultur ändert sich. Das bringt immer mehr Friedhofsverwaltungen in finanzielle Bedrängnis. Jetzt werden Lösungen mit den Kommunen gesucht. Sonst drohen weitere Stilllegungen.

18.09.2019