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Ostholstein So ein Theater: Amateure vom Bungsberg spielen seit 30 Jahren
Lokales Ostholstein So ein Theater: Amateure vom Bungsberg spielen seit 30 Jahren
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12:41 15.04.2019
Das Bungsbergtheater probt seit 30 Jahren in Schönwalde. Zu den Schauspielern gehören (v. l.) Alfred Höwer, Dieter Merz, Manuela Hamer, Katharina Cellmer und Susanne Köppen. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Schönwalde

Der TSV Schönwalde kann nicht nur Fußball und Karneval, sondern auch Theater. 30 Jahre sind seit der Gründung der Sparte vergangen. Von Beginn an mit dabei ist Dieter Merz. „Wir sind kein Laientheater. Wir sind Mitglied im Amateur-Verband Schleswig-Holstein, besuchen regelmäßig Fortbildungen“, stellt der ehemalige Soldat und Leiter des Bungsbergtheaters klar. Warum das so wichtig ist? Weil sie weder Schenkelklopfer noch Bauernstücke produzieren wollen und einen äußerst professionellen Anspruch an sich haben.

15 Schauspieler treffen sich immer montags in einer alten Scheune. Mit Hilfe von Planen und Balken haben sie Zwischenwände eingezogen und so einen Probenraum geschaffen. Zwei Heizlüfter sorgen für warme Luft. An den Wänden hängen Plakate. Auf einem steht „Kellergäste“ – es ist der Name eines Kriminalstücks und zugleich Hinweis auf das erste Werk, welches sich die Crew des Bungsbergtheaters 1989 vorgenommen hat.

Das Bunsgbergtheater nutzt ein Skelett

Am wichtigsten ist die Bühne. Auf dieser stehen aktuell eine Liege, ein Tisch mit Stethoskop und ein Skelett. Allesamt Hinweise auf die diesjährige Komödie „Wer krank ist, muss kerngesund sein“. Eine Komödie in drei Akten von Uschi Schilling.

Tickets, Daten, Preise

Das Bungsbergtheater präsentiert in diesem Sommer die Komödie „Wer krank ist, muss kerngesund sein“. Aufführungen gibt es am 27. Juli sowie am 10. und 17. August im Haus des Gastes in Pelzerhaken (19 Uhr). Am 24., 25., 30. und 31. August folgen die Veranstaltungen im Schönwalder Feuerwehrgerätehaus (19 Uhr). Details zum Ticketvorverkauf folgen.

Der Inhalt: Das Stück spielt in einem Krankenhaus, in dem eine Schwester einen Kassenpatienten im Moorbad vergisst, ein Patient aus der Psychiatrie sich als Arzt ausgibt und ein Professor den Durchblick verliert. Zu allem Überfluss ist der Chefarzt ein Macho und eine kassenärztliche Überprüfung sorgt auch noch für Unruhe.

Die Darsteller und ihre etwa zehn Helfer haben für dieses Jahr sieben Aufführungen geplant. Zwei Stunden benötigen sie, um ihre Bühne aufzubauen. Gespielt werden soll erstmals im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus in Schönwalde sowie erneut im Haus des Gastes in Pelzerhaken. „Es gibt Touristen, die ihren Urlaub extra nach den Vorführungen planen. Die fischen wir in Pelzerhaken ab. Sie kommen aus dem Rheinland und aus Lüneburg. Deshalb sind unsere Stücke hochdeutsch“, erläutert Darsteller Alfred Höwer.

Schönwalder Schauspieler platzte der Kaftan

Damit die schauspielerischen Leistungen auch entsprechend gut sind, setzt das Theater auf Videoaufnahmen. „Dann sehen wir genau, was wir noch korrigieren müssen“, sagt Höwer, der seit 2006 in Schönwalde lebt und vor neun Jahren erstmals auf der Bühne des Bungsbergtheaters stand. „Ich mag es in andere Rolle zu schlüpfen, mir ein Stück zu erarbeiten“, führt er aus. Und wenn etwas mal nicht so klappe wie geplant, müsse man das mit Humor nehmen. „Einmal habe ich einen Kaftan getragen. Der ist geplatzt und meine Unterhose guckte raus“, erinnert sich Alfred Höwer.

Jährlich führen die Schauspieler aus Schönwalde und Umgebung ein neues Stück. Die Bilder aus den Jahren 2015 bis 2019 zeigen die vielfältigen Bühnenbilder und Kostüme.

Schauspielerin ärgert Kollegen mit Zitronensaft

Seine Kollegin Susanne Köppen hält nicht viel von solchen komischen Zufällen. Sie hilft lieber etwas nach. „Ich habe mir zur Aufgabe gemacht, dass in jedem Stück einer leiden muss“, betont sie. Eine mit Mentos gefüllt Seltersflasche, plötzlich auftauchende Kondome, oder ein Getränk, das durch Zitronensaft ersetzt wurde, seien schon dabei gewesen. „Es ist wirklich schwer, dann noch weiterzuspielen“, sagt sie.

Theaterchef setzt auf Harmonie

Entscheidend für Dieter Merz ist, dass die Harmonie stimmt. „Meine Aufgabe ist es, verschiedene Charaktere zusammenzuhalten. Ich möchte jeden halten und muss manchmal vermitteln“, sagt er. Manuela Hamer, die seit 1999 dabei ist, ergänzt: „Jeder darf sich einbringen.“ Eben dies sei wichtig, um die Stimmung aufrecht zu erhalten. Katharina Cellmer ergänzt, dass die Stücke zu den Schauspielern passen müssten. „Wenn Zuschauer das Gefühl haben, genau so verhält sich mein ,Alter’ zuhause auch, dann läuft es gut“, schiebt sie hinterher. Genau das gelingt dem Bungsbergtheater nun schon seit 30 Jahren.

Sebastian Rosenkötter

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