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Ostholstein Mongolische Schüler zu Besuch in Niendorf
Lokales Ostholstein Mongolische Schüler zu Besuch in Niendorf
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17:39 28.01.2019
Der Sprachkursus der mongolischen Schüler fand in Niendorf statt. Quelle: Beke Zill
Niendorf

Das erste Mal weit weg von Zuhause. Und dann gleich ziemlich weit weg. Knapp 8000 Kilometer trennen die 46 Schüler aus der Mongolei von ihren Familien. Acht Stunden Flug lagen hinter den Zehn- bis 14-Jährigen und ihren drei Lehrerinnen, als sie Anfang Januar deutschen Boden betraten. In ihrer Bleibe im Jugendgästehaus in Niendorf angekommen, lief die Gruppe erst einmal neugierig an den Strand. Bis zur Rückkehr am 3. Februar steht Deutsch pauken und das Kennenlernen der Kultur auf dem täglichen Programm der Fünft- und Sechstklässler.

Die Lehrerinnen Tserendorlgor Shagdar (l.) und Arunjargal Chuluunbaatar sowie Organisator Dieter Fiesinger von der Gesellschaft für Jugendeinrichtungen in SH. Quelle: Beke Zill

„Ich habe das erste Mal die Ostsee gesehen. Es war toll “, erzählt die 14-jährige Enktjargal freudestrahlend von ihrem bisher schönsten Moment in Ostholstein. Bis zum 3. Februar verbringen die Kinder der Alexander-von-Humboldt Schule mit insgesamt 2500 Schülern aus der Hauptstadt Ulaanbaatar im Jugendgästehaus in Niendorf. „Schon ab der 3. Klasse lernen die Schüler Deutsch als erste Fremdsprache“, erklärt die Lehrerin Tserendolgor Shagdar, die seit dem Jahr 2000 an der Schule mit dem Schwerpunkt Deutsch arbeitet. Die zweite Sprache sei Englisch ab der fünften Klasse. Enktjargal lernt seit fünf Jahren Deutsch, ihre und die Eltern der anderen Kinder ermöglichten die Fahrt nach Deutschland. „Ich finde, dass in Deutschland die Kultur interessanter und die Universitäten besser sind“, sagt die 14-Jährige. Sie möchte später in Deutschland Psychologie studieren. „Das ist mein Ziel.“ Dulguun möchte in Deutschland Jura studieren und „Anwältin werden“, sagt die 14-Jährige.

Kooperation zwischen beiden Ländern bestand bis 2015

Deutschland als Ziel für eine Ausbildung ist in der Mongolei beliebt. In den 20er Jahren schickten die Eltern ihren Nachwuchs für eine Lehre in die Ferne. „Über 20 000 Menschen sprechen in der Mongolei Deutsch“, erklärt Tserendolgor Shagdar. Auch vor diesem Hintergrund war der Ansturm auf die Sprachreise nach Niendorf bei Eltern und deren Kinder groß.

Die Mongolei

Etwa drei Millionen Einwohner leben in der Mongolei, die etwa viereinhalb Mal so groß wie Deutschland ist. Die Mongolei gilt als der am wenigsten besiedelte Staat der Welt. Die Hauptstadt heißt Ulaanbaatar, in der 40 Prozent der Bevölkerung lebt. Angrenzende Länder sind China und Russland. Bekannt ist das Land in Zentralasien für seine Nomadenkultur und zerklüfteten Landschaften. Im Winter werden Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius erreicht, im Sommer bis zu 25 Grad. Aufgrund der Extreme haben die Schulkinder im Januar Frostferien.

Mit dem Sprachkursus-Projekt möchte der Organisator Dieter Fiesinger eine Kooperation zwischen den Ländern wieder aufleben lassen. Im Rahmen eines bilateralen Abkommens zwischen den Regierungen in Deutschland und der Mongolei gab es von 1995 bis 2015 ein Austausch- und Qualifizierungsprogramm für sozialpädagogische Fachkräfte. Finanziert wurden sie aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) über die Zentralstelle „Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten“. Von 2002 an koordinierte Fiesinger für den Arbeitskreis den Austausch. „Mongolische Kollegen haben hier in Bildungsstätten hospitiert. Und wir haben die einzelnen Regionen in der Mongolei besucht und Mitarbeiter qualifiziert“, berichtet der Pädagoge und damaliger Leiter der Jugend-Akademie Segeberg, in der viele Tagungen stattfanden. 2015 wurde das Projekt jedoch nicht fortgeführt.

Sprachkursus für mongolische Schüler soll jedes Jahr stattfinden

Das möchte der Pensionär Dieter Fiesinger jedoch schnell ändern. Dafür hat er sich die Volkshochschulen Bad Segeberg und Timmendorfer Strand als Kooperationspartner ins Boot geholt, die die Sprachkurse für die drei Fremdsprachen-Gruppen aus der Mongolei mit jeweils einem freischaffenden Lehrer unterstützt. Die ersten 46 mongolischen Schüler profitieren nun von dem Angebot. Ob in Zukunft auch deutsche Schüler in die Mongolei reisen, bleibt offen. Erst einmal organisiert Dieter Fiesinger, dass mongolische Kinder nach Deutschland kommen. „Der Sprachkursus soll jetzt jedes Jahr stattfinden“, sagt Fiesinger, der als ehrenamtlicher Vorsitzender der Gesellschaft für Jugendeinrichtungen in Schleswig-Holstein die vereinseigene Unterkunft in Niendorf auch zukünftig zur Verfügung stellt.

Deutsch lernen und die Umgebung erkunden

Im Gästehaus direkt am Hafen treffen sich die jungen Mongolen am Vormittag zum Deutsch pauken. „Wir lernen jeden Tag neue Wörter“, sagt Dulguuns Zwillingsschwester Dolgion. Auch Wörter, die in ihrer vorübergehenden Heimat unerlässlich sind: „Insel, Strand, Rathaus und Muschel“ zählen inzwischen zu ihrem Sprachschatz. Danach ist Freizeit angesagt. So ging es ins Schwimmbad, in den Vogelpark, nach Lübeck, Hamburg oder ins Zeittor-Museum nach Neustadt. Die meisten Kinder seien das erste Mal mit dem Schiff gefahren, erzählt Tserendolgor Shagdar. Bilguun habe das Schwimmen in der Ostsee-Therme besonders Spaß gemacht. Auch die Umfragen mit den Einheimischen kamen bei den Schülern gut an. „Die meisten Menschen sind sehr freundlich“, sagt Enktjargal.

Von ihren Erlebnissen in Deutschland bringt die 14-Jährige neben Kleidung und einer Muschel auch eine ganz besondere Postkarte aus dem Niendorfer Vogelpark mit in die Mongolei. Auf der Ansicht sind Geier aus dem Park abgebildet, die tatsächlich aus ihrer Heimat stammen.

Beke Zill

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