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Ostholstein Schürsdorf: Vom Tante-Emma-Laden zum kleinen Hotel am Teich
Lokales Ostholstein Schürsdorf: Vom Tante-Emma-Laden zum kleinen Hotel am Teich
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07:00 20.07.2019
Etwa 200 Jahre alt ist das älteste Gebäude in Schürsdorf, in dem sich mittlerweile das Hotel „Butz“ befindet. Quelle: Sabine Latzel
Schürsdorf

Wer nach Schürsdorf hineinfährt und in die Straße Hackendohrredder einbiegt, gelangt rasch zum dicht umwachsenen Teich auf der rechten Seite – und zu einem schmucken, rotgeklinkerten Fachwerkhaus gegenüber. Im großen Vorgarten gruppieren sich Tische und Stühle, die zweiflügelige, grün-weiß lackierte Holztür steht meist offen: Willkommen im Restaurant und Hotel „Butz“, im ältesten Haus von Schürsdorf.

Der vermutlich jüngste Hotelier in Ostholstein

Geführt wird es inzwischen von Sebastian Boye, dem mit 21 Jahren vermutlich jüngsten Hotelier in Ostholstein. „Besonders viele Daten oder andere Informationen gibt es zu dem Gebäude leider nicht“, bedauert er. Errichtet wurde es vor ungefähr 200 Jahren, damals noch als einstöckiger Bau, als Meierei-Betrieb mit Verkaufstheke, erklärt Sebastian Boye. Später sei dann im Erdgeschoss ein kleiner Kolonialwarenladen eingerichtet worden. „Außerdem diente das Haus von Anfang an als Treffpunkt des Dorfes, als eine Art Gesellschaftshaus“, sagt er.

In einem goldfarben lackierten Holzrahmen im Flur steckt eine alte Postkarte, auf der Aufnahmen in Sepia verschiedene Ansichten des Gebäudes zeigen. „Gasthaus u. Pension ,Am grünen Teich’, Schürsdorf (Ostholst.)“ steht in der Mitte. „Das Haus soll bis Ende der 1980er-Jahre der Familie Butz gehört haben – daher auch der Name“, berichtet Sebastian Boye. „Sie führte hier offenbar einen Tante-Emma-Laden.“ Von 1989 an stand der einstige Dorftreff einige Jahre leer, „das Dach stürzte ein, und die meisten Leute haben wohl schon mit dem Abriss gerechnet“.

Von der Ruine zum Restaurant mit Hotel

Weil die Familie Butz keine Nachkommen hatte, fiel der Besitz laut des jungen Hoteliers an den Staat. „1997 hat dann mein Vater das Haus entdeckt. Er konnte es sehr günstig kaufen und hat es mehrere Jahre renovieren und ausbauen lassen.“ Mittlerweile hat die ehemalige Ruine ein zweites Geschoss und einen rückwärtigen Anbau. In den Räumen führte Sebastian Boyes Mutter das Restaurant mit Hotel. „Nachdem meine Eltern 2003 starben, wurde der Betrieb verpachtet“, erklärt er. „Und vor eineinhalb Jahren habe ich selbst die Leitung übernommen.“

Hinter den Fachwerkmauern vom „Hotel Butz“ in Schürsdorf warten auf die Gäste viele antike Möbel, gemütliche Sitzecken sowie Zimmer und Ferienwohnung mit einer modern-nostalgischen Einrichtung.

Heute gelangen die Gäste über den mit antiken Holzmöbeln ausgestatteten Flur ins Restaurant. Das besteht aus dem „Blauen Salon“ mit – der Name deutet es an – überwiegend blau gepolsterten Möbeln, dem großen „Gastraum Jette“ und der „Guten Stube“. In Letzterer finden sich auch ein Tresen aus hölzernen Türblättern, aufgearbeitete Balken und wieder antike Möbel. 60 Plätze bietet das Lokal, draußen im Garten-Café sind es noch einmal um die 100. Geöffnet ist täglich von 8 bis 22 Uhr, „an 365 Tagen im Jahr“, betont Sebastian Boye, der zusätzlich in der Immobilienbranche arbeitet. Sind das nicht ehrgeizige Zeiten für einen 300-Einwohner-Ort im Binnenland? „Ja, aber wir haben eine gute Auslastung“, meint der Jungunternehmer. „Hier ist jeder willkommen, vom Nachbarn bis zum Vorstandschef aus Hamburg.“

Zur Diamantenen Hochzeit kommen die Gäste wieder

Das Hotel besteht aus fünf Doppelzimmern, einer Suite und einer Ferienwohnung. „Die Möbel haben wir aus ganz Schleswig-Holstein zusammengetragen“, sagt Sebastian Boye – auch hier dominieren antike Bauernmöbel aus Holz, teilweise mit Schnitzereien, ergänzt um moderne Elemente. „Unsere Gäste fühlen sich hier wie zu Hause“, sagt der Hotelier. „Viele kennen das Haus noch von früher, haben zum Beispiel hier geheiratet und feiern jetzt ihre Diamantene Hochzeit bei uns.“

Denn für größerer Gesellschaften wird das „Butz“ auch in der Gegenwart gern gebucht. Die Küche ist bodenständig, die Karte reicht vom Bauernfrühstück über Labskaus und Tafelspitz bis zum Rumpsteak, beim Fisch dominieren Matjes, Dorsch und Scholle. Bei gutem Wetter können die Gäste außerdem im Garten-Café frühstücken und ins Grüne blicken – und sich dabei vielleicht vorstellen, wie es früher war, als die Menschen mit Pferd und Wagen kamen, um Milch zu kaufen oder dies und das für den Haushalt, und um einen kleinen Klönschnack zu halten, am oder im Treffpunkt am Teich von Schürsdorf.

Sabine Latzel

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