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Ostholstein Geldsegen für Sportcampus: Kommt zuerst der Skaterpark?
Lokales Ostholstein

Schul- und Sportcampus Malente: Kommt zuerst der Skaterpark?

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17:00 24.03.2021
Die Turnhalle im Malenter Schul- und Sportzentrum ist sanierungsbedürftig.
Die Turnhalle im Malenter Schul- und Sportzentrum ist sanierungsbedürftig. Quelle: Dirk Schneider
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Malente

Mit drei Millionen Euro aus Bundesmitteln soll der Bau eines Sportcampus im Bereich des Malenter Schulzentrums an den Auewiesen gefördert werden. Das Geld stammt aus dem Programm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur. Ausschlaggebend für den Zuschlag mit dem Maximalbetrag sei die überzeugende Präsentation dieses Leuchtturmprojekts mit Alleinstellungsmerkmal gewesen, erklärte die ostholsteinische SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn jetzt in Malente.

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Attraktiver Wohnort für Familien durch moderne Sportstätten

Die Aufwertung und Modernisierung der Sportstätten steigere Malentes Attraktivität als Wohn- und Lebensort für Familien, stärke die Anziehungskraft der Schulen und Sportvereine und sichere einen lebendigen Treffpunkt für alle Generationen, zeigte sich Hagedorn von dem Konzept überzeugt. Das Gesamtvorhaben, das in verschiedenen Bauabschnitten bis 2030 realisiert werden soll, umfasst ein Gesamtvolumen von 14,475 Millionen Euro. „Das ist eine gewaltige Investition mit langfristiger Perspektive“, lobte Hagedorn den Mut der Kommunalpolitik und der Verwaltung.

Förderung mit Bedingungen

Allerdings gelte es nun, kurz- und mittelfristig zu handeln. „Die Förderung ist mit der Erwartung verbunden, jetzt in die Hufe zu kommen“, forderte Hagedorn, „den Bauabschnitt Nummer eins für sechs Millionen Euro in den nächsten ein, zwei Jahren zu schaffen“. Um die drei Millionen Euro tatsächlich abrufen zu können, muss die Gemeinde mindestens die gleiche Summe einsetzen. Und: „Das Geld steht nicht bis zum Sankt-Nim­mer­leins-Tag bereit“, betonte Hagedorn. Jeder Gemeindevertreter müsse wissen: „Es geht jetzt nicht ums Kleckern, sondern ums Klotzen“.

Malentes Bürgermeisterin Tanja Rönck (parteilos, links) diskutierte mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (von rechts), der SPD-Landtagsabgeordneten Regina Poersch und der SPD-Ortsvorsitzenden Carmen Weber über die Verwendung der Fördermittel für den geplanten Sportcampus. Quelle: Dirk Schneider

Malentes Bürgermeisterin Tanja Rönck kündigte an, dass bereits im April ein Workshop geplant sei, in dem konkrete Maßnahmen besprochen und geklärt werden sollen. Die wesentlichen Fragestellungen: „Was ist abgängig, was sollte schnellstmöglich ersetzt werden?“ und „Was ziehen wir so vor, dass es man dies mit dem geplanten Schulneubau koordinieren kann?“ Nach der Beratung des 130-seitigen Sportstättenkonzepts unter diesen Gesichtspunkten hoffe sie Mitte Mai auf erste Antworten der politischen Gremien.

Gute Chancen für Skaterpark

So soll Areal mit Sportanlagen entstehen, die man 18 Stunden lang an sieben Tagen pro Woche nutzen könne. Die Infrastruktur solle dabei die Bedürfnisse des Leistungs- und des Breitensports abdecken, die Bandbreite der Angebote gleichermaßen Mannschaften und Individualsportler ansprechen. Gerade jetzt in der Pandemie merke man, welche wichtigen gesellschaftlichen Funktionen der Sport erfülle, stellte Rönck mit Blick auf Gesundheitsaspekte, soziale Kontakte und Freizeitgestaltung fest. Zudem spiele der Sport auch im Tourismus eine immer wichtigere Rolle.

Sie selbst könne sich vorstellen, die Idee des BMX- und Skaterparks zügig umzusetzen. Auch der Bau einer sogenannten Kalthalle mit überdachten Spielfeldern und ein Kunstrasenplatz könnten in diese Überlegungen einfließen. Die Entscheidungen, ob die Hallen umfassend saniert oder neu gebaut werden sollen, benötige möglicherweise etwas mehr Zeit. Und bei aller Eile werde die Planung weiterhin ohne Scheuklappen fortgesetzt, versichert Rönck. „Wir entwickeln den Campus nicht für einen Verein oder eine Schule, sondern für die ganze Gemeinde und die Region.“

Die klare Ansage aus Berlin – auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens hatte im Rahmen der Bekanntgabe der Förderung auf die geforderte schnelle Umsetzung der Projekte hingewiesen – wertete Rönck als positiven Druck. Und dieser lastet nun auf den kommunalpolitischen Gremien.

Von Dirk Schneider