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Ostholstein Schulz-Effekt und Albig-Rede
Lokales Ostholstein Schulz-Effekt und Albig-Rede
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20:10 25.02.2017
Ahrensbök

Ob der Martin- Schulz-Effekt überall in der SPD seine Wirkung zeigt, mag dahingestellt sein – bei den Genossen aus Ostholstein aber war beim gestrigen Kreisparteitag die durch den Kanzlerkandidaten geweckte Aufbruchstimmung geradezu mit den Händen zu greifen. Vielleicht mit ein Grund dafür, dass im Ahrensböker Bürgerhaus ein ungewöhnlich junger neuer Kreisvorsitzender gekürt worden ist: Der 26-jährige Politikwissenschaftler Niclas Dürbrook aus Scharbeutz ist mit knapp 95 Prozent gewählt worden und löst somit Lars Winter ab, der Bürgermeister in Plön wird. Neben der Wahl des Kreisvorstands prägte der Besuch von Ministerpräsident Torsten Albig die Veranstaltung. Er begeisterte seine Genossen mit einer kurzen, kämpferischen Rede.

„Ist denn der Torsten auch hier?“, erkundigte sich zunächst der 92-jährige Fritz Graeber aus Wangels, der für 70 Jahre SPD-Mitgliedschaft geehrt wurde, während Hans-Gerhard Ramler (88) aus Eutin auf 65 Jahre in dieser Partei zurückblicken kann. Graeber berichtete von seinen eigenen Erfahrungen als Flüchtling, forderte dazu auf, die heutigen Flüchtlinge in die Gemeinschaft aufzunehmen – und lobte ausdrücklich Albigs emotionale Ansprache vom vergangenen Mittwoch im Landtag zum Abschiebestopp für Menschen aus Afghanistan. Diesen Ball nahm der Ministerpräsident direkt auf: Er kümmere sich nicht um die Kanzlerin und den Bundesinnenminister, sagte Albig, sondern um die jungen Männer aus Kabul, die er in Schleswig-Holstein getroffen habe. „Wir wollen diese Menschen nicht in diesen Dreckskrieg zurückschicken“, rief er.

Albig wandte sich aber auch einem fröhlicheren Thema zu – dem Optimismus, der auch dank Martin Schulz jetzt im Land und im Bund herrsche. „Das wird ein geiler Wahlkampf werden“, erklärte Albig. Die Menschen wollten einfach das gut finden, wofür die SPD stehe. Er habe sich geirrt, räumte Albig ein, als er einst erklärt habe, es komme nicht so sehr auf die Kandidaten an – und er sei stolz auf den jetzigen Kandidaten. „Wir wollen mit Martin einen ohne Abitur und mit Bart im Kanzleramt – und einer mit Abitur und ohne Bart bleibt Ministerpräsident in diesem Land“, so Albig. Ohne seinen Herausforderer von der CDU Daniel Günther beim Namen zu nennen, fragte er sich, „warum einer, der alles nur schlecht redet“, überhaupt Ministerpräsident in einem angeblich so miesen Land werden wolle.

„Lieber Torsten, jetzt sind wir wach“, freute sich Niclas Dürbrook. „Der Torsten“ verteilte im Anschluss die Parteibücher an Neu-SPDler. „Wir haben in den vergangenen Wochen 30 neue Mitglieder bekommen“, berichtete Dürbrook, „so viele sind es sonst eher im gesamten Jahr.“ Besonderen Zulauf hätten die Jusos zu verzeichnen, „was zeigt, dass wir die jungen Leute ansprechen“.

Sozialdemokratische Politik bedeute, Veränderungen zu wollen, erklärte Dürbrook bei seiner Vorstellung. Die SPD müsse „dem Hass, den Hetzern und den Fake News“ etwas entgegen setzen.

Sabine Latzel

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