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Ostholstein Jäger verschärfen Schwarzwild-Jagd
Lokales Ostholstein Jäger verschärfen Schwarzwild-Jagd
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17:02 27.12.2018
Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Oldenburg, Carsten Höper, auf Winterpirsch in seinem Revier. Quelle: LOUIS GÄBLER
Ostholstein

Der Kreis, die Jäger und die Schweinezüchter sind in Alarmbereitschaft: Um im Ernstfall den Seuchenzug der Afrikanischen Schweinepest (ASP) einzudämmen, rüsten sich alle gegen das Virus, das die gesamten Hausschweine-Bestände gefährdet. Gleich ab Jahresbeginn sollen auch in Ostholstein Entsorgungsplätze für verendete Wildschweine eingerichtet werden. In den Containern werden im Seuchenfall verendete Tiere bis zur Entsorgung durch Fachunternehmen deponiert. Außerdem gibt es auf Landesebene eine Vorbereitungsgruppe, die die Maßnahmen plant und koordiniert, die im Seuchenfall zu ergreifen sind.

Einen Impfstoff gegen ASP gibt es nicht. Befallene Wild- und Hausschweine sterben mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit. „Einziger Lichtblick ist, dass für Menschen keine Gefahr besteht“, sagt Kreisveterinär Dr. Wolf Vogelreuter. „Nach Ansicht der Wissenschaftler ist die größte Gefahr für die Einschleppung der Seuche weiter der Mensch, der über nicht gegarte, kontaminierte Schweineprodukte den Erreger nach Westen tragen könnte. Das Einschleppungsrisiko durch Menschen wird daher weiter als hoch eingestuft“, so Vogelreuter.

Auf Winterpirsch im Revier

Die Jäger sind angehalten, den Schwarzkittel-Bestand als potenziellen Überträger der Seuche zu dezimieren. Carsten Höper ist Vorsitzender der Kreisjägerschaft Oldenburg. Er geht gerade in diesen Vollmond-Nächten häufig auf die Jagd. Höper hat sein Revier bei Rosenhof (Gemeinde Grube) beidseitig der Bundesstraße 501. An verschiedenen Stellen stehen Hochsitze, die er gemeinsam mit seiner Münsterländer-Hündin „Senta“ ansteuert.

Bevor es auf die Jagd geht, steht zu Hause die Wahl der richtigen Waffe an. Für die Wildschwein-Jagd muss es die Repetierbüchse sein. Sie ermöglicht dem Jäger – ohne nachzuladen – insgesamt vier Schuss in Folge. Mit Büchsenöl und der Bore-Snake (eine Reinigungsschnur) wird die Innenseite des Laufes gereinigt und dann die richtige Munition ausgewählt. Die gut fingerlangen Patronen vom Kaliber 9,3 x 62 (Stückpreis 4 Euro) haben ein Kupfergeschoss, Blei ist für die Jagd tabu.

Im Revier angekommen, inspiziert Höper die Spuren auf dem Feld. „Hier haben sich die Wildschweine durchgewühlt“, sagt er und weist auf eine dunkle Schneise im Ackerboden. Gut 200 Meter sind es bis zum Hochstand, der freien Blick nach drei Seiten hin bietet. Im Rücken ist ein dicht gewachsener Knick. Mit dem Fernglas sucht Höper den Acker ab. Die Büchse steht schussbereit. Nichts, kein Wild in Sicht. Hündin „Senta“ sitzt unter der Sitzbank. „Es ist noch zu hell. Die Wildschweine kommen erst mit der Dämmerung“, sagt Höper.

Nähert sich ein Schwarzkittel, sei es „Senta“, die als erste reagiere. Plötzlich stehe sie lautlos aufrecht, dann weiß Höper Bescheid. Mit dem Fernglas oder seinem lichtstarken Visier prüft er, was aus dem Unterholz auf den Acker strömt. Sind es Wildschweine, stehen die Muttertiere unter Schutz. „Jedenfalls so lange es nicht den Seuchenfall gibt“, erklärt Höper. Frischlinge seien derzeit im Weihnachtsgeschäft sehr gefragt. Aber auch Keiler werden geschossen, wenn sie nicht in der Rausch sind.

2130 Schwarzkittel haben die Jäger im Nordkreis im Jagdjahr 2017/2018 (1. April bis 31. März) erlegt. Im Vorjahr waren es 1860 Tiere. „In diesem Jahr werden wir nur rund 1500 Wildschweine haben. Das Frühjahr war kalt und nass, viele Frischlinge haben es nicht überlebt“, erklärt Höper.

Massive Folgen für Landwirte

Im Fall einer Seucheneinschleppung sind die negativen Folgen besonders für Landwirte massiv. Es müsse sogar mit einem sofortigen Exportstop von Schweinen aus ganz Deutschland gerechnet werden, wenn die Seuche die Bundesgrenze überquere. Für Landwirte besonders hart: der öffentliche Tierseuchenfonds entschädigt zwar betroffene Betriebe – nicht aber solche, die keine kranken Tiere hätten und dennoch unter dann geltenden Auflagen litten.

Louis Gäbler

In Malente versuchten die Beamten, flüchtige Täter mit einem Schuss auf die Reifen ihres Autos zu stoppen. In Warnsdorf fasste die Polizei zwei Verdächtige.

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