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Ostholstein Schwerer Unfall: Busfahrer wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht
Lokales Ostholstein Schwerer Unfall: Busfahrer wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht
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12:36 13.08.2019
Am frühen Abend des 30. Juni 2018 kollidierte dieser Bus eines Grömitzer Reiseunternehmens auf der Rückfahrt vom Besuch der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg zwischen Lensahn und Cismar frontal mit einem Krankenwagen im Einsatz, der aus Cismar kam. Quelle: Louis Gäbler
Rüting/Oldenburg

Es war einer der schwersten Unfälle in Ostholstein: Am 30. Juni 2018, einem Sonnabend, kam es gegen 18.45 Uhr auf der Bäderstraße zwischen Lensahn und Cismar zu einem schrecklichen Zusammenstoß. Ein voll besetzter Reisebus kollidierte in Rüting am Abzweiger nach Riepsdorf frontal mit einem entgegenkommenden Krankenwagen. An Bord des Reisebusses waren 38 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 15 Jahren, dazu elf Betreuer. Im Krankenwagen saßen der Fahrer und sein Beifahrer. Die furchtbare Bilanz: ein Toter, 30 Verletzte.

Am Dienstag hat in Oldenburg der Prozess gegen den 52-jährigen Busfahrer begonnen, der den Unfall verursacht haben soll.

Die schreckliche Bilanz: ein Toter, 30 Verletzte

Rückfahrt endete in einer Tragödie

Eigentlich sollte es ein richtig schöner Ausflug werden. Für die Ferienkinder aus dem Schwalm-Eder-Kreis südlich von Kassel (Hessen), die ihr Quartier in Dahme hatten, ging es an diesem schwül-heißen Juni-Tag mit zwei Bussen nach Bad Segeberg zu den Karl-May-Spielen. Nach der Vorstellung machten sich die beiden Busse wieder auf dem Heimweg an die Ostsee. Bis zur Autobahnabfahrt Lensahn eine Fahrt ohne besondere Vorkommnisse.

Der erste Bus, der etwas früher gestartet war, erreichte wie geplant sein Ziel in Dahme. Doch die 38 Kinder und elf Betreuer des zweiten Busses, der etwas später in Bad Segeberg losgefahren war, erlebten zwischen Lensahn und Cismar an der Kreuzung nach Riepsdorf ein schreckliches Unglück.

Kombi wollte Rettungswagen durchlassen

Nach den Erkenntnissen der Polizei hatte an dem Abzweiger nach Riepsdorf ein dunkler Kombi gehalten. Der Fahrer wollte eigentlich nach links abbiegen, wartete jedoch, um einen Rettungswagen der Johanniter Unfallhilfe aus Cismar – mit Blaulicht und Martinshorn in Richtung Lensahn unterwegs – passieren zu lassen. Doch den stehenden Kombi und den entgegenkommenden Rettungswagen bemerkte der Busfahrer offenbar nicht, oder zu spät.

Er soll den Bus stark abgebremst haben, auf die linke Fahrspur gefahren und dem Kombi gerade noch ausgewichen sein. Doch da kam plötzlich der Rettungswagen. Beide Fahrzeuge kollidierten fast frontal. Der Rettungswagen wurde völlig aufgerissen, schleuderte gut 50 Meter weit über die Straße und blieb zerfetzt auf der Seite liegen. Der Reisebus schleuderte ebenfalls über die Straße und krachte von der Fahrbahn hinter dem Kombi rechts in die Böschung. Auch hier ein Bild der Verwüstung.

Seitenteil bohrte sich in den Bus

Bei dem Unfall hatte sich ein Seitenteil des Krankenwagens in den Reisebus gebohrt und einen damals 22-jährigen Betreuer, der direkt hinter dem Fahrer saß, getroffen. Der Mann wurde dabei so schwer verletzt, dass er zwei Tage nach dem Unfall in einem Krankenhaus verstarb. Binnen Minuten waren über 30 Rettungsfahrzeuge an der Unglücksstelle. Dazu kamen jede Menge Feuerwehrleute und Polizeikräfte. Vor Ort kümmerten sich zudem sechs Notfallseelsorger um die Kinder und Jugendlichen. Die Strecke blieb bis tief in die Nacht hinein komplett gesperrt, der Verkehr wurde weiträumig umgeleitet.

Die Zahl der verletzten Kinder und Betreuer schwankte in den Stunden während und nach dem Rettungseinsatz immer wieder. Zunächst war davon die Rede, dass 50 Personen leicht verletzt worden seien. Das dementierte die Polizei in Lübeck jedoch noch am Folgetag. Später war von 42 die Rede. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Busfahrer jetzt den fahrlässigen Tod eines Betreuers in Tateinheit mit Körperverletzung in 30 Fällen vor.

Landräte besuchen die Unfallstelle

Der zweite Reisebus, der nicht am Unfall beteiligt war, holte noch während des laufenden Rettungseinsatzes gegen 21 Uhr die unverletzten Kinder und Jugendlichen ab, um sie zurück nach Dahme zu fahren. Der Landrat des Schwalm-Eder-Kreises, Winfried Becker, war noch am Unglücksabend in Richtung Schleswig-Holstein aufgebrochen, um die Kinder und Jugendlichen im Zeltlager in Dahme zu besuchen.

Gemeinsam mit Ostholsteins Landrat Reinhard Sager besuchte er auch die Unfallstelle bei Rüting. Auch etliche Eltern der Kinder, die ihre Ferien in dem Zeltlager verbringen, waren noch in der Nacht an die Ostsee aufgebrochen, nachdem sie von dem Unfall gehört hatten.

Von Louis Gäbler

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