Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Zu hohe Verluste: Eintrittspreise im Schwimmbad Niendorf steigen deutlich
Lokales Ostholstein Zu hohe Verluste: Eintrittspreise im Schwimmbad Niendorf steigen deutlich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:55 01.10.2019
Schwimmen in 1-A-Lage: Das Niendorfer Meerwasser-Hallenbad liegt direkt am Strand. Quelle: Sabine Latzel
Niendorf

Besucher des Niendorfer Schwimmbades müssen ab 1. Dezember dieses Jahres mehr Eintritt zahlen: Die Gemeindevertreter von Timmendorfer Strand haben eine neue Entgeltordnung beschlossen. Demnach kostet der Besuch des Meerwasser-Hallenbades künftig für Erwachsene fünf statt vier Euro und für Kinder zwei statt 1,50 Euro. Begründet wird die Erhöhung mit den hohen Verlusten, die das Schwimmbad jährlich einfährt.

Das Minus liegt bei durchschnittlich 403 000 Euro pro Jahr

Diese Verluste beziffert der Kurbetrieb auf durchschnittlich 403 000 Euro pro Jahr. Ursache seien gestiegene Kosten für Personal und Material, die Sanierung und Modernisierung des Gebäudes sowie der Technik der Einrichtung. 2007/2008 flossen drei Millionen Euro in die Auffrischung des Bades, mehr als eine Million davon waren Fördermittel, und damit wurde unter anderem ein neues Becken für die ganz kleinen Wasserfreunde gebaut. 2015 feierte die Einrichtung ihr 40-jähriges Jubiläum. 2017 erhielt das Bad ein neues Blockheizkraftwerk für 92 000 Euro, die Hälfte davon wurde gefördert.

Öffentliche Schwimmbäder könnten generell nicht kostendeckend betrieben werden, heißt es in der Vorlage zur neuen Entgeltordnung, deswegen sei das Eintrittsgeld immer ein „subventionierter Preis“. Bei der Erhöhung hätten die Mitarbeiter des Kurbetriebs auch die Eintrittspreise anderer Schwimmbäder in der Region zum Vergleich herangezogen. In der Schwimmhalle Bad Schwartau und im Eutiner Schwimmbad zahlen Erwachsene beispielsweise vier Euro Eintritt.

So viel zahlen Schwimmer in den anderen Bädern

Die Eintrittspreise der klassischen Hallenbäder in der Region unterscheiden sich kaum (ein Vergleich mit den Preisen in den Erlebnisbädern hinkt allerdings, da Letztere viele Zusatzangebote wie Sauna, Rutschen oder Spas aufweisen).

In der Bad Schwartauer Schwimmhalle kostet der Eintritt für Erwachsene 4 Euro, für Jugendliche 2 Euro, Kinder bis sechs Jahre kommen kostenlos hinein. Im Kirsten-Bruhn-Bad in Eutin liegt der Eintritt für Erwachsene ebenfalls bei 4 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind mit 2,50 Euro dabei. Im Panoramic-Schwimmbad Sierksdorf zahlen Erwachsene auch 4 Euro und Kinder bis 16 Jahre 3 Euro Eintritt. Für das Meerwasser-Schwimmbad Kellenhusen werden nur 2 Euro Eintritt fällig, es hat allerdings nur bis zum 26. Oktober geöffnet.

Ostseeblick und Aqua-Gymnastik als kostenlose Extras

Das Niendorfer Hallenbad hat dabei einiges zu bieten. Die Kernöffnungszeit liegt zwischen 10 und 18 Uhr (donnerstags von 11 bis 20 Uhr), außerdem wird zweimal wöchentlich für die Frühschwimmer von 7 bis 8 Uhr geöffnet. Das Meerwasser – 420 000 aufbereitete Liter aus der Ostsee im 25 mal 12,5 Meter großen Becken – ist mit 28 Grad mollig warm, und am Warmbadetag Mittwoch beträgt die Temperatur sogar 30 bis 31 Grad. Durch die Panoramafenster schauen die Besucher direkt auf die Ostsee. Es gibt diverse – kostenpflichtige – Kurse, vom Babyschwimmen über den Freischwimmer-Kursus bis zur „Aqua-Power“, und die Teilnahme an der „Aqua-Gymnastik“ zweimal wöchentlich gibt’s sogar gratis zum regulären Eintrittspreis dazu. Das Schwimmbad ist beliebt, im Jubiläumsjahr lag die Besucherzahl bei durchschnittlich knapp 300 Schwimmern pro Tag.

Mollig warmes Wasser, schöne Aussicht – doch das kostet ab 1. Dezember 2019 für Erwachsene einen Euro und für Kinder 50 Cent mehr Eintritt. Quelle: S. Latzel

Auch für den Schwimmunterricht in der Region spielt die Niendorfer Einrichtung eine wichtige Rolle. Nach Angaben der Kreisverwaltung können von 26 Grundschulen in Ostholstein noch 21 Schwimmunterricht anbieten – in Niendorf, Bad Schwartau, Eutin, Malente, Sierksdorf, Grömitz, Kellenhusen und Heiligenhafen, heißt es auf LN-Anfrage.

Der Kurbetrieb der Gemeinde Timmendorfer Strand verweist darauf, dass die Eintrittspreise im Niendorfer Schwimmbad seit 2004 nicht mehr erhöht worden sind. Außerdem gibt es weiterhin einen Sonder-Tarif für erwachsene Einheimische: Sie zahlen künftig vier Euro (vorher drei). Kinder bis zum zweiten Lebensjahr (vorher erstes Lebensjahr) kommen kostenlos ins Bad. Übernachtungsgäste aus der Gemeinde Timmendorfer Strand bekommen nach wie vor 30 Prozent Rabatt. Studenten, Wehrdienstleistende und im Bundesfreiwilligendienst Engagierte („Bufdis“) sind ab Dezember mit drei Euro dabei (vorher 2,50 Euro), bei auswärtigen Schwerbehinderten bleibt es bei drei Euro, einheimische Schwerbehinderte zahlen künftig 2,10 Euro (vorher 1,50 Euro).

Angehörige der Feuerwehr schwimmen weiterhin gratis

Auch die Preise für Kombi-, 12er- und 30er-Karten werden angehoben, und die Jahreskarten für Erwachsene schlagen künftig mit 200 Euro (vorher 140 Euro), die für Kinder mit 100 Euro (vorher 70 Euro) zu Buche. Keine Gedanken über die Erhöhungen müssen sich die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde und ihre Familien machen: Sie können das Niendorfer Schwimmbad schon seit einigen Jahren kostenlos nutzen.

Seit 1975 bei den Badegästen beliebt und 2007/2008 umfangreich saniert: das Niendorfer Meerwasser-Hallenbad, hier der Eingang. Quelle: LN-Archiv

Von Sabine Latzel

Gerade häufen sich in Neustadt die Betrugsversuche. Die echte Polizei gibt wichtige Tipps zur Vorbeugung. Reingefallen ist niemand in Neustadt. Das führen die Beamten unter anderem auf die intensive Berichterstattung über und die fortlaufenden Warnungen vor solchen Betrugsmaschen zurück.

01.10.2019

Der langjährige LN-Redakteur für Heiligenhafen und später auch für Oldenburg ist am 27. September für immer eingeschlafen. Alle schätzten seine Gabe, auch komplexe Themen klar und einfach zu formulieren.

01.10.2019

Ein junger Mann wurde am Fährhafen Puttgarden von der Bundespolizei in einem Reisebus aufgegriffen. Der 29-Jährige sollte seit drei Jahren ein Bußgeld wegen Fahrens ohne Führerschein zahlen. Das konnte er aber anscheinend nicht und sitzt nun hinter Gittern.

01.10.2019