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Ostholstein Hallenbad: Initiative startet Bürgerbegehren
Lokales Ostholstein Hallenbad: Initiative startet Bürgerbegehren
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15:00 22.05.2019
Das Dahmer Sport- und Gesundheitszentrum (Strandspa) steht in diesen Tagen wieder im Mittelpunkt der Diskussion in der Gemeinde. Quelle: Billhardt
Dahme

 Schon fast ein Jahr ist das große Schwimmbecken im Sport- und Gesundheitszentrum (Strandspa) in Dahme aus Sicherheitsgründen gesperrt. Anfang 2019 hat sich eine Bürgerinitiative (BI) gegründet, um für den Erhalt des Schwimmbades zu kämpfen. Jetzt kann die BI mit ihrem Bürgerbegehren loslegen. Dazu findet am Freitag, 24. Mai, um 18.30 Uhr eine Veranstaltung im Gemeindehaus statt.

125 Unterschriften werden benötigt

„Sind Sie dafür, dass das Meerwasserschwimmbad Dahme saniert, wiedereröffnet und ganzjährig weiterbetrieben wird?“, lautet die Fragestellung. Zehn Prozent der Einwohner aus der Gemeinde müssen diese mit Ja beantworten, damit es zu einem Bürgerentscheid kommen kann. „Wir brauchen 125 Unterschriften, vielleicht bekommen wir diese schon an dem Abend zusammen“, sagt Marion Haeger, Mitbegründerin der Initiative.

Zeitlich wäre ein Bürgerentscheid in Verbindung mit der Kommunalwahl ideal gewesen, doch um alles vernünftig zu Papier zu bringen, seien vier Monate einfach zu kurz an Vorbereitung gewesen, erläutert Haeger weiter. Im Februar sei die Kommunalaufsicht von dem Vorhaben informiert worden. Dann wurde dies geprüft, die Frage musste ausformuliert werden und schließlich musste die Gemeinde eine Kostenschätzung für den Weiterbetrieb liefern.

5,5 Millionen für Modernisierung

„Um die Kosten sehr detailliert aufzustellen, hätten wir rund 50 000 Euro in die Hand nehmen müssen“, sagt Dahmes Bürgermeister und Strandspa-Geschäftsführer Harald Behrens (DWG). Daher habe sich die Gemeinde bei der Ausarbeitung mit der Verwaltung in Grömitz an den bereits seit 2017/2018 vorliegenden Gutachten orientiert, und schätzt eine Modernisierung auf etwa 5,5 Millionen Euro.

Das Schwimmbecken im Sport- und Gesundheitszentrum ist seit Juni 2018 aus Sicherheitsgründen gesperrt. Quelle: Billhardt

Während die Dahmer Wähler-Gemeinschaft bereits kürzlich ein alternatives Nutzungskonzept aus Strandsport und Veranstaltungen vorgelegt hat, sieht die BI das Schwimmbad als wichtig für den Tourismus an. Besonders für die Nebensaison im Konkurrenzkampf zu anderen Badeorten, sagt Haeger. Wenn der Gast nicht in die Ostsee könne, sei das Hallenbad dann eine gute Alternative in Kombination mit den anderen Angeboten des Strandspas.

Hohe jährliche Verluste erwartet

Vor allem eine ganzjährige Öffnung des Meerwasserschwimmbades und womöglich noch ein zusätzliches Kinderschwimmbecken sieht Behrens finanziell für Dahme nicht stemmbar. „Nach momentanem Stand würde das 1,1 Millionen Euro jährlich an Verlust bedeuten“, sagt der Bürgermeister. Dabei seien die Personalkosten erheblich und man könne schließlich die Eintrittsgelder auch nicht drastisch erhöhen. So würde der Steuerzahler das Minus übernehmen müssen.

Die BI setzt beim Erhalt des Bades auf Unterstützung durch Fördermittel. „Wir haben mit der Investitionsbank und dem Land Kontakt aufgenommen“, berichtet Marion Haeger. Es könnten Förderprogramme für Sportstättenbau und von der EU im Bereich Tourismus eventuell infrage kommen, wenn bis Ende des Jahres ein Projekt samt Konzept vorgelegt werde.

Strandspa ist Thema im Gemeinderat

„Die Entscheidung liegt beim Bürger, das ist der demokratische Weg“, betont Behrens. Am Dienstag, 28. Mai, trifft sich die Gemeindevertretung um 19.30 Uhr im Gemeindehaus. Dann wird nicht nur das Schwimmbad, sondern auch generell das Strandspa wieder Thema sein. Auf Antrag der CDU soll im Sport- und Gesundheitszentrum die Geschäftsordnung geändert und eine hauptamtliche Geschäftsführung installiert werden.

Die Christdemokraten sind der Ansicht, dass die Einrichtung eine große Herausforderung mit viel Potenzial sei, die professionell gelenkt werden müsse, um sie weiter nach vorne zu bringen. Harald Behrens hatte im Vorfeld bekannt gegeben, zum Ende des Jahres den Job als Geschäftsführer abgeben zu wollen. „Es gibt viel zu erledigen und das ist ehrenamtlich nicht hinzubekommen.“

Es sei nicht sinnvoll, jetzt einen Interims-Geschäftsführer zu benennen, auch da dies im Wirtschaftsplan für 2018 nicht vorgesehen sei, sagt Behrens. Er warte die Entscheidung des Gemeinderats ab. Die BI hofft indes, dann schon genügend Unterschriften vorlegen zu können, damit ein Bürgerentscheid in greifbare Nähe rückt.

Alle Hintergründe dazu lesen Sie hier:

Strand-Sport im Schwimmbad  Initiative plant Bürgerbegehren
Saisonstart ohne neues Sportkonzept
Schwimmbad in Dahme geschlossen

Markus Billhardt

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