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Ostholstein Schwimmunterricht für Kita-Knirpse
Lokales Ostholstein Schwimmunterricht für Kita-Knirpse
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22:03 24.02.2014
Die Heringsdorfer Schwimmgruppe im Pool des Aktiv-Hus in Heiligenhafen. Quelle: hfr
Heringsdorf

Der Mittwoch ist für die Fünf- und Sechsjährigen in der „ZwergenburgHeringsdorf ein besonderer Tag. Denn dann werden sie morgens mit dem Kleinbus abgeholt und zum Schwimmunterricht nach Heiligenhafen ins Aktiv- Hus gefahren.

Das ist offensichtlich der große Renner bei den Kids. René (6) schwärmt: „Das Fahrradfahren mit der Schwimmnudel finde ich lustig.“ Dagegen meint Henrik (6): „Am besten finde ich die aufblasbare Rutsche.“ Und Lea (6) erzählt aufgeregt: „Der Wasserfall macht Spaß. Der Schwimmlehrer zieht uns immer da durch.“ Mutig ist offensichtlich Jan (6), der „das Tauchen am besten findet“. Und Alex (5) befindet keck: „Ich finde gut, dass ich überhaupt schwimmen darf. Und das Wasser schmeckt dabei immer salzig.“

Was hinter den Kinderfreuden steht, ist ein pädagogischer Ansatz, den Kindergarten-Leiterin Barbara Hamann erläutert: „Wir leben an der Ostsee, die Kinder sind oft am Strand, da versteht es sich von selbst, wie wichtig es ist, frühzeitig Schwimmen zu lernen.“ Derzeit nutzen sechs Kinder dieses Angebot, das pro Mittwoch zehn Euro zusätzlich für die Eltern kostet. Am Ende des Kurses soll für jedes Kind das Seepferdchen als erstes Schwimmabzeichen stehen. „Wenn die Kinder vom Schwimmen zurückkehren, strahlen ihre Augen immer“, erzählt Hamann weiter.

Zur Schwimmerziehung ist die Einrichtung zufällig gekommen, denn der Vater eines Kindes betreibt eine mobile Schwimmschule, die bisher vor allem in Mecklenburg-Vorpommern sehr gefragt ist und nun auch langsam in Ostholstein Fuß fassen soll. Bisher gibt André Roth in Neustadt und für die Heringsdorfer Zwergenburg Unterricht. Hamann erklärt: „André Roth hat eine tolle, ruhige Art, die den Kindern viel Selbstvertrauen gibt.“

An erster Stelle des Wasserunterrichts stehen Spiel und Spaß. André Roth erklärt: „Kinder lernen spielerisch, dazu zählen Wassergewöhnung und Wasserbewältigung.“ Das Alter der Kindergartenkinder sei ideal, da das offizielle Schulschwimmen erst im zweiten oder dritten Schuljahr beginnt — zu spät, wie Roth findet. Die Heringsdorfer Gruppe habe nun vier Einheiten im Becken hinter sich gebracht.

„Vor den Sommerferien sollte die Gruppe fit sein, um das Seepferdchen abzulegen.“ Hierfür müssen die Kinder folgendes leisten: Nach dem Sprung vom Block 25 Meter schwimmen, anschließend tauchen im schultertiefen Wasser und einen Gegenstand vom Grund fischen.

Hamann sagt: „Vielen Eltern wird dies Sicherheit geben, wenn der nächste Besuch am Strand ansteht.“ Allerdings warnt Roth auch: „Erst mit dem Bronzeabzeichen können Eltern wirklich sicher sein, dass den Kindern wenig passieren kann im Wasser.“ In der „Zwergenburg“ wird der erste Schritt getan.

Aktivitäten und pädagogisches Konzept in der Zwergenburg
Aktivitäten Zwergenburg: Neben dem Schwimmunterricht bietet der Kindergarten weitere wertvolle Angebote wie Turnen, Kochen, Ausflüge zum Strand oder in den Wald, zusätzliche Sprachförderung und Schlaf-Fest.

Pädagogisches Konzept: klassischer elementarpädagogischer Ansatz, fünf Säulen: 1. Bezug zu den Lebenssituationen der Kinder; 2. Lernen in altersgemischten Gruppen; 3. Lernen in Erfahrungszusammenhängen; 4. Mitwirkung der Eltern an der pädagogischen Arbeit; 5. Gemeinwesenorientierung. Schwerpunkte: Ich-, Sach- und Sozial- Kompetenz, Motorik und Sinne, Natur, Gefühl, Sprache, Fantasie und Kreativität.

Peter Mantik