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Ostholstein Frühjahrsputz im Sealife: Schildkröten-Massage unter Wasser
Lokales Ostholstein Frühjahrsputz im Sealife: Schildkröten-Massage unter Wasser
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19:34 14.05.2019
Meeresschildkröte „Speedy“ hat sich beim Becken putzen eine Massage gegönnt. Praktisch: Der Panzer wird auch gleich sauber. Quelle: Saskia Bücker
Timmendorfer Strand

Großes Reinemachen im Sealife in Timmendorfer Strand: Taucher Oliver Volz und Zootierpfleger Stefan Tauscher haben am Dienstagmorgen alle Hände voll zu tun. Sie schrubben das 220 000 Liter fassende Ozeanbecken. Die Algen müssen weg.

 Sie sollen runter von den Kunststoff-Korallen. Die Ausscheidungen der Meeresbewohner am Boden müssen mit einer Saugglocke entfernt werden. Doch nicht nur das: Auch den Schildkröten verpassen Volz und Tauscher mit einem Schrubber eine Massage an Panzer und Bauch. Die sind als Pflanzenfresser nämlich die größten tierischen Dreckmacher. Etwa Meeresschildkröte „Speedy“, 17 Jahre alt, 113 Kilo schwer. Sie frisst viel Gemüse und scheidet demnach viele Rohfasern aus. Das ist gut für die Algen, aber auf lange Sicht schlecht für die Meeresbewohner.

Alle drei Monate müssen die riesigen Fensterfronten und Becken im Sealife gereinigt werden. Mit dabei: die Unterwasserbewohner. Auch die Schildkröten helfen beim Frühjahrsputz – und werden mit Bürsten geschrubbt.

Leichtes Panzer-Schrubben ist wie Massage

Bei einer Panzerlänge von 89 Zentimetern hat der Taucher beim Schrubben viel Fläche vor sich. „Speedy“ scheint das zu gefallen. Denn unter dem Panzer enden die Nervenstränge. Konditioniert ist „Speedy“ auch schon: Als der Taucher sich vorsichtig in das Becken fallen lässt, kommt der Koloss automatisch in seine Richtung geschwommen.

„Speedy“ kennt das Prozedere, jeden Tag schrubbt einer der Aquaristen ihren Panzer vom Beckenrand aus mit einer Bürste. Und alle drei Monate, wenn das Aquarium komplett gereinigt wird, bekommt der Panzer eine Extra-Massage mit dem großen Schrubber im Wasser. „Sie fordert das auch und fällt dann in eine Starre“, erzählt Zootierpfleger Stefan Tauscher, der seit neun Jahren im Sealife arbeitet.

Putzen der Schildkröten hat praktische Gründe

Auch eine kleinere Zierschildkröte fischt Tauscher aus einem Wasserbecken, um ihren Panzer zu inspizieren. Doch zuerst kommt das Tier auf die Waage: 230 Gramm, 12,5 Zentimeter lang, zehn Zentimeter breit, notiert der Pfleger. „Alles in Ordnung.“ Wie bei den eigenen Kindern müsse man die Tiere regelmäßig messen, um zu wissen, ob sie sich gut entwickeln. Mit einer Zahnbürste entfernt Tauscher dann vorsichtig einige Schuppen. „Da muss die Schildkröte durch“, sagt der Pfleger. Wenn er merke, sie sei zu aufgeregt, breche er ab und wiederhole die Prozedur später noch einmal. Das Reinigen versuche er, so kurz wie möglich zu halten.

Das Putzen der Schildkröten habe auch praktische Gründe für die Tiere selbst. „Wir wollen ihre Hygiene unterstützen“, erklärt Tauscher. Damit der Panzer wachsen kann und Bakterien entfernt werden, fällt in freier Wildbahn die oberste Schuppenschicht automatisch ab. Im künstlich errichteten Becken hingegen klappt das nicht, da müssen die Pfleger die Schildkröten dabei mit den Bürsten unterstützen.

Was Besucher erwartet

2500 Tiere insgesamt, rund 100 Arten aus der Unterwasserwelt, wohnen im Sealife in Timmendorfer Strand. Die Bewohner der Aquarien sind nicht nur Meeres- und Zierschildkröten. Auch Haie, schillernde Fische und Oktopusse können Besucher durch 180 Quadratmeter Fensterfläche hindurch bestaunen. Insgesamt gibt es 40 Becken.

Obwohl das Putzen der Becken mit den Meerestieren im Nacken für den Taucher anspruchsvoll ist: Gefährlich sei es nicht, sagt Tierpfleger Tauscher. Obwohl auch einige Haie durchs Wasser düsen? Der Tierpfleger ist sich sicher: „Der Taucher fällt nicht in ihr Beuteschema.“ Wichtig sei es allerdings schon, keine Hektik zu verbreiten, damit die Pfleger von Fischen und Schildkröten nicht als Feind wahrgenommen werden.

Saskia Bücker

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