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Ostholstein Seltene Kraftprotze und kleine Hingucker: Die Show der Pferderassen
Lokales Ostholstein Seltene Kraftprotze und kleine Hingucker: Die Show der Pferderassen
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18:11 07.09.2019
Während der Nord Ride in Kellenhusen werden etliche seltene Pferderassen und einige kleine Ponys gezeigt. Wie hier Reitlehrerin Alexandra Metzech (vorn) mit Shetlandpony „Falko“ und Frauke Siems mit Shire Horse „Arclid Gautby Flashman“. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Kellenhusen

Was ein für Pferd! Vom Boden bis zum unteren Ende der Mähne ist „Arclid Gautby Flashman“ 1,90 Meter groß. Das acht Jahre alte und etwa 930 Kilogramm schwere Shire Horse – so der Name der seltenen Rasse – zählte Sonnabend zu den Hinguckern auf der Südstrandwiese in Kellenhusen. Erstmals nutzte Mitorganisatorin Karin Drewes die Nord Ride, um den Besuchern 18 seltene Rassen zu präsentieren. Züchter und Besitzer reisten zum Teil aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern an.

Shetlandpony „Falko“ wirkte neben dem britischen Kraftprotz geradezu winzig. Reitlehrerin Alexandra Metzech von der Reitschule Wintershof (Gemeinde Kellenhusen) erklärte im Vorfeld der Veranstaltung, dass der Kleine da sei, um die enorme Größe von „Arclid Gautby Flashman“ zu verdeutlichen. Karin Drewes ergänzte, dass normale Pferde wie ihr eigener Hannoveraner ein Stockmaß – so der Fachbegriff – von 1,65 Meter haben und 550 Kilogramm wiege. Ebenfalls präsentiert wurde unter anderem ein Schleswiger Kaltblut, welches auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen steht sowie ein Exmoor-Pony, ein Belgisches Kaltblut und ein Percheron. In Letzterem soll edles arabisches Blut fließen.

In Kellenhusen steigt die Nord Ride. Zahlreiche Pferde, mal vor Kutschen, mal mit Reitern und mal am Zügel werden präsentiert. Am Sonnabend, 7. September, standen seltene Rassen im Mittelpunkt der Show.

Kellenhusen setzt seit 1994 auf Pferde

Bereits seit 1994 stehen Pferde an einem Wochenende pro Jahr im Mittelpunkt des Geschehens in Kellenhusen. Lange Zeit zog vor allem die Landesreitjagd Reiter und Besucher an. Gemeinsam mit einer Beagle-Meute folgten die Hubertusreiter einer Fuchsfährte. Jedoch ist die Zahl der Teilnehmer im Vergleich zu den Anfängen stark rückläufig.

Wo parken?
Eine Karte zeigt die Plätze in Kellenhusen sowie an der Küste.

Karin Drewes indes ist davon überzeugt, mit den seltenen Pferderassen einen neuen Höhepunkt zu schaffen. „Mein Lieblingsthema sind die vom Aussterben bedrohten Rassen. Pferde sind seit Tausenden Jahren mit Menschen verbunden, in erster Linie als Arbeitstiere“, erläuterte sie und ergänzte, dass ein Shire Horse ursprünglich ein Ritterpferd war und noch heute dazu genutzt werde, Bierfässer zu englischen Kneipen zu transportieren.

Das Sonntags-Programm

Die Nord Ride auf der Kellenhusener Südstrandwiese geht am Sonntag, 8. September, mit folgendem Programm weiter: Um 10 Uhr beginnt eine große Pferdeshow. Zu sehen sein werden unter anderem tanzende Pferde, eine klassische Dressur, Reitkunst, verkleidete Ponys sowie einige seltene Rassen.

Der Hubertusausritt mit Beagle-Meute und Fuchsfährte startet um 14 Uhr. Der Bläserkorps Freischütz Eutin liefert die musikalische Begleitung.

Ab 17 Uhr folgtam Nordstrand das Fuchsschwanzabreiten.

Weitere Infos gibt es auf www.kellenhusen.de/nord-ride.

Elegante Riesen: Shire Horse sind die größten Pferde der Welt

Frauke Siems aus Kaltenkirchen hat ihr Herz an die weltgrößten Pferde bereits 1995 verloren. „Ich habe immer Friesen gezüchtet. Aber die waren für mich zu klein“, erinnerte sie sich. Aktuell habe sie drei der Riesen. Einer von ihnen ist „Arclid Gautby Flashman“. Eine Bekannte zeigte ihr das achtjährige Tier und als sie ihn bei der nationalen Shire-Show in England live sah, habe sie Herzchen in den Augen gehabt. „Diese Pferde sind sehr freundlich und menschenbezogen. Trotz ihrer Größe bewegen sie sich elegant“, sagte Siems und hofft, dass möglichst viele Erwachsene und Kinder ihr Shire Horse kennenlernen.

Der Noriker „Willi Nero“ begeistert die Besucher der Nord Ride

Bei den Besuchern kamen die seltenen Ponys und Pferde gut an. Viele informierten sich über die verschiedenen Tiere und lernten unter anderem „Willi“ kennen. Der 13-jährige 820 Kilogramm schwere Noriker ist ein gebürtiger Österreicher. Und genau dort kommt die Rasse ursprünglich her. Besitzerin Petra Dau bietet eigentlich im Naturpark Aukrug Pferdetouren an. In Kellenhusen ist sie zum ersten Mal. „Mir macht es Spaß, die Rasse zu präsentieren“, erläuterte sie.

Besonders schätzt sie die farbliche Vielfalt ihrer vier Noriker. Ein Einheitsbraun gebe es nicht. Hinzu kommt eine Besonderheit: „,Willi’ ist ein Farbwechsler. Im Winter wird sein kurzes Deckhaar schwarz“, sagte sie und zeigt auf das noch graue Pferd. Sie vermutet, dass das schwarze Haar wärmer ist. Mit am meisten freut sich Petra Dau jedoch darüber, dass es mittlerweile wieder deutlich mehr Noriker in Deutschland gibt, als noch vor zehn Jahren. Dennoch bleiben sie eine von vielen seltenen Rassen.

Von Sebastian Rosenkötter

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