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Ostholstein Sie planen Ostholsteins Bahn-Zukunft
Lokales Ostholstein Sie planen Ostholsteins Bahn-Zukunft
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18:32 26.01.2019
Die neue Bahntrasse durch Ostholstein wird in der Zentrale in Hamburg geplant. Projektleiter Bernd Homfeldt mit René Mohren und Norbert Otto (v.r.).  Quelle: BINDER
Ostholstein/Hamburg

Neuer Trassenverlauf, neue Haltepunkte, neue Bahnübergänge: Für Ostholstein bringt die Schienenanbindung des Belttunnels viele Veränderungen mit sich. Während die einzelnen Maßnahmen zwar regelmäßig mit Vertretern der betroffenen Region abgestimmt werden, wird die Planung maßgeblich von Hamburg aus gesteuert. Ein Besuch in der Zentrale der Deutschen Bahn.

Etwa 45 Mitarbeiter beschäftigen sich dort mit der zukünftigen Zugverbindung von Lübeck nach Fehmarn. „Planungsmäßig sind wir auf der Zielgeraden“, bilanziert Projektleiter Bernd Homfeldt. Noch vor der Sommerpause will sich der Bundestag mit dem Thema befassen, parallel läuft für die ersten Streckenabschnitte bereits das Planfeststellungsverfahren (die LN berichteten).

Für die ersten Abschnitte läuft das Planfeststellungsverfahren

Nathan Luke gehört zum Team für den Bereich Sierksdorf bis Oldenburg. Dort sollen die entsprechenden Unterlagen voraussichtlich bis Anfang April beim Eisenbahnbundesamt eingereicht werden. Letzteres muss das gesamte Vorhaben genehmigen, bevor gebaut werden darf. Losgehen soll es 2021. Er freue sich schon auf den Beginn der Arbeiten, sagt Nathan Luke, darauf, „dass es tatsächlich etwas zu sehen gibt“.

Doch auch die Planungsphase habe ihm Spaß gemacht, berichtet der gebürtige US-Amerikaner, der noch in seiner alten Heimat von der festen Beltquerung erfahren hat. Damals war er mit dem Bau von Kläranlagen befasst. Dann hörte er vom „längsten Absenktunnel der Welt“ und „wollte unbedingt bei diesem spannenden Projekt mitmachen“. Jetzt sei er glücklich mit seiner Rolle im Bahn-Team – besonders, weil „wir so viel mit den Menschen vor Ort zu tun haben, zum Beispiel bei Infoveranstaltungen“.

„Ortskenntnis und Kontakt zu den Ostholsteinern ist wichtig“

Generell verlange er von seinen Ingenieuren, „dass sie nach draußen gehen“, betont Projektleiter Homfeldt. Eine gute Ortskenntnis sei für die Planung genauso entscheidend wie der Kontakt zu den Ostholsteinern. Er habe das Gefühl, dass die Akzeptanz für das Vorhaben im Kreis gewachsen sei – nicht zuletzt deshalb, weil „wir wirklich mit jedem gesprochen haben, der in irgendeiner Weise betroffen ist“.

Für alle von ihnen gibt es im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens noch einmal die Möglichkeit, Einwände zu erheben. Die Pläne werden für jeden Streckenabschnitt öffentlich ausgelegt, bevor ein Beschluss gefasst wird. Auch die Entscheidung des Bundestages zu den Forderungen der Region wird zu gegebener Zeit mit eingearbeitet. Der entsprechende Maßnahmenkatalog wird von den Kommunen zurzeit noch beraten.

Unterlagen für den Bund werden vorbereitet

Bei der Bahn befasst sich mit diesem Thema René Mohren. Als Risikomanager gehört zu seinen Aufgaben in erster Linie, mögliche Ungewissheiten bei der Planung zu kalkulieren. Die Unterlagen für Berlin gehen aber ebenfalls über seinen Schreibtisch. Ein erster Entwurf für die Planung liegt schon beim zuständigen Bundesministerium, im Februar soll das Maßnahmenpaket mit den „Akzeptanzlösungen“ final angepasst werden. Ziel ist ein Konzept, das sowohl von den jeweiligen Kommunen als auch von der Bahn unterstützt wird. Klärungsbedarf gibt es beispielsweise noch in Bad Schwartau und Heringsdorf; beide Orte haben aber mittlerweile signalisiert, dass auch sie auf einen Kompromiss hoffen. Landesverkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hatte erklärt, dass das Land ausschließlich solche gemeinsamen Lösungen unterstützen werde.

„Wir hoffen, dass wir die meisten Ostholsteiner inzwischen abholen konnten“, sagt Bahn-Mitarbeiter Mohren. Die Herausforderung sei natürlich eine andere, wenn in einer Region der Widerstand gegen ein Projekt so groß sei wie hierzulande gegen die feste Beltquerung. Für ihn sei das ab und zu auch ein bisschen frustrierend gewesen, gibt er zu, „Kritik gehört aber nun mal dazu – es ist eben schwer, alle Vorstellungen und Wünsche unter einen Hut zu bekommen“.

Emotionale Debatten beim Lärmschutz

Dass die Debatten manchmal ziemlich hitzig werden können, weiß auch Janina Korczak. Sie ist zuständig für das Thema Lärmschutz – eines der größten Sorgenkinder der Region. Die Kommunen fordern insbesondere beim Schutz vor Lärm und Erschütterung mehr Maßnahmen als gesetzlich vorgeschrieben; das ist einer der Hauptpunkte im Schreiben an den Bund. „Das Thema bewegt verständlicherweise die Gemüter“, erzählt die zuständige Teilprojektleiterin. Sie könne nachvollziehen, wenn Anwohner emotional reagierten – „das darf man nicht persönlich nehmen“. Schön sei es aber, ist sie sich mit ihrem Kollegen einig, wenn mit Betroffenen gemeinsam eine Lösung gefunden werden könne, die für alle Seiten tragbar sei.

Noch alles offen ist derweil bei der Fehmarnsundbrücke. Mit ihr befassen sich Lina Grummel und ihr Team; auch diese Querung spielt eine Rolle für die neue Schienentrasse. Hier stimmt sich die Bahn mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr ab: Noch ist unklar, ob es künftig nach wie vor eine Querung für Züge, Autos und Fußgänger geben wird, oder ob Schiene und Straße voneinander getrennt werden. Geprüft werden aktuell vier Brücken- und Tunnellösungen – jeweils mit und ohne den Erhalt des jetzigen Bauwerks. Lina Grummel: „Das ist auch für uns spannend.“

Jennifer Binder

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