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Ostholstein So geht es mit dem Ausbau der Windkraft in Ostholstein weiter
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19:47 23.01.2020
Zu den neuen Windkraft-Plänen der Landesregierung kann sich die Öffentlichkeit im Internet äußern. Quelle: Boerger/LN-Montage
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Ostholstein

Mit der Verabschiedung des dritten Entwurfs der Windenergie-Regionalpläne sieht sich die Landesregierung auf der Zielgeraden, um den ins Stocken geratenen Windkraftausbau wieder in Schwung zu bringen. Mit den darin geplanten Vorranggebieten für Windkraftanlagen will das Land sein energiepolitisches Ziel verwirklichen, mit Windkraft bis 2025 einen Beitrag von zehn Gigawatt Leistung zu liefern. Im Vergleich zum zweiten Entwurf gab es ein paar Veränderungen, die auch Ostholstein betreffen. Zu den neuen Plänen kann sich die Öffentlichkeit seit dem 13. Januar äußern.

Die aktuelle Planung der Vorranggebiete:Der dritte Entwurf sieht für Ostholstein 34 Vorranggebiete für Neu- und Bestandsanlagen sowie Repowering vor. Mit einer Fläche von 2898 Hektar für die Windkraft entspricht dies 2,08 Prozent des Kreisgebiets und liegt damit fast im Landesschnitt. Im zweiten Entwurf aus dem Sommer 2018 waren es 35 Vorranggebiete mit 2877 Hektar (2,07 Prozent des Kreises). Insgesamt hat sich die Gesamtfläche damit kaum verändert, aber es hat erhebliche Verschiebungen bei den einzelnen Gebiete gegeben. In ganz Schleswig-Holstein sieht der aktuelle Entwurf nun 340 Windenergie-Vorranggebiete mit 31 897 Hektar (2,02 Prozent der Landesfläche) vor.

Diskussion um die Abstandsregelungen: Die aktuellen Pläne der Bundesregierung, höhere Siedlungsabstände gesetzlich vorzuschreiben, haben auf den dritten Planentwurf laut dem Innenministerium keine großen Auswirkungen, da bereits Siedlungsabstände von 1000 Metern bei Standorten ohne Bestandsanlagen eingeführt worden sind. In Ostholstein gibt es allerdings einige Änderungen. Im Entwurf haben in Ostholstein von den 34 Vorranggebieten sieben von den Abstandserhöhungen zur Wohnbebauung profitiert. Im Gegenteil dazu wurden einige andere Gebiete von 800 auf 400 Meter Abstand heruntergestuft, da die Landesplanung die dort befindlichen Wohnsiedlungen zum Außenbereich erklärt hat. Dies betrifft zum Beispiel Koselau und Cismarfelde.

Blick auf andere Flächen:Ein Vorranggebiet südlich von Heiligenhafen wurde aufgrund der Abstandsregelung verkleinert. Jetzt würde es nur noch Platz für etwa vier Windkraftanlagen bieten. Beim Gut Görtz wurde eine neue Fläche in den Plan aufgenommen, die nicht im zweiten Entwurf vertreten war. Auf Fehmarn wurde ein Vorranggebiet gestrichen ebenso wie ein 40 Hektar kleines Gebiet nördlich von Ahrensbök. Hier stehen vier Altanlagen. Probleme mit einem Seeadlerhorst werden dort nicht gesehen. In der Gemeinde Wangels wurden die Vorranggebiete auf 120 Hektar vergrößert, da eine Gefährdung für den Schwarzstorch in dem Bereich laut Begründung des Landes nicht mehr gesehen wird und auch eine umstrittene Fläche bei Hutzfeld ist weiterhin Teil des Regionalplanes.

Windkrafträder nutzen den Wind als erneuerbare Energiequelle. Der Ausbau der Anlagen stockt allerdings deutschlandweit. Quelle: dpa

Beteiligung der Bürger: Die Details der neuen Windplanung, die Darstellung des Planungsprozesses und weitere Informationen sind auf den Internetseiten der Landesregierung unter www.schleswig-holstein.de/windenergie zu finden. Das Online-Tool „Reden Sie mit!“ zur Öffentlichkeitsbeteiligung gibt es unter www.schleswig-holstein.de/windenergiebeteiligung. Sämtliche Unterlagen können dort eingesehen und eine Stellungnahme – pro oder contra – abgegeben werden.

Die Frist zur Stellungnahme endet am 13. März. Dies sind zwei Monate weniger, als noch beim zweiten Entwurf. Für betroffene Städte und Gemeinden in Ostholstein bedeutet das, dass die Politik jetzt gegebenenfalls Sondersitzungen kurzfristig einberufen muss, um ihre Meinung rechtzeitig äußern zu können. Zum zweiten Entwurf gab es landesweit fast 13 000 Seiten an Stellungnahmen. Zum Planungsraum Nummer 3, der auch Ostholstein umfasst, waren es immerhin 7500 Seiten.

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Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) betonte bei der Verabschiedung des Papiers, dass der größte Teil der Windkraftflächen bereits in vorherigen Anhörungen bestätigt worden seien. Er geht daher davon aus, dass die dritte Anhörung auch die letzte sein und es nur begrenzt Einwände geben werde. „Wenn er sich da mal nicht täuscht“, sagt einer der größten Kritiker der Pläne in Ostholstein, Holger Diedrich aus Gosdorf. Das Moratorium, das den Ausbau der Windenergie durch Ausnahmegenehmigungen vorsieht, gehe nur bis Ende dieses Jahres. „Die Landesregierung ist also gezwungen, die Regionalpläne über die Bühne zu bringen.“

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Von Markus Billhardt

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