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Ostholstein Mittelalter-Power: So war das Konzert mit John Kelly und „Elfenthal“
Lokales Ostholstein Mittelalter-Power: So war das Konzert mit John Kelly und „Elfenthal“
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17:53 22.10.2019
John Kelly und Maite Itoiz haben ihr Publikum in Oldenburg mit einer Rock-Symphonie musikalisch ins Mittelalter zurückversetzt. Quelle: Saskia Bücker
Oldenburg

So ein Konzert gibt es nicht alle Tage zu hören, schon gar nicht in Oldenburg. Besucher-Magnet John Kelly, noch bekannt als Gitarrist und Schlagzeuger der Kelly Family, und seine Band „Elfenthal“ rockten die Bühne in der Blain-Halle mit starken Gesangseinlagen und einer ungewöhnlichen Mischung der Musikstile.

Rock-Symphonie heißt das, eine Kombination aus basslastiger Basis, hohem Sopran-Operngesang, Mittelaltertanz mit Schwert, Ballett-Einlagen und einem Bühnenoutfit mit Gothic-Touch vor Wald-Kulisse. Selbst das Licht-Konzept spiegelte die mystische Stimmung: schummrig, neblig, Scheinwerfer in dunkelgrün und dunkelrot.

Mit viel Energie, Mittelalter-Rhythmen zum Mitklatschen und einer emotionalen Bühnen-Performance rockte John Kelly mit seiner Band „Elfenthal“ die Bühne in der Oldenburger Blainhalle. Der Konzertabend in Bildern.

John Kelly hat „Elfenthal“ mit Ehefrau entwickelt

„Hoch mit der Lautstärke“, befeuerte Front-Sängerin Maite Itoiz ihre Band und die Fans gleich zu Beginn. „Lasst uns gemeinsam rocken!“ Die spanische Produzentin und Sopran-Sängerin ist seit 2001 mit John Kelly verheiratet. Das Paar macht gemeinsam Musik, hat bereits drei Alben aufgenommen, zuletzt mit „Elfenthal“, das eine musikalische Zeitreise ins Mittelalter unternimmt (An Ancient Story, 2010).

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Die Live-Show lebt von der Interaktion des Paares. John Kelly und Maite Itoiz singen im Duett, teils schwindelerregend hoch. Sie spielen Gitarre, Bass, Blockflöte. Sie tanzen, wie damals im Mittelalter. Und sie necken sich liebevoll vor dem sichtlich amüsierten Publikum. „Sag etwas auf Deutsch“, forderte Maite Itoiz ihren Mann mit spanischem Akzent auf. „Maite, du kannst das doch viel besser“, erwiderte hingegen John Kelly schmunzeln in perfektem Deutsch.

Fans von John Kelly feierten den Song „Freedom“

Die Band spielt solide und ist eine internationale Gruppe mit einem Ukrainer am Cello, einem Bassisten aus Spanien, einem Schlagzeuger aus Köln sowie einer Pianistin aus Osnabrück. Gänsehaut-Momente gab es für die Fans viele, vor allem aber beim Song „Freedom“. Es ist ein episches Stück, bei dem die Sänger die Arme weit auseinanderfalten, mit schlagender Hand auf der Brust ein pochendes Herz symbolisieren.

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Für „Elfenthal“ war die Show in Oldenburg das einzige Deutschland-Konzert in diesem Jahr. John Kelly gab sich gerührt über die Hunderten Fans, die sich in der Blain-Halle auf Stühlen sitzend der speziellen Mystik hingaben. „Ich hab gehört, viele von euch sind von überall hergekommen“, zeigte sich der Musiker erfreut. Eine besonders weite Anreise hatte beispielsweise Astrid Meyer. „Ich bin von Freiburg aus 18 Stunden mit dem Bus angereist, um John zu sehen“, sagt die 50-Jährige. Er sei immer schon ihr Kelly-Favorit gewesen, zusammen mit Maite Itoiz auf der Bühne harmoniere er perfekt.

Eine große Gemeinschaft: Kelly-Fans vernetzen sich

Die Freundinnen Jessica Krull (38) und Gettina Gurrera (39) sind allgemein auf der „Mittelalter-Schiene“, erzählen die aus Osnabrück und Bremen angereisten Fans. Früher seien sie Brieffreunde gewesen, hätten da schon ihr gemeinsames Interesse für Fantasy und auch die Musik der Kellys entdeckt. „Wir treffen uns seit Jahren immer wieder auf Konzerten in ganz Deutschland“, erzählt Jessica Krull. Viele Kelly-Fans vernetzen sich übers Netz und seien eine eingefleischte Gemeinschaft, erzählt Katy Hammerstein (48). Sie ist mit Kathrin Schmidt (42) aus Berlin angereist. Vor einem Jahr haben sie sich bei einer Autogramm-Stunde von Angelo Kelly kennengelernt.

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Doch auch viele Oldenburger gaben sich der Rock-Symphonie hin. Etwa die Schwestern Anja Peter (48) und Bianca Kruse (45). Sie erinnern sich noch genau, wann sie John Kelly das erste Mal gesehen haben. Damals, im Fernsehen. „Er war zwölf Jahre alt, ich war neun“, weiß Anja Peter. Jahrelang reisten die Schwestern zu Konzerten mit ihm, sogar bis nach England. Sie habe es gar nicht glauben können, dass er nun mit „Elfenthal“ ein Konzert in Oldenburg gibt. Ihr Konzert-Fazit: „Sehr schön, sehr mittelalterlich.“

Sie könne sich allerdings vorstellen, dass die Konzertbesucher mit ihrem typisch norddeutsch-verschlossenem Verhalten eine Herausforderung für die Musiker sind. „Es braucht Zeit, bis die Leute in Bewegung kommen.“ Zur zweiten Hälfte des Konzerts taute das Publikum dann aber richtig auf. Viele erhoben sich von den Stühlen – und klatschten begeistert im Takt mit.

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Von Saskia Bücker

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