Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein So werben Gymnasien in Ostholstein um neue Schüler
Lokales Ostholstein So werben Gymnasien in Ostholstein um neue Schüler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:59 19.12.2019
Testlauf für das neue Angebot „Weber plus“ am Eutiner Weber-Gymnasium: Dieses beinhaltet auch den Themenbereich Forschen: Unter Anleitung von Biologielehrer Robert Wappler vergleichen die Schüler den Bau von Tannennadeln und Laubblättern. Quelle: Ulrike Benthien
Eutin

1560 Viertklässler werden im kommenden Sommer in Ostholstein auf weiterführende Schulen wechseln. Damit rechnet der Kreis nach den Zahlen der Herbststatistik. Circa ein Drittel der Kinder wird an Gymnasien angemeldet werden. Sie werben mit Informationsabenden und Aktionen wie Tag der offenen Klassenzimmer um Zugänge. Das Eutiner Carl-Maria-von-Weber-Gymnasium will mit seinem neuen Angebot „Weber plus“ zum Schuljahr Eltern und vor allem Kinder für sich gewinnen. Die Schule hatte im Sommer 2019 das Nachsehen gegenüber dem zweiten Gymnasium in der Stadt: Während die Johann-Heinrich-Voß-Schule vier Klassen mit insgesamt 104 Schülern eröffnen konnte, waren es an der Weber-Schule nur zwei Klassen mit insgesamt 51 Kindern.

Weber- und Voßschule: Kooperation statt Konkurrenz

„Unser Alleinstellungsmerkmal als G9-Schule ist weggefallen. Also mussten wir uns etwas einfallen lassen“, sagt Schulleiterin Iris Portius, die die Voß-Schule dennoch nicht als Konkurrenz betrachten möchte, sondern eher Kooperationen mit ihr anstrebt. Das Angebot „Weber plus“ wird es in den Bereichen Sport, Forschen, Musik, Kunst und Medien geben. Orientierungsstufenleiter Stefan Wandelt hat es mit einem Team erarbeitet und sagt selbstbewusst: „Es wird wegweisend für die nächsten Jahre der Weber-Schule sein.“

Iris Portius, Schulleiterin Weber-Gymnasium Eutin: „Das ,Weber plus’-Programm ist ein Zusatzangebot.“ Quelle: Ulrike Benthien

Wandelt spricht davon, „die natürliche Neugierde von Kindern zu wecken. Sie sollen innerhalb von selbst gewählten Neigungsgruppen miteinander arbeiten, lernen, sich gegenseitig inspirieren, um ihre Potenziale zu entfalten.“ „Weber plus“ sei ein Zusatzangebot für die kommende Klassenstufe 5. Darin würden keine Unterrichtsinhalte vorweggenommen, sodass keinem Schüler ein Nachteil entstehen könne, betont Iris Portius.

„Weber plus“ ist klassen- und fächerübergreifend

Die künftigen Orientierungsstufenschüler müssen sich verbindlich für eines der fünf Angebote entscheiden. Maximal können 25 Mädchen und Jungen an einem Angebot teilnehmen. „Die 90 Minuten pro Woche werden in den normalen Stundenplan eingebaut. So ist gewährleistet, dass keine Mehrarbeit für Schüler und Lehrer anfällt. Und es werden keine Noten vergeben“, versichert Stefan Wandelt. Die Angebote sollen klassenübergreifend und fächerübergreifend sein, so bündelt zum Beispiel „Forschen“ alle Naturwissenschaften.

Die 5. und 6. Klassen haben das Zusatzangebot „Weber plus“ bereits getestet – ein Probelauf für den Infoabend im Februar, bei dem das neue Programm vorgestellt wird. In der Sparte Forschen haben die Schüler bei Biolehrer Robert Wappler und Physiklehrer Pierre Petersen beispielsweise Phänomene rund um das Thema Weihnachten untersucht. „Warum erlischt ein Teelicht unter einem Glas? Was unterscheidet den Bau von Tannennadeln im Vergleich zu dem von Laubblättern?“ waren einige Fragen, denen nachgespürt wurde.

Junge Forscher auf Albert Einsteins Spuren

Zuvor wollten die Lehrer von den Schülern aber wissen: „Was versteht ihr unter Forschen?“ Bela (12) sagte: „Forschen ist für mich Entdecken und Spaß.“ Für Anne (11) bedeutet Forschen: „Wenn man versucht, etwas herauszufinden.“ So habe es auch Albert Einstein, der berühmte Physik-Nobelpreisträger aus dem Jahr 1921 formuliert, sagte Robert Wappler. Einstein habe es so ausgedrückt: „Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.“

Bei den anderen „Weber plus“-Angebote wurden am Mittwoch kleine Bilder, weihnachtliche Karten und E-Books erstellt, Stimmgabeln und die eigenen Stimme untersucht, sowie Ballsportarten und Kletter-Parcours ausprobiert.

Mehr Artikel aus Ostholstein

Voß-Gymnasium setzt auf Tag der offenen Klassenzimmer

Die Eutiner Voß-Schule wird sich im Februar erneut mit einem Tag der offenen Klassenzimmer präsentieren. Ein seit 2013 bewährtes Format, sagt Schulleiterin Tanja Dietrich. Kinder und Eltern könnten im Unterricht hospitieren, in der Mensa mit Lehrkräften und Elternvertretern ins Gespräch kommen. Verschiedene Projekte aus den Bereichen Naturwissenschaften, Kunst und Musik würden sich vorstellen, die Theater AG biete eine offene Probe. Besondere Angebote der Orientierungsstufe seien die Naturforscher- und Musikklassen, sagt Tanja Dietrich. „Sie haben uns in den vergangenen Jahren besonders ausgezeichnet.“ Für Schüler der Orientierungsstufe gebe es zudem die Begabtenförderung „Pfiffikus“.

Ostsee-Gymnasium setzt auf Wald und Meer

Auch das Ostsee-Gymnasium in Timmendorfer Strand bietet – zusätzlich zum Info-Elternabend – zum Kennenlernen einen Tag der offenen Tür an. „Erstmals an einem Sonnabend“, sagt Schulleiterin Dr. Cordula Braun. Die möglichen künftigen Schüler dürften in den Unterricht hineinschnuppern und eine kleine Rallye absolvieren, die Eltern würden durch die Schule geführt und könnten sich mit anderen Eltern und Elternvertretern austauschen. Das Ostsee-Gymnasium verfolge das Konzept „Schule zwischen Wald und Meer“, sagt Cordula Braun. „Wir haben eine Wald- und eine Meerklasse und versuchen, das jeweilige Motto in die verschiedenen Fächer zu integrieren, wo immer es geht.“ Die Schule überlege, zum Sommer 2020 eine Musikklasse einzuführen – „als Grundstock für unsere sehr erfolgreiche Big Band und die Junior Big Band“.

Schwerpunkte im Leibniz-Gymnasium sind Naturwissenschaften

Das Leibniz-Gymnasium in Bad Schwartau hat seinen Tag der offenen Tür für potenzielle neue Schüler bereits in den November vorgezogen. „In den Grundschulen wird ja bereits jetzt über die weiterführenden Schulen gesprochen. Und das Zeitfenster im Februar ist sehr eng. So können sich Eltern und Kinder ohne Zeitdruck informieren“, argumentiert Schulleiter Dr. Johannes Matlok. Die Veranstaltung sei sehr gut besucht gewesen, seine Schule habe ihre naturwissenschaftliche, physiklastige Orientierung herausgestellt und darüber hinaus mit ihren AGs, Auslandsaufenthalten und Wirtschaftspraktika für sich geworben.

Info-Veranstaltungen für Viertklässler und ihre Eltern

Carl-Maria-von-Weber-Gymnasium, Plöner Straße 15, Eutin: Mittwoch, 12. Februar, 17 bis 19 Uhr, Sporthalle

Johann-Heinrich-Voß-Gymnasium, Bismarckstraße 14, Eutin: Sonnabend, 15. Februar, 8.30 bis 12 Uhr, Tag der offenen Klassenzimmer

Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Adolf-Friedrich-Straße 1, Oldenburg: Dienstag, 11. Februar, um 18 Uhr Sextaner-Info-Abend

Ostsee-Gymnasium, Am Kuhlbrook, Timmendorfer Strand: Freitag, 14. Februar, 19 Uhr Info-Elternabend; Sonnabend, 15. Februar, 9 bis 12 Tag der offenen Tür

Leibniz-Gymnasium, Lübecker Straße 75, Bad Schwartau: Donnerstag, 6. Februar, 17.30 Uhr

Gymnasium am Mühlenberg, Ludwig-Jahn-Straße 13, Bad Schwartau: Donnerstag, 13. Februar, 16 Uhr

Küstengymnasium Neustadt, Butzhorn 85: Sonnabend, 15. Februar, 10 bis 14 Uhr

Infoabend in Oldenburg: mit Experimenten und echten Schlangen

Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Oldenburg hält an seinem „etablierten“ Sextaner-Infoabend fest. Während die Eltern von Schulleiter André Bigott, weiteren Lehrkräften, der Schülervertretung und dem Schulelternbeirat über das Schulleben ins Bild gesetzt werden, haben die Kinder Gelegenheit, in Kleingruppen ihr mögliches neues Umfeld kennenzulernen. „Auf großes Interesse stoßen immer Experimente im Chemie- und Physikraum sowie unsere Schlangen in Terrarien in der Biologie. Wir lockern den Abend auch gern auf, indem sich Lateinlehrer als Römer verkleiden zum Beispiel“, sagt der Schulleiter. André Bigott unterrichtet selbst Latein und kündigt an: „Das mache ich zur Not auch selbst.“

Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium stellt sich am Dienstag, 11. Februar, um 18 Uhr bei einem Sextaner-Info-Abend vor Quelle: Jennifer Binder

Von Ulrike Benthien

Der Pressesprecher der Bundespolizei in Kiel geht nach mehr als 46 Jahren in den Ruhestand. Gerhard Stelke war in dieser Zeit viel unterwegs und hat einiges erlebt – auch in Lübeck und Ostholstein.

19.12.2019

Die Steuern werden auch im kommenden Jahr sprudeln, doch auf die Gemeinde kommen gewaltige Ausgaben zu. Allein für die Sanierung des ETC sind im ersten Schritt 4,25 Millionen Euro fällig.

19.12.2019

Das Feuer im Pönitzer Silo am vergangenen Montag weckt Erinnerungen: Am 22. Juli vor 36 Jahren gab es an gleicher Stelle einen Großbrand – damals ein verheerendes Inferno. Nur knapp bewahrte die Feuerwehr den Ort vor einer Katastrophe.

19.12.2019