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Ostholstein Anbau und Umbau: So will Sana sanieren
Lokales Ostholstein Anbau und Umbau: So will Sana sanieren
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21:33 23.05.2019
Die Sana-Klinik in Eutin in ihrer heutigen Gestalt. Der geplante Neubau soll sich rechts vom Haupteingang an das gelbe Gebäude anschließen. Quelle: Susanne Peyronnet
Eutin

Die Sana-Geschäftsführung hat das Konzept für die Sanierung der Eutiner Klinik vorgestellt. In der Sitzung des Kreis-Sozialausschusses erläuterten Geschäftsführer Florian Glück und Sana-Immobilienentwickler Marco Neumann, wie das Klinikgebäude Schritt für Schritt trockengelegt werden soll. In dem Gebäude bereiten seit Jahren Wasserschäden massive Probleme. Außerdem sind Arbeiten für den Brandschutz notwendig.

Zusammenfassend steht über dem Konzept: „Sanierung ist als Kernsanierung möglich“. Sprich: Die bestehende Klinik kann in einen Zustand versetzt werden, in dem es keine weiteren Wasserschäden gibt und die Folgen der ständig feuchten Wände beseitigt werden. Das alles im laufenden Betrieb. Um das zu verwirklichen, sind allerdings diverse Umzüge notwendig. Was das Vorhaben kosten könnte, dazu gibt es von Sana noch keine Angaben.

Umsetzung bis 2029

Sana hat laut Konzept das Ziel, die Sanierung innerhalb von zehn Jahren umzusetzen. Start ist in der Kinderheilkunde. Einige von den Räumen stehen bereits seit Längerem leer. Die Pädiatrie war 2017 wegen eines Wasserschadens in andere Räume umgezogen. Geht alles nach Plan, soll die Station 2021 wieder in ihre alten, dann kernsanierten Räume einziehen.

Immer wieder Wasserschäden

Minderwertige Kupferrohre sind die Ursache für fortgesetzte Wasserschäden in der 2002 errichteten Eutiner Klinik. Immer wieder sind Wände durchfeuchtet, findet sich hinter Latextapeten und unter PVC-Fußböden Schimmel. Ursache ist offenbar Pfusch am Bau. Probleme gab es bereits im Jahr 2003, ein Jahr nach Inbetriebnahme des Gebäudes.

Damals gehörte die Klinik noch dem Kreis Ostholstein. Sana hat sie im Jahr 2004 übernommen und seitdem 104 Rohrbrüche festgestellt. Immer wieder wurde vom Klinikbetreiber investiert, um die Schäden zu beheben. Ohne dauerhaften Erfolg.

Äußerlich sichtbare Veränderungen auf dem Sana-Gelände gibt es laut Konzept ab 2023. Dann soll sich direkt neben dem Haupteingang ein neuer Trakt an das Hauptgebäude anschließen, dort, wo jetzt einige wenige Parkplätze sind. Dieses Gebäude soll im Untergeschoss Zentralsterilisation, Labor und Dialyse aufnehmen und in den übrigen zwei Etagen Herzkatheterlabor, Endoskopie, Radiologie, Operationssäle, Intensivstation und eine Bettenstation.

Ein neuer Klinikteil

Dieser Anbau ist bereits lange im Gespräch. In ihn sollen Stationen während der Bauarbeiten der Klinik ausgelagert werden. Für den Neubau hat das Land bereits vor Jahren eine Förderung von neun Millionen Euro in Aussicht gestellt. Das Geld liegt in Kiel abrufbereit. Nach und nach sollen alle Stationen in den Neubau umziehen, ihre ursprünglichen Räume saniert und anschließend die Rückkehr in diese vollzogen werden. Einzig ein nach hinten heraus liegender Teil des Krankenhauses soll laut Konzept am Ende, voraussichtlich 2029, abgerissen werden. Der neue Anbau bleibt stehen.

Das Bettenhaus wird nach und nach saniert. Die jeweiligen Stationen ziehen dafür um. Quelle: Susanne Peyronnet

Dieses Sanierungskonzept liegt auch im Kieler Gesundheitsministerium, eingereicht von Sana Mitte April. So ganz zufrieden ist die Fachabteilung im Kieler Gesundheitsministerium aber offenbar noch nicht. „Die uns vorliegenden Unterlagen müssen um weitere ergänzt werden, um eine aussagekräftige fachliche Prüfung vorzunehmen. Anfang Juni findet daher auf Arbeitsebene ein Gespräch mit der Geschäftsführung der Sana-Klinken Ostholstein statt“, teilte Ministeriumssprecherin Susann Wilke am Donnerstag mit. Es müssten noch bauliche Überlegungen ergänzt werden, zuvor sei zudem insbesondere ein medizinisches Konzept notwendig, heißt es weiter aus dem Ministerium.

Kiel drückt aufs Tempo

Im Hintergrund der Sanierungsfrage steht immer noch die aufgeschobene Übernahme der Sana-Kliniken Ostholstein durch die Ameos-Gruppe. Das Bundeskartellamt hatte Anfang April schwere Bedenken dagegen geäußert, woraufhin Sana und Ameos ihren Antrag zunächst zurückzogen. Beide halten aber an ihren Plänen für eine Übernahme fest. Gleichzeitig hat Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) stets Druck auf Sana gemacht, ein Sanierungskonzept für die Eutiner Klinik vorzulegen. Aus dem Ministerium hieß es am Donnerstag: „Die bauliche Sanierung des Standortes Eutin hat für das Ministerium weiterhin eine hohe Priorität und muss auch unabhängig von den Eigentumsverhältnissen vorangetrieben werden.“

Mehr zur Sana-Übernahme

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Susanne Peyronnet

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