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Ostholstein So wird der knackige Apfel zum leckeren Most
Lokales Ostholstein So wird der knackige Apfel zum leckeren Most
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07:00 25.10.2019
Nach dem gründlichen Waschen (rechts) werden die Äpfel geschreddert. Die Maische, die dabei entsteht, wird in Leinentücher gefüllt und anschließend ausgepresst. Quelle: Louis Gäbler
Altgalendorf

Oktober ist Erntezeit: Wer Apfelbäume in seinem Garten stehen hat, kann sich jetzt über knackige, rote Früchte freuen. Auch wenn die Ernte längst nicht so üppig ausfällt wie 2018 – bei der Verarbeitung der Vitaminspender sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Entweder man genießt sie als frisches Obst, als Apfelmus, Chutney, Marmelade, auf dem Kuchen oder in Keksen. Wer seine Ernte auch mal zu Saft pressen lassen möchte, der kann sie nach Altgalendorf bringen. Der Bio-Obsthof Lafrenz ist die einzige Mosterei im nördlichen Ostholstein.

„Die Apfelsaison 2019 ist leider deutlich schwächer als im Vorjahr“, sagt Stefan Domke, Chef des Obsthofes Lafrenz in Altgalendorf bei Oldenburg. In der Lohnmast, so nennt er die Verarbeitung im Auftrag der Privatkunden, hätte man lediglich ein Viertel des Vorjahres vom Baum geholt. Auf seiner rund 40 Hektar großen Plantage (37 Hektar Äpfel, 2,5 Hektar Sauerkirschen) sehe es etwas besser aus: „Dort werden wir etwa die Hälfte des Vorjahres haben“, sagt Domke. Der Grund des schlechteren Ertrages: Im Frühjahr hatten viele ältere Bäume Blütenfrost bekommen.

So wird der Apfel zum Saft

Jeder bekommt, was er angeliefert hat

Zurück zur Lohnmost: Alles was der Kunde vom Baum geholt und nach Altgalendorf gebracht hat – ob in Eimern, Kisten oder ganzen Anhängerladungen – wird in eine persönliche Holzbox gekippt und dann gewogen. „Manche bringen nur 30 bis 40 Kilo, andere dagegen schon mal eine Tonne Äpfel“, sagt Domke. „Unsere Geschäftsidee ist, dass jeder das wiederbekommt, was er bringt.“ Nicht jeder glaube das sofort. „Aber ich kann’s beweisen“, sagt Domke und deutet auf die vielen Boxen. Die Aufträge werden „immer schön Kunde für Kunde, also Box für Box“ abgearbeitet. Da werde nichts vermischt, sondern alle Lieferungen einzeln auf die Reise durch die riesige Obsthalle geschickt.

Aus der Maische wird Trester

Am Anfang dieser Reise steht die Waschmaschine. Hier werden alle Äpfel gründlich gereinigt. Erst danach geht es für die Früchte über ein kurzes Transportband hoch in den Schredder. Was hier rauskommt, ist die Maische. Dieser Brei wird von einem Arbeiter in ein Leinentuch geschaufelt, das Tuch anschließend zusammengefaltet. Von diesen Kissen werden mehrere übereinander gestapelt. Der Turm wird durch einen Hydraulikzylinder mit einem Druck von 200 bar gepresst.

40 Hektar Äpfel und Kirschen

Zwischen 20 und 30 Erntehelfer– überwiegend aus Polen – beschäftigt der Obsthof zwischen Mitte September und Ende Oktober, hinzu kommen drei festangestellte Mitarbeiter. Sie alle sorgen für einen reibungslosen Betrieb – vom Ernten der Apfel- oder Sauerkirschbäume über die Saftpresse bis hin zur Abfüllanlage. Von 40 Hektar Anbaufläche sind 2,5 Hektar mit Sauerkirschen bepflanzt. Es gibt zudem einige Pfirsich- und Birnbäume mit Früchten für den Hofladen.

Der Saft sprudelt jetzt nur so, und wird in unterschiedlichen Bottichen aufgefangen. Im Großkocher – am anderen Ende der Halle – wird er auf 80 Grad erhitzt und so haltbar gemacht. Was von der Maische übrig bleibt, heißt nun Trester. Ein Landwirt verfüttert es an Rinder und Schweine. „Es wird unter Maissilage gemischt, die bekommt dadurch einen leckeren Apfelgeschmack“, sagt Domke.

Brei aus Schalen und Vitaminen

Einmal pro Woche geht so ein Anhänger vom Hof in Richtung Lübbersdorf. „Die Kombination mit der Silage ist nicht nur schmackhaft für die Tiere, sondern wohl auch überaus gesund“, erklärt Domke. Immerhin sei der leckere Brei voller Obstschalen, Mineralien und Vitaminen. Der Lübbersdorfer Landwirt habe ihm berichtet, dass seine Kühe keine Trächtigkeitsprobleme mehr hätten, seitdem sie dieses Futter bekommen.

Abgefüllt in reißfeste Fünf-Liter-Beutel und mit einem festen Verschluss versehen, ist der Saft jetzt konserviert und für die kommende Winterzeit monatelang haltbar gemacht. Wenige Tage nach der Anlieferung kann der Kunde seinen fertigen Apfelsaft bereits wieder abholen. Pi mal Daumen gelte folgendes, sagt Domke: Aus 100 Kilogramm Äpfeln pressen die Maschinen des Obsthofes rund 65 Liter Apfelsaft.

Jede Menge Apfelsorten im Angebot

Wessen Ernte im heimischen Garten nicht ertragreich genug war, der kann bei Domke auch noch beliebig viele Kilogramm Äpfel hinzukaufen. In seinem Angebot sind Holsteiner Cox, Elstar, Jonagored, Topaz, Ingrid Marie, Boskop und Santana. Egal in welcher Form, die Äpfel schmecken und bringen einen fit und gesund durch den Winter.  

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Von Louis Gäbler

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