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Ostholstein So wird jungen Familien geholfen
Lokales Ostholstein So wird jungen Familien geholfen
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14:20 07.10.2019
Die Koordinatorinnen der Familienzentren mit den Frühen Hilfen feiern den 10. Geburtstag der Einrichtungen in Ostholstein. Quelle: Markus Billhardt
Neustadt

Schwangeren, Alleinerziehenden und Familien mit Kindern bis sechs Jahren Frühe Hilfen anbieten zu können, das ist das Ziel der sieben Familienzentren im Kreis Ostholstein. 2009 begann die Arbeit der Einrichtungen, die sich mittlerweile von Fehmarn bis Bad Schwartau erstrecken. Wer Beratung in Erziehungsfragen wünscht, sich erschöpft oder überfordert fühlt, in belastenden Situationen lebt, oder wem das familiäre Netzwerk vor Ort fehlt, der kann sich an die Familienzentren wenden und Hilfe in Anspruch nehmen.

Individuelle Hilfemaßnahmen erfahren

„Die Geburt eines Kindes ist ein toller Moment, aber junge Mütter treiben auch Sorgen an: Klappt das alles, bekomme ich das hin? Daher ist es wichtig, frühzeitig Unterstützung zu erfahren“, erklärt Katja Karschall, Diplom-Pädagogin und Koordinatorin in den Familienzentren Neustadt und Oldenburg. Die Problemlagen können sehr unterschiedlich sein, sagt Frithjof Lörchner, Jugendhilfeplaner beim Kreis Ostholstein. Die Koordinatorinnen seien die ersten Ansprechpartner und könnten nach ersten Gesprächen die individuellen Hilfsmaßnahmen einleiten.

Die Familienzentren mit den Frühen Hilfen unterstützen Familien und ihren Nachwuchs. Quelle: Markus Billhardt

So setzen die Einrichtungen Hebammen oder andere Helferinnen ein, die Familien in akuten Krisen in ihrem häuslichen Umfeld begleiten und Hilfe zur Selbsthilfe leisten sollen. Außerdem bringen ehrenamtliche Paten zu den Familien oder bieten Elternbildung und -beratung an. „Wir haben eine große Bandbreite der Frühen Hilfen in Ostholstein“, sagt Lörchner.

Der Kreis sei damals mit der Umsetzung des Gesetzes zur „Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendschutzes in Schleswig-Holstein“ einen besonderen Weg gegangen. Nichts ginge dabei ohne die Unterstützung der freien Träger und die Kommunen.

Die Familienzentren in Ostholstein

Familienzentrum Ahrensbök: Lindenstraße 9b, Telefon 045 25/493-084, info@jugendpflege-ahrensbök.de.

Familienzentrum Bad Schwartau: Eutiner Straße 10, Telefon 04 51/92 93 28, familienzentrum@lebenshilfe-ostholstein.de. Außenstelle Ratekau: Rosenstraße 3, Telefon 045 04/70 88 87 26, fzratekau@lebenshilfe-ostholstein.de.

Familienzentrum Eutin: Albert-Mahlstedt-Straße 28, Telefon 045 21/830 90 88 oder 0171/119 78 42, familienzentrum-eutin@kinderschutzbund-eutin.de.

Familienzentrum Fehmarn: Blieschendorfer Weg 13, Telefon 043 71/800 06 83 oder 0178/294 20 88, familienzentrum-fehmarn@dksb-heiligenhafen.de.

Familienzentrum Heiligenhafen: Breslauer Straße 19, Telefon 043 62/500 57 09 oder 0157/50 36 11 15, familienzentrum-heiligenhafen@dksb-heiligenhafen.de.

Familienzentrum Neustadt: Rosengarten 10, Telefon 045 61/524 81 83, familienzentrum@kinderschutzbund-oh.de.

Familienzentrum Oldenburg: Johannisstraße 33, Telefon 0160/96736965 oder 0151/5014 30 24, familienzentrum-oldenburg@dksb-heiligenhafen.de.

Unterstützung durch verschiedene Träger

Die Gemeinde Ahrensbök hat die Trägerschaft für das Familienzentrum vor Ort, die Lebenshilfe Ostholstein kümmert sich um das Zentrum in Bad Schwartau mit der Außenstelle Ratekau, der Deutsche Kinderschutzbund ist durch seine Ortsverbände Träger der Einrichtungen in Eutin, Neustadt, Oldenburg, Heiligenhafen und Fehmarn. „Zehn Jahre Familienzentren – ich finde, das kann sich sehen lassen“, findet auch Landrat Reinhard Sager. Eltern seien in der Erziehung mehr denn je gefragt. „Die Anforderungen durch den gesellschaftlichen Wandel sind gestiegen“, sagt Sager und verweist unter anderem auf den Medienkonsum und den Umgang damit.

Zehn Jahre Familienzentren mit den Frühen Hilfen im Kreis Ostholstein: Auch Staatssekretär Dr. Matthias Badenhop aus dem Sozialministerium gratuliert. Quelle: Markus Billhardt

Wichtig sei, dass die niederschwelligen Angebote gut erreichbar sind, daher seien die Familienzentren im gesamten Kreis gut verteilt. „Und es ist ein Erfolgsmodell“, sagt der Landrat. Ihm pflichtet auch der Staatssekretär aus dem Sozialministerium, Dr. Matthias Badenhop, bei: „Die Frühe Hilfe kann den Lebensgang der Kinder positiv beeinflussen. Das Kindeswohl treibt uns an. Wir können dafür sorgen, dass Kinder gesund aufwachsen, Persönlichkeit entfalten und ihre Chancen nutzen können.“

Von Elterncafé bis Babysimulator

In den vergangenen fünf Jahren hätten sich im ganzen Land 120 Familienzentren mit ganz unterschiedlichen Konzepten entwickelt, erläutert Badenhop. Ostholstein stehe gut da und sei in zehn Jahren gewachsen. Elterncafés, Babytreffs, Geburtsvorbereitungen, Projekte mit Babysimulatoren, bei den schon Jugendliche ab der achten Schulklasse das Erleben von Elternschaft realitätsnah vermittelt wird, und noch vieles mehr ist in den Angeboten der Familienzentren zu finden. Und so stellt der Staatssekretär heraus: „Es ist Zeit, ganz herzlichen Dank zu sagen, dass Kinder in Ostholstein eine bessere Zukunft vor sich haben.“

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