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Ostholstein Sorgen um den Gesundheitsstandort
Lokales Ostholstein Sorgen um den Gesundheitsstandort
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21:10 22.11.2017
Seit 15 Jahren verfügt Eutin über ein modernes Krankenhaus. Jetzt hat sich herausgestellt, dass es erhebliche Baumängel gibt. Quelle: Foto: Bücker
Eutin

„Wenn es dazu kommt, dass das Gebäude geräumt werden muss, haben wir ein großes Problem“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende im ostholsteinischen Kreistag, Burkhard Klinke. Ob es so weit kommt, hängt davon ab, welche Auswirkungen die Wasserschäden auf das Gebäude haben und was das Gesundheitsamt bei Messungen feststellt. „Wir wissen alle: Wasser bedeutet Schimmel. Das kann man nicht schönreden“, sagt Klinke. Schimmel, der bereits hinter Trockenbauwänden in der Klinik entdeckt wurde. Nach LN-Informationen sollen vor einigen Wochen Mitarbeiter über Husten geklagt haben, einige sogar erkrankt sein.

Noch läuft alles in der Eutiner Sana-Klinik wie immer. Doch das Gebäude bereitet nicht nur dem Betreiber, sondern auch den Politikern von Kreis und Land erhebliche Sorgen. Nachdem die massiven Wasserschäden bekannt wurden, geht es jetzt um die Zukunft des Klinikbetriebes.

Hoher Zuschuss

47,5 Millionen Euro steuerte das Land zum Neubau der Sana–Klinik Eutin bei. Sie wurde für 65 Millionen Euro errichtet und 2002 eingeweiht.

10 500 Quadratmeter Nutzfläche stehen im Klinikgebäude zur Verfügung.

LN-Leser treibt die Sorge um, ob ihre neugeborenen Kinder durch Schimmelsporen Schäden davongetragen haben könnten. Nach Auskunft des Fachdienstes Gesundheit des Kreises sind Säuglinge besonders gefährdet, da deren Immunsystem noch nicht vollständig aufgebaut ist. Weiter heißt es von dort: „Es ist nicht auszuschließen, dass bei Säuglingen und Kindern, die längere Zeit Feuchtigkeitsschäden oder Schimmelbefall in Wänden ausgesetzt waren, in der Folge Atemwegsbeschwerden auftreten können und im weiteren Verlauf auch die Diagnose Asthma gestellt werden kann.“

Ob und wie sehr die Atemluft in der Klinik belastet ist, werden Messungen ergeben. Gestern am späten Nachmittag gab es einen ersten Erörterungstermin mit der Klinikleitung und dem Gesundheitsamt. Ein Termin, auf den Sana laut Klinik-Sprecher Michael Hesse sehnlichst gewartet hatte. Klarheit über die Zukunft des Eutiner Klinikgebäudes wird es erst in Tagen oder Wochen geben. Klar ist jedoch, dass eine Sanierung des Gebäudes teuer, sehr teuer wird. Von 20 bis 40 Millionen Euro ist die Rede. Landrat Reinhard Sager (CDU) sagte, die Klinikleitung müsse jetzt Gespräche mit dem Land und den Krankenkassen führen.

Es geht jedoch nicht nur um die Gesundheit von Patienten und Mitarbeitern, sondern auch um die Gesundheitsversorgung in Ostholstein. Falls die Eutiner Klinik oder auch nur ihre Geburtsstation ausfällt, gibt es keine Entbindungsklinik mehr in Ostholstein. „Ich würde es kategorisch ablehnen, dass die Frauen nach Lübeck müssen“, sagte Klinke. Dann müsse eben die Geburtsstation in Oldenburg reaktiviert werden.

Die Sana-Kliniken in Ostholstein haben einen ganzen Berg an Problemen. In offenen Briefen führten Pflegemitarbeiter und Ärzte Klage über zu große Arbeitsbelastung. Von der Politik wird Sana unter Feuer genommen, wenn es um die Notfallversorgung am Standort Oldenburg geht. Jetzt noch die Wasserschäden in Eutin. Das Thema Sana bleibt für die Kreispolitik aktuell. Klinke: „Das wird uns noch lange beschäftigen und uns viel Kopfzerbrechen bereiten.“

Susanne Peyronnet

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