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Ostholstein Neuer Trend Seniorensport
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09:03 09.03.2019
Der Griebeler SV gilt als Trendsetter. Seniorensport ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Griebel

Der Griebeler SV gehört zu den Sportvereinen im Kreis, die erkannt haben, wie wichtig Angebote für ältere Menschen sind. Der Vorsitzende Jürgen Fischer und seine Mitstreiter haben bereits vor langer Zeit auf die abnehmende Zahl an Kindern reagiert. „Wenn der Verein fortbestehen soll, müssen wir etwas im Bereich Seniorensport machen“, erläutert er. Der 1974 gegründete Verein in der Gemeinde Kasseedorf versteht es wie nur wenige in Ostholstein, mit der Zeit zu gehen. 486 Mitglieder – Tendenz steigend – sprechen für sich.

Während andernorts gerne der Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ zu hören ist, versuchen der Vorsitzende Jürgen Fischer und seine Mitstreiter Trends aufzugreifen und auf die Bedürfnisse der Menschen in ihrer Umgebung einzugehen. Die vor wenigen Monaten gegründete Tischtennis-Hobby-Gruppe läuft besser als gedacht. Es kann vor- und nachmittags trainiert werden. „Die Halle hier in Griebel gehört uns. Das ist ein großer Vorteil. Viele ältere Menschen sind abends nicht gerne unterwegs“, erläutert Fischer.

Bertolf Schwind leitet die Tischtennis-Hobby-Gruppe. Auf dem Bild bildet er mit Gerda Fischer ein Doppel. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Senioren sind treue Sportler

Martin Butenhoff haut mit seinem Schläger gegen einen Tischtennisball. Der Ehrenvorsitzende des Vereins gehört zu den Gründungsmitgliedern. Bevor die erste Halle gebaut wurde, fand die Damengymnastik in der großen Diele seines Hauses statt. „1970 wurde die Volksschule aufgelöst. Danach nutzte die Feuerwehr die Klassen als Gemeinschaftsräume. Wo heute die Halle steht, war der Lehrergarten“, sagt Jürgen Fischer. Butenhoff ist froh, dass sich der Verein weiterentwickelt hat. „Früher sind die Kinder mit dem Rad gekommen“, sagt er rückblickend. Doch: Diese Zeit ist längst vorbei. „Mit den Ganztagsschulen hatte sich das erledigt.“ Hinzu komme, dass jüngere Sportler oft nur ein Jahr bleiben würden, ältere hingegen nicht selten Jahrzehnte.

Die LN-Gesundheitswochen 2019

Fit und gesund: Unter diesem Motto gibt es in den kommenden Tag zahlreiche Artikel über Themen wie Ernährung, Sport, Stressreduktion und Krankheiten. Die Aktion läuft bis zum 23. März. Zahlreiche Experten kommen zu Wort. Artikel, Bilder und Videos zu Fit und gesund gibt es auf www.LN-Online.de/thema/fit-und-gesund.

Auch deshalb setzt der Griebeler SV auf Senioren, bietet Rückenschule, Stuhlgymnastik, Damengymnastik, Walking und Tischtennis an. „So können wir den Verein halten“, betont Martin Butenhoff. Hinzu komme, dass viele Ältere heute Sport treiben wollen würden. „Man muss Angebote vorhalten. Bewegung hat an Bedeutung gewonnen. Das eigene Bedürfnis für Gesundheit ist gewachsen“, sagt der Vorsitzende. Sport habe nicht nur auf die körperliche Verfassung positive Auswirkungen, sondern auch auf die geistige.

Bewegung im Alter immer wichtiger

Das weiß ich auch Bertolf Schwind. Der 84-Jährige leitet die Tischtennis-Sparte. „Die Bewegung steht oben an. Fußball geht im Alter nicht mehr. Tischtennis kann jeder machen, der einigermaßen körperlich fit ist. Ich muss mich auf einiges konzentrieren können. Ein Doppel verlangt mehr ab, ich muss beachten, wie der Gegner steht und mich mit meinem Partner abwechseln“, sagt Schwind.

Auffällig ist, dass viele der Sportler längere Strecken in Kauf nehmen, um in Griebel trainieren zu können. Sie reisen aus Malente, Ahrensbök und anderen Orten an. „Wir sind ein ländlicher Breitensportverein“, erklärt Fischer. Das Gewinnen von Medaillen und Pokalen stehe nicht im Fokus. Als vor vielen Jahren mehr als 100 Ostholsteiner in der Tanz-Sparte aktiv gewesen seien, habe man stets darauf geachtet, dass sich jeder willkommen fühlt. Ähnlich sei es während des Tennis-Booms zu Zeiten von Boris Becker gewesen. „Da waren hier 300 Leute. Tennis war Volkssport und nicht elitär“, verdeutlicht Jürgen Fischer.

Die Tischtennis-Hobby-Gruppe existiert erst seit wenigen Monaten und kommt gut an. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Sebastian Rosenkötter

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