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Ostholstein Sroka: „Der Steinwarder ist kein optimaler Wohnmobil-Standort“
Lokales Ostholstein Sroka: „Der Steinwarder ist kein optimaler Wohnmobil-Standort“
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19:36 29.05.2015
Er kommt mit zwei frischen Hotel-Konzepten nach Heiligenhafen: Jens Sroka vor seinem Beach Motel in St. Peter Ording. Quelle: Peter Mantik
Heiligenhafen

Bei der offiziellen Hoteleröffnung des „Meereszeiten“ (LN berichteten) war auch Jens Sroka unter den geladenen Gästen. Dieser wird bekanntlich vorn an der Seebrücke zwei eigene Hotels realisieren. Das „Beach Motel“ und die „Bretterbude“. Mit diesen Vorhaben verknüpft ist ein Heiligenhafener Reizthema: der Bau eines neuen Wohnmobilstellplatzes.

Die Bürgerinitiative um Rainer Stix schiebt ein Bürgerbegehren an, befindet sich fleißig auf Stimmenfang, um als Alternativstandort zur Nordweide den Steinwarder ins Spiel zu bringen. Und zwar in Sichtweite zu den Sroka-Hotels und- Apartments. In diesem Zusammenhang war immer wieder zu hören, Sroka habe ein Sperr-Recht auf das in der Diskussion stehende und auch von der CDU präferierte Grundstück auf dem Steinwarder.

 Die LN sprachen mit Sroka. Und dieser räumte sogleich mit dem Gerücht auf: „Es gibt kein Sperr- Recht.“ Vielmehr handle es sich um eine Vereinbarung mit der Stadt, dass während der ersten beiden Jahre nach der Eröffnung seiner Hotels (für Sommer 2016 geplant) keine weitere Bautätigkeit neben seinem Projekt stattfinden solle.

Sroka erläutert dies wie folgt: „In der sensiblen Phase, in der ich versuche, diese beiden neuen Häuser zu etablieren und ich um neue Gäste werbe, wären Bautätigkeiten eine große Gefahr für dieses Unterfangen.“ Zumal direkt neben seinem Grundstück die bestehende „Parkplatzwüste“ bereits wenig förderlich wäre.

Grundsätzlich wolle sich Sroka aber nicht sperren, „wenn es der Wille der Stadt ist“. Da das Know-How Srokas in der Stadtvertretung allerhöchsten Respekt genießt, ja fast schon gepriesen wird für seine Ideen, dürfte seine Meinung zur weiteren touristischen Entwicklung gefragt sein.

Sroka führt einige Argumente auf, die seiner Erfahrung nach gegen einen Wohnmobilstellplatz auf dem Steinwarder sprechen. „Die Betten der Gäste müssten auf diesem Grundstück 3,50 Meter über Normal Null liegen. Dafür müsste die Fläche deutlich angehoben werden, was ein teures und aufwendiges Unterfangen ist. Hier wirtschaftlich zu agieren dürfte schwierig werden.“

Zumal sich ein Wohnmobilplatz laut Sroka auf einem 1-A-Grundstück wie diesem verbiete. Er sagt: „Die Nordweide ist der perfekte Standort.“ Er wolle sich zwar aus der Diskussion heraushalten, deutet aber an: „Es ist erfahrungsgemäß sinnvoll, einen privaten Investor zu gewinnen.“

Dies widerspräche dem Kurs der Stadtvertretung, die mehrheitlich die 100-prozentige Tochtergesellschaft Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) präferiert und in dieser Frage einen weiteren Bürgerentscheid vor der Brust hat — eben gegen den Aufstellungsbeschluss für die HVB-Variante. Das Thema bleibt spannend.

Zumal Sroka neue und kreative Ideen für die weitere Entwicklung des Steinwarder benennt. „Zunächst sollten die aktuellen Projekte Fuß fassen. Danach sollte man sich Gedanken machen, was als nächster Schritt folgen könnte“, skizziert der Hotel-Profi.

„Ich könnte mir neben Restaurants, Cafés und Shops auch Entertainment-Angebote vorstellen Ich würde sogar dafür selbst Geld in die Hand nehmen und dies unterstützen.“ Vorteil hierbei wäre: Es würden Arbeitsplätze geschaffen werden.

Da aber Sroka kein Politiker ist, sagt er dann auch: „Aber bitte, diese Entscheidungen müssen im Rathaus gefällt werden. Ich kann nur meine Meinung einbringen, wenn sie gefragt ist.“

„Zunächst sollten die aktuellen Projekte Fuß fassen. Danach macht es Sinn, über Weiteres zu sprechen.“
Jens Sroka, Hotelier

Peter Mantik