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Ostholstein Staus befürchtet: Eutin verzichtet auf Radschutzstreifen
Lokales Ostholstein Staus befürchtet: Eutin verzichtet auf Radschutzstreifen
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10:00 05.12.2019
Der Kreuzungsbereich soll mit den beiden gegenläufigen Linksabbiegespuren erhalten bleiben, um einen Rückstau in der Elisabethstraße zu vermeiden. Quelle: Dirk Schneider
Eutin

Eigentlich wollte Verkehrsplaner Andreas Mühlenbeck die Sicherheit von Fahrradfahrern in Eutin erhöhen. Dazu hatte er ein Konzept für die Elisabethstraße vorgestellt, indem Schutzstreifen für Radfahrer eingerichtet werden sollten und das Linksabbiegen für Autofahrer an der Kreuzung Lübsche Koppel und Albert-Mahlstedt-Straße nicht mehr möglich sein sollte. „Diese Lösung ist die sicherste. Und Sicherheit geht immer vor Leistungsfähigkeit“, erklärte der Fachmann. „Das Zulassen des Linksabbiegens wäre daher nicht mein Favorit.“

Doch das Radwegenetz in der Stadt Eutin bleibt lückenhaft: Die Mitglieder des Bauausschusses votierten in ihrer jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit dafür, das erarbeitete Konzept in der Elisabethstraße nicht vollständig umzusetzen. Wie schon im Kreuzungsbereich Weidestraße soll der geplante Schutzstreifen für Fahrräder auch an dieser Kreuzung, für die Linksabbiegerspur, unterbrochen werden – das Linksabbiegen ist weiter möglich. Hauptgrund für die Entscheidung: Überlastung und Staus auch auf anderen Strecken.

Die Verkehrsplaner Andreas Mühlenbeck stellte das Radwegekonzept für die Eutiner Elisabethstraße vor. Quelle: Dirk Schneider

Monika Obieray (Grüne) ist mit der Entscheidung nicht zufrieden. „Das Problem eines Rückstaus löst sich auf, wenn künftig mehr Verkehrsteilnehmer auf die Tangenten ausweichen werden.“ Auch nach der Sperrung des Rosengartens sei es anfangs sehr chaotisch gewesen. „Jetzt haben sich alle daran gewöhnt und es läuft“, sagte Obieray.

FDP: Radfahrer meiden Eutiner Elisabethstraße

Man könne diese Straßen doch nicht miteinander vergleichen, sagte dagegen Christian Schulz (FDP). „Die Elisabethstraße ist eine der Hauptverkehrsadern Eutins.“ Sie verbinde sogar eine dieser Tangenten mit dem Zentrum und dem Gewerbegebiet. „Hier wird nur der Radfahrer betrachtet und nicht die Gesamtsituation gesehen“, kritisierte Schulz. Und in seiner Wahrnehmung machten viele Radler ohnehin einen Bogen um die Elisabethstraße und nutzten lieber Ausweichstrecken wie den Fuß- und Radweg am Kleinen Eutiner See oder die Bahnhofstraße und den Katerstieg.

Elgin Lohse (CDU) stimmte Schulz zu und mahnte: „Wir brauchen eine Gesamtverkehrsschau für Eutin.“ So wisse man nicht, welche Konsequenzen es habe, wenn man den Verkehrsfluss ändere. „Wir können nicht alle unsere verkehrstechnischen Probleme über die Tangenten lösen.“

Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) prognostizierte, dass ein Verbot des Linksabbiegens unweigerlich zu einer Überlastung der Bahnhofstraße führen würde, da ein Teil der aus Malente, Bosau und Neudorf kommenden Autofahrer nicht mehr über die Albert-Mahlstedt-Straße ins Zentrum fahren könnte. Zudem seien im Bereich der Kreuzung Plöner Straße viele Ampeln und wenig Raum vorhanden – es würde dort zwangsläufig zu Staus kommen.

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Bürgermeister: Kompromisse von Grüne und SPD problematisch

Aus dem gleichen Grund sei aus seiner Sicht auch der Kompromissvorschlag, die Spuren zwar wegzunehmen aber das Abbiegen zu erlauben, problematisch. „Das macht die Kreuzung zu einem Hotspot. Wir erzeugen ein neues Problem“, sagte Behnk. Zugleich erinnerte er daran, dass im Bereich Lübsche Koppel eine neue Schule und eine Dreifeldsporthalle geplant seien, was den Kreuzungsverkehr ebenfalls erhöhen werde. Aus diesem Grund schlug er vor, analog zur Kreuzung Weidestraße die Schutzstreifen jeweils auf Höhe der bestehenden Linksabbieger enden zu lassen und nach der Kreuzung wieder einzurichten.

Verkehrsplaner Andreas Mühlenbeck zeigte sich von diesem Kompromiss allerdings wenig begeistert. „Ich muss noch einmal in mich gehen“, sagte er. „Ich werde Ihnen keine Lösung anbieten, die so unsicher ist, dass Unfälle programmiert wären.“

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Von Dirk Schneider

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