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Ostholstein Streit in Timmendorf: Frau will Parkplatz freihalten – und wird angefahren
Lokales Ostholstein Streit in Timmendorf: Frau will Parkplatz freihalten – und wird angefahren
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18:56 24.10.2019
Vor das Amtsgericht Eutin führte der Streit um einen Parkplatz in Timmendorfer Strand. Quelle: Sabine Latzel
Timmendorfer Strand

Bei der Parkplatz-Suche an der Küste braucht der Mensch Nervenstärke, doch diese besaß Tobias R. (Name geändert) am Ostersonntag dieses Jahres nicht: Der 24-Jährige fuhr mit seinem Cabrio frontal auf eine Frau zu, die in Timmendorfer Strand in einer freien Parklücke stand, sodass die 50-Jährige auf die Motorhaube seines Wagens fiel. Das Verfahren wegen Straßenverkehrsgefährdung, Nötigung, fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht vor dem Eutiner Amtsgericht wurde allerdings eingestellt. Tobias R. muss 800 Euro zahlen und bekam noch im Gerichtssaal seinen Führerschein zurück.

Cabrio-Fahrer: „Ich bin leider stur geblieben“

Reumütig zeigte sich der Angeklagte, und dazu bestand offenbar auch Anlass. Freie Stellflächen waren Mangelware an diesem überaus sonnigen Feiertag, besonders nachmittags, als Anja B. (Name geändert) und ihr Lebensgefährte (48) auf den großen Parkplatz am Timmendorfer Höppnerweg fuhren, wo jedoch wenig später eine Lücke frei wurde. Anja B. stieg aus und stellte sich hinein, um ihren im VW Passat sitzenden Freund einzuweisen. Dann tauchten Tobias R. und seine Freundin im roten Mazda-Cabrio auf.

Er habe nicht gesehen, dass ein anderer Wagen in die Lücke wollte, schilderte der 24-Jährige zunächst seine Sicht der Dinge. Anja B. habe zwar erklärt, dass es „ihr Parkplatz“ sei, er sei aber leider stur geblieben und „mit Schrittgeschwindigkeit“ auf sie zugerollt. Sie habe sich auf der Motorhaube abgestützt, anschließend habe ihr Lebensgefährte ihn angeschrien. Aus Sorge davor, dass das Cabrio bei der Auseinandersetzung zerkratzt werden könnte, sei er dann wieder davongefahren.

Zeugin fotografiert den Fahrer – dieser reckt die Arme

Anja B. hat die Situation anders erlebt. Tobias R. sei im roten Cabrio herangebraust, habe kurz gestoppt und erneut auf sie zugehalten. „Kurz vor mir hat er eine Vollbremsung gemacht, der Split flog durch die Gegend, und die Stoßstange touchierte mein Schienbein.“ Deshalb sei sie nach vorn auf die Motorhaube gefallen, wobei sie dem Fahrer in die Augen sah: „Ich hatte das Gefühl, dass er in diesem Moment gern noch weiter gefahren wäre.“

Trotz des Schreckens habe sie ihr Handy gezückt, während ihr Lebensgefährte dem Cabrio-Fahrer lautstark die Leviten las, sagte Anja B., und Tobias R. fotografiert. Dieser reckte dabei die Arme zur vermeintlichen Männlichkeitspose empor – Aufnahmen, die dem Gericht zur Begutachtung vorlagen und im Nachhinein wohl nicht das beste Licht auf den Hamburger Studenten warfen. Ob sie auch noch seine Telefonnummer wolle, habe Tobias R. auf dem Parkplatz ironisch angemerkt und dem Lebensgefährten der Zeugin geraten: „Pass gut auf dein Auto auf.“ Ob der 48-Jährige diesem Rat folgte, blieb offen – fest steht, dass er die Polizei alarmierte, „weil man so etwas nicht einfach durchgehen lassen kann“.

Entschuldigung des Angeklagten angenommen

Anja B. erlitt am Knie lediglich einen kleinen, blauen Fleck – doch der Schock über das Erlebte saß tief. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass er wirklich auf mich zufährt“, sagte sie. „Das hätte schlimmer ausgehen können.“ Zumal Streitigkeiten um Parkplätze leicht eskalieren können – vor wenigen Wochen gingen beispielsweise aus diesem Anlass in Kiel drei Männer mit Messer und Mistgabel aufeinander los.

Die Entschuldigung des Angeklagten nahm die 50-Jährige im Gericht trotz des Ärgers an. „Ich bin auch Mutter“, meinte sie, „und ich hatte Bedenken – ich will durch dieses Verfahren einem jungen Menschen nicht das Leben verbauen. Andererseits war das Ganze einfach zu heftig.“

„Sie haben Ihr Auto als Waffe benutzt“, hielt Richterin Anke Erlenstädt dem 24-Jährigen vor, „um einen anderen Menschen aus einer Parklücke zu vertreiben.“ Trotzdem sah sie einen Teil der Anklagepunkte als nicht erwiesen an und stellte das Verfahren gegen Tobias R. ein – gegen genannte Geldauflage von 800 Euro, die er an die Kreisverkehrswacht Ostholstein zahlen muss. Seinen Führerschein, den der junge Mann im Zuge der Ermittlungen im August hatte abgeben müssen, erhielt er im Amtsgericht Eutin zurück.

Von Sabine Latzel

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