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Ostholstein Streit um Lärmschutz eskaliert: Bad Schwartau droht mit Klage
Lokales Ostholstein Streit um Lärmschutz eskaliert: Bad Schwartau droht mit Klage
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07:38 19.02.2019
Die Zahl der Güterzüge dürfte sich in Ostholstein, Lübeck und Stormarn nach Fertigstellung der festen Fehmarnbeltquerung deutlich erhöhen. Quelle: dpa
Bad Schwartau/Lübeck

Der Streit um den Lärmschutz entlang der geplanten Belttrasse in Bad Schwartau spitzt sich zu. Eine Woche nach der Vorstellung der Ostholsteiner Forderungen im Bundesverkehrsministerium macht die Bahn jetzt deutlich: Einen Sieben-Meter-Trog für 90 Millionen Euro wird es nicht geben. Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) appelliert an die Stadt, die günstigere Alternativlösung anzunehmen. Das lehnt Bad Schwartau aber ab.

Die Positionen der Bahn, dem Land Schleswig-Holstein und Bad Schwartau liegen weit auseinander. Die Stadt fordert, die Gleise an der geplanten Trasse in einen sieben Meter tiefen Trog zu verlegen. Die Bahn rechnet dafür mit Kosten in Höhe von 268 Millionen Euro. Bad Schwartau geht von nur 90 Millionen Euro und rechnet damit, dass die Strecke zwischen Kiel und Lübeck für 17 Monate gesperrt werden muss. Das Land besteht aber auf einer Vollsperrung von höchstens zwölf Monaten.

Eingereicht werden kann die Klage ab 19. März

Den Alternativvorschlag, die Gleise um nur zweieinhalb Meter abzusenken (Kosten: 90 Millionen Euro, ohne Vollsperrung) hat Bad Schwartau bisher nicht angenommen. Ein Kompromiss ist nicht in Sicht. Wird jetzt aber keine gemeinsame Lösung gefunden, will die Stadt gegen den Planfeststellungsbeschluss des Fehmarnbelttunnels klagen. Das Ziel: Bad Schwartau will eine Betriebsregelung erreichen, die ausschließt, dass nach Fertigstellung des Belttunnels Züge auf der Trasse verkehren, solange der Lärmschutz nicht steht. Eingereicht werden kann die Klage bereits ab dem 19. März.

Minister Buchholz appelliert an Bad Schwartau, den Kompromiss anzunehmen

Voraussichtlich noch vor der Sommerpause soll der Bundestag über die Maßnahmen entscheiden, die über den gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutz hinausgehen. Minister Buchholz appelliert an die Stadt, „die auf dem Tisch liegende Kompromiss-Lösung anzunehmen“. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Bad Schwartau am Ende weniger bekomme als nun auf dem Tisch liege. Das könnte dann lediglich der gesetzliche Lärmschutz sein: zwei bis sechs Meter hohe Lärmschutzwände vor sowie eine Straßenüberführung in Form einer Brücke in der Kaltenhöfer Straße. Die Gesamtkosten dafür: 22,4 Millionen Euro.

Zugverkehr verdoppelt sich

3605 Lübecker Haushalte in 1315 Wohngebäuden sind von der Verdoppelung des Zugverkehrs durch die Fehmarnbelt-Querung betroffen. Die Lübecker Verwaltung hat das Stadtgebiet in zwölf Abschnitte untergliedert. Vier haben ohnehin Anspruch auf Lärmschutz. Für acht weitere fordert die Hansestadt den gleichen Schutz. Insgesamt summieren sich die Ausgaben für alle zwölf Abschnitte auf 104 Millionen Euro.

Auch die Hansestadt hat in Berlin Forderungen für mehr Lärmschutz angemeldet. 50 Millionen Euro soll der Bundestag für Schallschutz und den Schutz vor Erschütterungen bereitstellen. Damit soll der Lärmpegel von 49 Dezibel in der Nacht eingehalten werden. Rund 3000 Bürger sind vom zunehmenden Zugverkehr betroffen , wenn die Beltquerung fertiggestellt ist. Die Hansestadt pocht auch weiterhin auf einen Stresstest für den Hauptbahnhof. Die Bahn geht davon aus, dass die doppelte Anzahl an Zügen problemlos vom Hauptbahnhof bewältigt werden kann. Von der Forderung nach einer Einhausung der Strecke entlang der Katharinenstraße hat sich die Stadt verabschiedet. Die Stelle sei städtebaulich sensibel, es soll mit Schutzwänden und Schallschutzfenstern gearbeitet werden.

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Luisa Jacobsen und Kai Dordowsky

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