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Ostholstein Stürmische Zeiten am Graswarder
Lokales Ostholstein Stürmische Zeiten am Graswarder
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16:47 11.01.2019
Beeindruckendes Naturspiel: Heftige Brandung am Graswarder Quelle: HFR
Heiligenhafen

Was ist zu tun, um die touristisch sehr bedeutsamen Strände sowie die kennzeichnenden „Wardervillen“ zu stabilisieren und zu schützen? Diese Frage stellt sich schon seit längerer Zeit in Heiligenhafen und ist, nachdem zu Jahresbeginn innerhalb von wenigen Tagen zweimal das Hochwasser auf die Küste traf, wieder aktueller denn je.

Tatsächlich habe das zweite Tief „Benjamin“ den Graswarder weiter geschädigt und das Schadensbild nach dem ersten Hochwasser gefestigt, erläutert Heiligenhafens Bauamtsleiter Roland Pfündl. Zahlreiche individuelle Absicherungen der Häuser seien erneut stark angegriffen worden und es habe noch mehr Material ausgespült. Die Zerstörungen sind deutlich sichtbar. Die Auskolkung – Ausspülungen unter den Betonbollwerken – sind an manchen Gebäuden klar zu erkennen, und das Höhenniveau des Strandes ist wieder gesunken.

Deutliche Schäden und viel Sandverlust verzeichnet der Graswarder nach den beiden Hochwasserereignissen. Quelle: HFR

Alle Beteiligten müssten sich jetzt Gedanken machen, wie der Bereich gesichert werden könne, sagt Pfündl. Auch wenn es an erster Stelle eine Privatangelegenheit der Hauseigentümer sei. Denn vor mehr als 100 Jahren hat Heiligenhafen die Grundstücke auf dem Graswarder mit der Auflage verkauft, dass die Besitzer selbst die Küste sichern müssen. Dies gilt bis heute. Doch müssten die vor zwei Jahren angestoßenen Gespräche zusammen mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz des Landes Schleswig-Holstein (LKN) wieder aufgenommen werden, um eine Lösung zu finden, sagt der Bauamtsleiter.

„Die Behörden signalisieren, dass sie helfen wollen, das begrüße ich sehr“, betont Henning Kreiselmaier. Seine Familie ist mit am stärksten betroffen auf dem Graswarder. „Die vergangenen Tage waren schwierig“, erzählt er. Der vor zwei Jahren errichtete Hochwasserschutz sei verloren gegangen. Außerdem würde durch die geschwächten Dünen zwischen den Häusern das Wasser auch von hinten in die Bauwerke eindringen. Vor „Benjamin“ habe er noch schnell Geröll aufschütten können, um Schlimmeres zu verhindern.

Neues Buhnenfeld als Lösung

Die „Graswarderianer“, wie Kreiselmaier sich und seine Nachbarn nennt, hätten schon vorher angefangen, sich an einen Tisch zu setzen, um über einen vorgelagerten Küstenschutz zu sprechen. Verschiedene Leute hätten zwar verschiedene Meinungen, doch trotz unterschiedlicher Wege gebe es ein gemeinsames Ziel. Kreiselmaier schwebt für die Zukunft ein Buhnenfeld vor. „Ich wüsste nicht, was wir sonst machen könnten.“ Er wisse, dass es Geld koste. Schätzungen lägen derzeit bei mehr als einer Million Euro.

Der Heiligenhafener Niclas Boldt, der die Situation an der Küste der Stadt schon seit Jahren beobachtet, erzählt von 13 sogenannte Faschinenbuhnen – Holzpfähle mit eingebundenem Reisig und Steinen, die es vor dem Graswarder gegeben hat. Sie hätten eine Verringerung der Fließgeschwindigkeit des Wassers bewirkt, seien aber durch die harten Winter vor rund 40 Jahren zerstört worden und in Vergessenheit geraten. Für die Probleme am Graswarder macht er aber auch die Folgen der Fehler von Stadt und Politik in westlicher Richtung verantwortlich. Es seien auch dort vor dem Steinwarder keine Wasserbauwerke mehr da, die die Strömung verringern könnten, sagt Boldt.

Die Wassermassen haben zu erheblichen Schäden geführt und wieder große Mengen Sand weggespült.

Es dürfe künftig nicht mehr jeder nach seiner Fasson bei der Sicherung seiner Häuser vorgehen, sagt auch Klaus Dürkop, Vorsitzender des Naturschutzbundes Heiligenhafen. Der Nabu betreut das Naturschutzgebiet auf dem Graswarder. Dürkop selbst hat den einen oder anderen Villenbesitzer beim Hochwasserschutz beraten und betont: „Es sollte in Zukunft eine gewisse einheitliche Richtung geben.“ Unter Berücksichtigung des Natur- und des Denkmalschutzes sei es ein „riesiges, aufzuknotendes Gebilde“, sagt Henning Kreiselmaier. Die „Graswarderianer“ seien auf Unterstützung von Stadt, Land und Politik angewiesen – auch losgelöst von der Finanzierung.

Markus Billhardt

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