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Ostholstein Sturm fegt über Ostholstein
Lokales Ostholstein Sturm fegt über Ostholstein
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12:12 29.05.2014
Bei diesem Wind ist nicht gut baden: Das verwaiste Beachvolleyballnetz ist Zeuge. Quelle: Peyronnet
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Scharbeutz

Der größte Einsatz für die Rettungskräfte war ein Bahnunfall am Montag um 22.25 Uhr in Gleschendorf. Dort war ein Baum auf die Gleise gefallen, gegen den der Regionalexpress prallte. Nach Angaben der Bundespolizei wurde niemand verletzt. Der nur leicht beschädigte Zug konnte seine Fahrt nach einer Weile fortsetzen, die Feuerwehr zersägte den Baum und schaffte ihn vom Gleis. Zu vielen weiteren kleinen Einsätzen hatte die Einsatzleitstelle die Feuerwehren schon den ganzen Montag und auch gestern noch geschickt. Herabhängende Äste beseitigen, Bauzäune sichern – alles nur Kleinkram, der unter anderem in Malente, Ahrensbök und Ratekau anfiel.

Es stürmte ordentlich am Dienstag in Ostholstein. Hier einige Eindrücke von der See.

Offiziell waren es zwar nur sechs Windstärken, die übers Land zogen, doch die Ostsee zeigte sich rau und aufgewühlt. Hinzu kam, dass der wirbelnde Wind viel von dem feinen Strandsand mitnahm, ihn hochschleuderte und den Menschen ins Gesicht blies. Da suchten sich viele Spaziergänger doch lieber ein windstilles Plätzchen oder duckten sich hinter Häuserreihen.
Andere genossen das Naturschauspiel. Ein Wellenreiter stürzte sich freudig mit seinem Brett in die Fluten. Cornelia Ehresmann und Ramona Spahn spazierten bis direkt ans Wasser, um sich dort mit wehenden Haaren und vor tosender See zu fotografieren. „Ich finde das cool, ich gehe da sogar rein“, versicherte Cornelia Ehresmann. Dann blieb sie aber doch lieber auf dem feuchten Sand stehen.
Auch Mo Mosavi hielt sich lange am Strand auf. Gefroren hat er nicht, denn er musste sich ordentlich anstrengen. Sein Job: die vielen Strandkörbe in Sicherheit bringen. Er wuchtete sie einen nach dem anderen an die obere Strandkante, stand dabei mit den Füßen bereits im wirbelnden Wasser der immer wieder heranrollenden Wellen. Gar nicht so einfach, die schweren Körbe durch den nassen Sand zu schieben. Für Strandkorbvermieter Karl-Heinz Levgrün brachte der Sturm eine Premiere mit sich. Zum ersten Mal musste er seine Strandkörbe in der Saison hereinholen.
Entlang des Strandes war alles gesichert: Die Seebrücke wurde gesperrt, was die Neugierigen aber nicht davon abhielt, bis ganz nach vorne in die spritzende Gischt zu laufen. An den Strandzugängen hielten senkrecht aufgestellt Bretter, sogenannte Stöpen, den wirbelnden Sand davon ab, auf die Promenade zu wehen.
Ein Opfer des Windes wurde auch „Mausi“, ein sechs Meter langes Sportboot mit Außenbordmotor. Es trieb herrenlos vor Neustadt-Pelzerhaken in der Ostsee. Vermutlich hatte sich „Mausi“ von ihrem Grundgewicht, mit dem sie gesichert war, losgerissen. Die „Bad Düben“ der Bundespolizeiinspektion See nahm „Mausi“ ins Schlepptau und brachte sie sicher in den Hafen zurück.

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Susanne Peyronnet

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