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Ostholstein Suche nach Vermissten auf der Ostsee
Lokales Ostholstein Suche nach Vermissten auf der Ostsee
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09:49 23.11.2015
Das schlechte Wetter und unterschiedliche Angaben erschwerten die Arbeit der Rettungskräfte. Quelle: Fotos: Thomas Klatt, Ibu
Weissenhäuser Strand

Schreckminuten am Weissenhäuser Strand: Ein Kajakfahrer ist am Sonnabend Nachmittag auf der Ostsee gekentert, mehrere Angler waren abgetrieben, konnten sich nur mit Mühe an Land retten. Mehrere Einsatztruppen sind im Zuge dessen alarmiert worden, da auf der Ostsee zunächst noch mehr gekenterte Boote vermutet wurden. Die Feuerwehr Wangels, die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), der Rettungsdienst, die Wasserschutzpolizei sowie die Johanniter-Rettungstaucher aus Eutin wurden in die Vermisstensuche eingebunden.

Erschwerend für die Retter: Es herrschte zunächst Unklarheit darüber, wie viele Boote mit wie vielen Personen betroffen sein sollten. Die Informationen von Augenzeugen vor Ort schwankten zwischen zwei und vier Booten. Ein Angler schilderte den Lübecker Nachrichten das Geschehen aus seiner Sicht. Einen Kajak-Fahrer und ein Schlauchboot mit Anglern habe er bei glatter See auf die Ostsee hinaus fahren sehen. Dann sei jedoch plötzlich das Wetter umgeschlagen. Der Kajakfahrer sei zunächst gekentert, habe sich dann aber wieder aus eigener Kraft aufrichten und unter großer Anstrengung den Strand erreichen können. Zu dieser Zeit hätten andere Angler bereits die Wasserschutzpolizei informiert, so der Augenzeuge.

Auch die drei Männer in dem Schlauchboot hätten das Land wieder aus eigener Kraft erreichen können, und seien dort von den eingetroffenen Rettungsdiensten versorgt worden, berichtete der stellvertretende Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Wangels, Frank Wohlert. Die Männer seien bei plötzlich auftretenden Windböen bis Windstärke acht vom Land abgetrieben. Starkregen und heftige Böen erschwerten die Arbeit der Einsatzkräfte auf See und an Land. In der Einsatzleitstelle der Polizei hatte man indes nur wenig Verständnis für den Leichtsinn der Angler. „Wer in den Wetterbericht geguckt hätte, hätte diese Gefahrensituation auch erkennen können“, so ein Sprecher.

Aufgrund der unterschiedlichen Angaben über die Anzahl der Boote setzte die DGzRS ihre Suche mit dem in Weissenhaus stationierten Rettungsboot „Hellmut Manthey“ zunächst vorsichtshalber fort. Nachdem auf der Ostsee jedoch keine weiteren Boote gesichtet und keine weiteren Personen als vermisst gemeldet wurden, ist die Suche aufgrund der einbrechenden Dunkelheit eingestellt worden, teilte ein Sprecher der Seenotretter mit.

Thomas Klatt

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