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Ostholstein Pläne zur Sundquerung: Die Bürger haben viele Fragen
Lokales Ostholstein Pläne zur Sundquerung: Die Bürger haben viele Fragen
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12:27 30.11.2019
Diese Variante würde den Großenbrodern am besten gefallen: Ein Absenktunnel, der die Insel Fehmarn und das Festland verbindet, mit Erhalt der Sundbrücke. Dafür hatte sich die Gemeinde bereits im Vorwege ausgesprochen. Quelle: Deutsche Bahn
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Großenbrode

Mäßiges Interesse in Großenbrode: Während beim jüngsten Infoabend der Deutscher Bahn (DB) und des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr (LBV) auf Fehmarn der Saal rappelvoll war, blieben am Donnerstag im Meerhuus viele Plätze leer. Nur 60 Zuhörer kamen zu dieser Folgerunde. Die hatten allerdings jede Menge Fragen im Gepäck.

Wie soll die Querung am Fehmarnsund künftig aussehen, wenn die feste Fehmarnbeltquerung Gestalt annimmt und die Hinterlandanbindung realisiert werden muss? Wie teuer wird das Ganze? Es war DB-Projektleiter Bernd Homfeldt, der immer wieder betonte, dass es zunächst nicht um die Kosten der neuen Sundquerung gehe. Vielmehr laute der Auftrag des Bundes an DB und LBV, die beste aller Querungsvarianten herauszufiltern.

Die Planer stellten sich im „Meerhuus“ den Fragen der Bürger

Homfeldt versprach den Zuhörern zum Auftakt, dass „Sie heute Abend sicher ein gutes Stück schlauer nach Hause gehen werden – auch wenn wir noch keine endgültige Lösung präsentieren können“. Wie die letztlich aussehen wird, darauf wollen sich DB und LBV bis Jahresende festlegen. Dann muss der Vorschlag aber noch in Berlin vorgelegt werden. Und erst danach wird die Öffentlichkeit informiert.

Diese Varianten sind im Rennen

Das sind die Varianten, die noch im Rennen sind: eine kombinierte Brücke Straße/Bahn, eine getrennte Brücke für Straße und Bahn, ein Bohrtunnel oder ein Absenktunnel. Dazu wird seitens DB und LBV jeweils mit oder ohne Erhalt der alten Sundbrücke geplant. Das ergibt insgesamt acht Varianten. „Die Sundbrücke könne mit einer Bauzeit von drei bis fünf Jahren so ertüchtigt werden, dass sie für die langsamen Verkehre noch 130 Jahre im Einsatz bleiben könnte“, erläuterte Heike Timm, Teamleiterin bei DB Netz.

Ihr Kollege Herbert Kawaletz (LBV) erörterte den Zuhörern die Möglichkeiten für einen Absenk- oder einen Bohrtunnel. Die Bohrtunnel-Lösung wurde aufgrund sehr hoher Kosten und langer Bauzeit aber bereits im Vorfeld als unwahrscheinlich dargestellt. In einer Video-Präsentation stellten die Planer zum Abschluss des ersten Teiles noch einmal alle Möglichkeiten vor. Dann hatten die Bürger das Wort. Moderator Christian Klasen bot mit seinem Mikro allen Besuchern die Möglichkeit, die Fragen der Mitbürger auch akustisch zu verstehen.

Anwohner befürchten Beeinträchtigungen

Die wollten beispielsweise wissen, wie Radfahrer und Fußgänger während der Bauzeit von und nach Fehmarn kommen. Homfeldt versprach: „Für die würde es dann einen Shuttle-Bus geben.“ Hinsichtlich der Kosten sagte er: „Die spielen im Augenblick noch eine nachgeordnete Rolle. Unser Auftrag ist zunächst die Planung.“ Allerdings würde es zumindest für die Bahnstrecke Zuschüsse aus Brüssel geben. Für die Straße wären diese dagegen nicht möglich.

Diese Bilder zeigen, wie die möglichen Varianten einer neuen Sundquerung aussehen könnten. Gezeigt werden nur Lösungen mit Erhalt der Sundbrücke. Eine Entscheidung über die Weiternutzung ist aber noch nicht gefallen.

Anwohner aus Avendorf äußerten zudem ihre Sorgen, für den Fall, dass die Bahnstrecke näher an ihren Ort heranrücke. Der DB-Projektleiter bemerkte, dass die Anwohner in diesem Fall einen gesetzlichen Anspruch auf Lärmschutz hätten. Einen weiteren Kritikpunkt äußerte Norbert Freyer: „Es geht immer nur um irgendwelche Krabbeltiere. Wie sieht es mit dem Schutzgut Mensch aus?“. Dazu sagte Heike Timm: „Der Mensch ist Bestandteil im Umweltschutzpaket. Fast jedes Thema im Matrix-Katalog tangiert den Menschen. Die gesetzlichen Vorgaben werden auf jedem Fall eingehalten.“

Entscheidung im ersten Quartal

Die spannendste Frage, wann mit einer Entscheidung gerechnet werden könne, beantworte Homfeldt ganz zum Schluss der Veranstaltung: „Damit können Sie im ersten Quartal 2020 rechnen.“

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Von Louis Gäbler

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