Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Tausende Ostholsteiner haben ihre Stimme bereits abgegeben
Lokales Ostholstein Tausende Ostholsteiner haben ihre Stimme bereits abgegeben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:12 29.04.2017
Wahlkabinen wie diese stehen in etlichen Bürgerbüros im Kreis. Dieses Bild stammt aus Neustadt. Quelle: Foto: Sebastian Rosenkötter
Anzeige
Ostholstein

 Allein in Neustadt forderten in den vergangenen Wochen 1325 Bürger entsprechende Unterlagen an. Das sind immerhin 10,1 Prozent aller Berechtigten. Die meisten machten die zwei Kreuzchen gleich an Ort und in Stelle im Bürgerbüro. Eine Wahlurne ist gefüllt, die zweite steht bereit. Auffällig ist, dass die Zahl der Vorab-Wähler im Vergleich zur Landtagswahl 2012 bereits zum jetzigen Zeitpunkt höher ist. Vor fünf Jahren waren es 9,8 Prozent aller Wahlberechtigten, die vor dem eigentlichen Wahltag in Neustadt voteten. Aus anderen Orten Ostholsteins kommen ähnliche Daten (Stand 27. April).

 

Anzeige
Die erste Urne im Neustädter Bürgerbüro ist komplett gefüllt.

„Es gibt einen allgemeinen Trend zur Briefwahl." Thomas Hopp, Bürgerbüro Neustadt

Thomas Hopp, Leiter Wahlangelegenheiten der Stadt Neustadt, vermutet, dass die Osterferien viele Menschen zur Briefwahl gedrängt hätten – aus Sorge, es zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr zu schaffen. Zudem würden besonders ältere Bürger an Markttagen vorbeikommen und ihre Stimme abgeben. „Das ist der Klassiker. Zudem gibt es einen Trend zur Briefwahl“, sagt Hopp.

Seine Kollegin Petra Schlichting von der Ordnungsabteilung der Stadt Heiligenhafen teilt mit, dass Briefwähler den Mitarbeitern des Servicebüros gesagt hätten, dass sie anderweitige Termine am 7. Mai hätten. Überall in Ostholstein finden an dem Tag Konfirmationen statt. Weitere Bürger hätten die Unterlagen aufgrund körperlicher Einschränkungen angefordert. Am 27. April hatten 822 Wahlberechtigte in der Warderstadt um Briefwahlunterlagen gebeten. „Das sind zum jetzigen Stand 184 mehr als im ganzen Zeitraum vor der Wahl 2012, da waren es 638 Briefwähler“, so Schlichting.

Ein Blick in den Kreissüden bestätigt die Tendenz, dass die Zahl der Briefwähler deutlich höher ausfallen wird. Julia Lunau vom Fachdienst Bürgerservice der Stadt Eutin schreibt, dass schon 1520 Wahlberechtigte von der Briefwahl Gebrauch gemacht haben. Dies entspreche einem Anteil von 10,5 Prozent. 2012 waren es am Ende nicht einmal zehn Prozent. Ähnliches gilt für die Gemeinde Süsel: 382 von 4310 Menschen haben die Möglichkeit der früheren Stimmabgabe genutzt. Dies entspreche einem Anteil von 8,9 aller Berechtigten (2012 unter acht Prozent).

Der Scharbeutzer Ordnungsamtsleiter Heiko Laskowski sagte den LN, dass 9644 Personen zur Wahl zugelassen seien. 2012 waren es 9345. Der Unterschied ist unter anderem auf das herabgesenkte Wahlalter von 16 Jahren zurückzuführen. 11,6 Prozent hätten die Briefwahl bislang genutzt. Vor fünf Jahren waren es 10,5 Prozent, bei einer Gesamtwahlbeteiligung von 61,7 Prozent.

2 Tage vor der Wahl endet die Möglichkeit, Briefwahlunterlagen zu beantragen, genauer gesagt am Freitag, 5. Mai, um 12 Uhr. Wer jedoch danach erkrankt, der kann selbst am Wahltag noch bis 15 Uhr die Formulare anfordern.

Auf Fehmarn ist der Zuwachs der Briefwähler besonders deutlich. Während bei der vergangenen Landtagswahl 8,6 Prozent per Briefwahl votierten, waren es bis zum 27. April dieses Jahres schon 10,7 Prozent.

Nicht ganz so hoch fällt die Veränderung im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Grömitz mit Kellenhusen, Dahme und Grube aus. Dort wurden 979 Briefwähler (11,2 Prozent) gezählt. 2012 waren es 10,4 Prozent.

In Oldenburg beträgt die Zahl der Briefwähler bislang 9,7 Prozent. Stellt sich die Frage, ob die Wahlbeteiligung zur Landtagswahl auch insgesamt höher sein wird, als vor fünf Jahren (60,4 Prozent).

In Timmendorfer Strand haben 516 Menschen ihre Wahlbriefe abgegeben. Angefordert wurde die Unterlagen von 876 Personen. Dies entspricht 12,2 Prozent der 7193 Wahlberechtigten. „Zur Landtagswahl 2012 gab es 653 Briefwähler und 784 Briefwahlanträge“, teilte Kerstin Hartz vom Fachdienst Sicherheit und Ordnung mit. In Malente wurden bisher 912 Wahlscheine (9092 Wahlberechtigte) beantragt. Bei der Landtagswahl 2012 waren 745 Wahlscheine.

 Sebastian Rosenkötter