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Ostholstein Tod am Bahnübergang: Entsetzen in Techau
Lokales Ostholstein Tod am Bahnübergang: Entsetzen in Techau
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17:20 08.08.2019
An diesem Bahnübergang ereignete sich das Unglück. Der Mann wurde mit seinem Fahrrad von einem Zug erfasst. Quelle: Hannes Lintschnig
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Techau

Sie arbeitete im Garten, als sie plötzlich einen lauten Knall hörte. „Ich dachte erst, dass das ein Traktor mit einem Hänger ist, der über die Schienen fährt“, sagt Sieglinde Schikowsky, die etwa 100 Meter vom Bahnübergang entfernt in Techau wohnt. „Schließlich rumpelt es dann auch manchmal so.“

Aber es war kein Traktor. Am Mittwochnachmittag um etwa 16.35 Uhr ist ein Mann am Bahnübergang in Techau mit seinem Fahrrad vom Zug erfasst worden. Er erlitt dabei tödliche Verletzungen. „Den bisherigen Ermittlungen zufolge umfuhr der Mann mit dem Fahrrad die geschlossene Halbschranke des Bahnübergangs“, sagt Polizeisprecher Dierk Dürbrook. Ob der 81-jährige Ostholsteiner den herannahenden Zug überhörte oder trotz Warnung durch die roten Lichter noch schnell den Bahnübergang überqueren wollte, ist noch unklar.

Polizei, Feuerwehr und Notarzt kamen schnell zum Unfallort

Anwohnerin Sieglinde Schikowsky wurde schnell klar, dass dort irgendetwas passiert sein musste. „Zuerst kam die Feuerwehr mit einem Einsatzwagen. Die ist ja gleich nebenan“, sagt die 80-Jährige. „Die haben sich erst einmal quer auf die Straße gestellt, damit keiner mehr vorbeikommt.“ Kurze Zeit später erreichten Notarzt, Polizei, Rettungswagen und weitere Einsatzfahrzeuge von verschiedenen Feuerwehren aus der Umgebung den Unglücksort. „Das war ein Aufruhr“, sagt Schikowsky. „Schlimm, dass so etwas passieren muss. Und es ist ja nicht das erste Mal.“

An dem Bahnübergang fahren Züge auf der Strecke zwischen Eutin und Bad Schwartau. Wenn ein Zug kommt, leuchten zunächst die roten Warnlichter am Übergang auf, die Schranken gehen herunter und dann dauert es nur wenige Augenblicke, bis der Zug durchfährt.

17-Jähriger starb 2003 am selben Bahnübergang

Im Jahr 2003 ist an diesem Ort ein junger Mann auf seinem Mofa von einem Zug erfasst worden. Das Kreuz steht noch auf einer kleinen Grünfläche neben der Straße. „Das war eine Mutprobe“, sagt eine Frau, die gerade mit ihren Hunden im Dorf spazieren geht. „Er wollte so spät wie möglich die Bahngleise überqueren, dabei hat er sich verschätzt. Ich kannte ihn. Schrecklich!“ Tatsächlich hatten die Ermittlungen damals ergeben, dass der junge Mann aus Luschendorf den Bahnübergang bei geschlossenen Halbschranken und rotem Warnblinklicht überqueren wollte. Der Freund des Verunglückten schaffe es noch, der Luschendorfer wurde trotz einer sofortigen Notbremsung des Lokführers vom Zug erfasst. Er wurde nur 17 Jahre alt.

Auch Sieglinde Schikowsky erinnert sich noch an das Unglück vor 16 Jahren, als kurz vor ihrer Haustür schon einmal jemand ums Leben gekommen ist, weil er die Bahnschranken missachtet hat. „Ich verstehe das nicht. Warum hält man nicht einfach an? Das ist schlimm“, sagt sie. „Eigentlich ist der Bahnübergang doch genug gesichert: Schranken, Warnlichter. Aber man kann es nicht sicher genug machen. Wenn jemand da vorbei will, dann schafft er es auch. Unverantwortlich!“

Bundespolizei warnt: Seien Sie Vorbild für Kinder!

Die Bundespolizei mahnt in diesem Zusammenhang noch einmal eindringlich, sich an Bahnübergängen korrekt zu verhalten. „Bahnanlagen sind keine Spielplätze“, sagt Gerhard Stelke, Sprecher der Bundespolizei. „Züge werden schneller und leiser und können nicht schnell bremsen. Sogwirkung von vorbeirasenden Zügen und Bahnstrom sind weitere Gefahren.“

Rote Warnlichter sowie geschlossene Schranken seien eindeutige Hinweise und eine Warnung, dass die Einfahrt eines Zuges unmittelbar bevorsteht. „Gerade auch vor Beginn des neuen Schuljahres fordern wir alle Verkehrsteilnehmer auf, sich an geltende Regeln zu halten. Kinder können die vorhandenen Gefahren oftmals nicht einschätzen“, sagt Stelke und appelliert an alle Verkehrsteilnehmer: „Seien sie bitte Vorbild, denken sie auch an den bevorstehenden Schulbeginn.“

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