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Ostholstein „Café Wichtig“ startet aufgefrischt in die Saison
Lokales Ostholstein „Café Wichtig“ startet aufgefrischt in die Saison
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16:20 21.02.2019
Inhaber Jan Schumann hat das legendäre „Café Wichtig“ in Timmendorfer Strand umbauen und renovieren lassen.
Inhaber Jan Schumann hat das legendäre „Café Wichtig“ in Timmendorfer Strand umbauen und renovieren lassen. Quelle: Sabine Latzel
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Timmendorfer Strand

 Es ist natürlich schön, wenn ein Gastronom in sein Lokal investiert und dann direkt an den Wiedereröffnungstagen ein – im Februar so wohl noch nie dagewesener – Ansturm einsetzt. Aber das vergangene Wochenende hat Jan Schumann, Inhaber vom Timmendorfer „Café Wichtig“, und sein Team doch überwältigt. „Wahnsinn“, sagt Schumann mit Blick auf die ungewöhnlich sonnigen Tage, an denen die gesamte Küstenregion überrannt wurde. „Das war wie Pfingsten oder Himmelfahrt, die Leute haben teilweise in zweiter Reihe gestanden und auf einen freien Platz gewartet.“

Ein Konzept für das 21. Jahrhundert

Eine Punktlandung also nach fünfeinhalb Wochen Umbau und Renovierung. „Ich wollte das Konzept in die 2000er-Jahre heben“, erklärt Jan Schumann. Das hieß erst einmal: fort mit dem Terrakotta-Fußboden, her mit großen Steinfliesen in sanftem Braun. Die passen zum dunklen Holz, zu braunen Ledersitzen und grauen Rückenlehnen, zu den cremefarbenen Wänden und generell zur entspannten Café-Atmosphäre, die Jan Schumann unbedingt erhalten wollte.

Im Bar-Bereich finden sich jetzt hohe Sitzbänke und Tische, Bar-Stühle haben die klassischen Bar-Hocker ersetzt. Die gesamte Aufteilung des Innenraums mit seinen etwa 100 Sitzplätzen wirkt klarer und aufgeräumter, ist in ihren Grundzügen aber geblieben, wie sie war – „eine vorsichtige Handschrift“ nennt das der Chef. Auch auf die alten Fotos in güldenen Rahmen, die von vergangenen Zeiten des Cafés zeugen, mochte Jan Schumann nicht verzichten: „Diese Bilder sind sehr beliebt bei den Gästen.“

Aufgeräumter und klarer wirkt der Innenraum des Lokals jetzt. Sanfte, dunkle Töne dominieren weiterhin – und an den Decken der Waschräume tummeln sich nun viele bunte Fische.

Die Küche wurde komplett erneuert

Neben den Auffrischungen, die sofort ins Auge fallen, seien diverse Sanierungen vorgenommen worden, sagt Schumann. „Die Fensterfassade war durchlässig, die Fußbodenheizung funktionierte nicht mehr richtig – das musste alles gemacht werden.“ Die Küche ist komplett erneuert worden, „vor allem, um die Arbeitsabläufe zu vereinfachen“. Eine gewaltige Veränderung haben die Sanitärräume erfahren: Die Toiletten sind vom Keller in die erste Etage umgezogen, dafür ist ein Gebäudeteil im ersten Stock zusätzlich aufgesetzt worden. In den Waschräumen fällt die Decke ins Auge, über die viele bunte Fische ziehen.

Bereits vor einigen Jahren hat das Café einen größeren Umbau erfahren, damals ließ Jan Schumann die gläserne Konditorei einrichten. Mittlerweile habe er mehr als zwei Millionen Euro in das Gebäude beziehungsweise das Lokal investiert, sagt er. Als nächstes sei der Außenbereich mit seinen 300 Plätzen an der Reihe, Markisen-Anlage und Stühle sollen erneuert werden. Was keineswegs bedeutet, dass der Schriftzug „Café Engels-Eck“ verschwindet: Dieser Name, unter dem das Café 1951 eröffnet wurde, besteht, „darauf lege ich Wert“, betont Jan Schumann.

H. P. Baxxter war auch schon da

Wichtig ist ihm auch, dass der Charakter eines Cafés und Bistros erhalten bleibt, „nicht zu modern“. Ein Ort für Begegnungen und Gespräche soll das weit über Timmendorfs Grenzen hinaus bekannte Lokal weiterhin sein – weshalb an Bildschirme in den Ecken, über die Musikvideos flimmern, nicht zu denken ist. Und noch etwas hat Bestand: Das „Café Wichtig“ bleibt Promi-Treff, am Wochenende habe beispielsweise der Sänger H. P. Baxxter von der Band „Scooter“ vorbeigeschaut, verrät Jan Schumann. Er ist mit seinem aufgefrischten Café zufrieden, „und die Reaktionen der Gäste sind durchweg positiv“.

Sabine Latzel