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Ostholstein Timmendorfer Drogendealer muss ins Gefängnis
Lokales Ostholstein Timmendorfer Drogendealer muss ins Gefängnis
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12:00 28.11.2019
Wegen Drogenhandels mehrfach vorbestraft ist ein 34-Jähriger aus Timmendorf, den das Eutiner Schöffengericht zu zehn Monaten Haft verurteilte (Symbolbild). Quelle: Ingo Wagner/dpa
Eutin/Timmendorfer Strand

Noch eine Bewährungsstrafe gab es nicht: Wegen des Besitzes und des Handels mit Drogen ist der 34-jährige Ostholsteiner Mateo B. (Name geändert) zu zehn Monaten Haft verurteilt worden. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Timmendorfer Strand hatten Kriminalbeamte Marihuana, Hasch und Ecstasy-Pillen sowie mehr als 2500 Euro Bargeld gefunden.

Große Drogenmengen und Bargeld in „szenetypischer Stückelung“

Die Drogen habe er nur für sich selbst gelagert, höchstens mal „ein paar Kumpels“ etwas abgegeben, erklärte Mateo B. Die Mengen, die die Polizei in seiner Wohnung entdeckte, lagen allerdings erheblich über dem, was als Eigenbedarf gilt: 110 Gramm Marihuana (getrocknete Blüten der Cannabis- beziehungsweise Hanfpflanze), 125 Gramm Hasch (gepresstes Harz der Hanfpflanze) sowie knapp 30 Gramm Ecstasy-Pillen fanden die Beamten, dazu Utensilien wie eine Feinwaage, Alufolien und zwei Handys. Sowie in einem Etui und in einem Rucksack insgesamt 2587 Euro, überwiegend in 50-, 20- und 10-Euro-Scheinen, also in einer laut Polizeibericht „szenetypischen Stückelung“.

2500 Euro habe er ein Jahr zuvor von seinem Vater erhalten, behauptete Mateo B., „zur Vorsorge, falls meinen Eltern etwas passiert“ – was der 61-jährige Vater auch bestätigte: Sein Sohn habe mit dem Geld im Todesfall die Beerdigung der Eltern bezahlen sollen. Der Angeklagte verwies zudem darauf, dass er vor drei Jahren an Kehlkopfkrebs erkrankt und operiert worden sei. Gegen seit einiger Zeit wieder auftretende Schmerzen habe er Marihuana und Hasch, vermischt mit Tabak, genommen, „auch wenn ich weiß, dass das schädlich ist“. Beim Arzt oder einer anderen Nachsorge sei er jedoch nicht gewesen. Was die Ecstasy-Pillen angehe, habe er diese Droge nur ein einziges Mal genommen, und zwar zufällig zum Zeitpunkt der Wohnungsdurchsuchung.

Angeklagter könnte Konsum mit Hartz IV „niemals bezahlen“

Diesen Angaben schenkten jedoch sowohl die Vertreterin der Staatsanwaltschaft als auch Richterin Anja Farries keinen Glauben – unter anderem, weil der Angeklagte als Dealer im Chatverkehr zweier anderer Verdächtiger genannt wurde, wie ein Ermittler der Eutiner Kripo berichtete. Zudem hatte der Hartz-IV-Empfänger Mateo B. erklärt, täglich zwischen sechs und acht Gramm Marihuana zu konsumieren. „Dafür benötigen Sie monatlich 1800 bis 2400 Euro“, rechnete Richterin Farries vor. „Das ist mit Hartz IV niemals zu bezahlen, zumal Sie sich in einer desolaten finanziellen Situation befinden.“

Es sei zudem nicht glaubhaft, dass das angebliche Geld vom Vater ein Jahr lang in einem Rucksack herumgelegen habe, sagte Farries. Sie verwies darauf, dass nahezu überall in der Timmendorfer Wohnung, in der auch die Lebensgefährtin des Angeklagten mit zwei kleinen Kindern lebte, Drogen verteilt gewesen seien. „Auch in der Küche, direkt neben der Babynahrung, und auf der Fensterbank im Badezimmer – also alles andere als kindersicher“, betonte die Richterin. Sie glaube Mateo B. zwar, dass dieser sehr an den Kindern hänge, „aber dann ist es umso wichtiger, dass keine Drogen im Haus sind“.

Versprechungen allein reichen dem Gericht nicht

Erschwerend kamen die Vorstrafen des Angeklagten hinzu, der schon mehrfach wegen Drogenhandels verurteilt worden war. „Eine Bewährung gibt es nur dann, wenn das Gericht die Erwartung hat, dass Sie nicht mehr straffällig werden“, begründete Farries das Urteil von zehn Monaten Freiheitsstrafe, „und diese Erwartung haben wir nicht.“ Zumal sich Mateo B. bis heute nicht um eine Therapie bemüht habe: „Immer nur versprechen, dass Sie sich kümmern werden, reicht nicht.“ Das bei der Durchsuchung entdeckte Geld wird eingezogen und geht in die Landeskasse.

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Von Sabine Latzel

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