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Ostholstein Kampagne gegen den Verpackungsmüll
Lokales Ostholstein Kampagne gegen den Verpackungsmüll
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15:43 26.04.2019
Andrea Czypull lässt sich von Holger Kroll, Geschäftsbereichsleiter Kommunale Abfallwirtschaft beim ZVO, über Verpackungsmüll informieren. Quelle: Susanne Peyronnet
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Timmendorfer Strand

Nein, die Müllabfuhr war am Freitag nicht auf der Kurpromenade in Timmendorfer Strand bei der Arbeit. Dennoch standen dort 20 240-Liter-Mülltonnen mit Deckeln in orangener Farbe. Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) hatte sie an einem Info-Stand aufgestellt, mit dem er Passanten auf das Problem Verpackungsmüll hinweisen wollte.

Holger Kroll, Geschäftsbereichsleiter Kommunale Abfallwirtschaft beim ZVO, stellte anhand der Tonnen dar, wie viel Plastikfolien, Joghurtbecher, Weichspülerflaschen und Tetrapacks die Einwohner des Kreises wegwerfen. 155 Tonnen Verpackungsmüll fallen in Ostholstein jede Woche an. Oder anders ausgedrückt: Alle fünf Sekunden ist ein Gelber Sack voll.

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ZVO will Bewusstsein schaffen

Mit der Kampagne „Engagiert für Ostholstein“ wirbt der ZVO dafür, Verpackungen zu vermeiden. „Das ist einer der großen Bereiche und einer, auf den wir Einfluss nehmen können“, sagt Kroll. In den 1980er und 1990er Jahren habe es schon einmal ein Bewusstsein für die Vermeidung von Verpackungsabfall gegeben. Das habe sich mit Einführung des Dualen Systems und des Gelben Sacks aufgelöst, da die Menschen gedacht hätten, es kümmere sich jemand darum. Dennoch sei es sinnvoll, Verpackungsmüll zu vermeiden, sagt Kroll.

Auf Plastikverpackungen zu verzichten, ist zurzeit Trend. Beim ZVO hat das bisher keine Auswirkungen: Kroll: „Die Mengen gehen noch nicht zurück.“ Aber: „Wir hoffen es und arbeiten daran, dass wir es spüren.“ Da das Unternehmen das nicht allein schaffen könne, wolle es die Verbraucher sensibilisieren und sie dazu anregen, ihr Konsumverhalten zu überdenken.

Unverständnis für Plastiktüten

Andrea Czypull, die sich am Stand informiert, muss nicht mehr sensibilisiert werden, sie ist es bereits. „Warum verlangt man im Supermarkt 20 Cent für eine Plastiktüte und gibt nicht gleich eine Papiertüte aus?“, fragt sie sich und glaubt, die Plastiktüten müssten wenn schon dann erheblich teurer werden. Wer weiß, vielleicht werden dann weniger davon benutzt. Laut Kroll verbraucht jeder Mensch in Deutschland pro Jahr 200 Plastiktüten, inklusive der dünnen Tütchen am Gemüsestand.

Unter www.zvo.com/abfallvermeidung finden sich Alltags-Tipps, wie jeder Verbraucher auch durch nachhaltigeren Konsum dazu beitragen kann, diese Abfallberge zu reduzieren. Einfacher Tipp zum Beispiel: Seifenstücke benutzen statt Flüssigseife aus Plastikflaschen oder -beuteln.

sas