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Ostholstein Zehnköpfige Familie zieht in Container um
Lokales Ostholstein Zehnköpfige Familie zieht in Container um
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18:05 22.03.2019
Insgesamt vier Erwachsene und sechs Kinder gehören zur Familie G. aus Afghanistan, die eine neue Wohnung sucht. Im Bild: Vater Abdul Naser G. (37), die Töchter Malika (3), Murwarid (6) und Farhad (4) und der Großvater Abdul G. (71, v. l.). Quelle: Sabine Latzel
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Timmendorfer Strand

Bis zuletzt hat die Familie G. gehofft, eine neue Wohnung zu finden – doch das hat nicht geklappt. Jetzt mussten die vier Erwachsenen und sechs Kinder aus Afghanistan aus ihrem Haus in Groß Timmendorf in Wohncontainer in Timmendorfer Strand ziehen. Sie suchen eine neue, große Wohnung oder zwei Wohnungen, die nah beieinander liegen.

„Für die Kinder sind die Container nicht geeignet“, sagt der Vater Abdul Naser G. Seine fünf Töchter und sein Sohn im Alter zwischen drei und zwölf Jahren sind traurig, dass sie ihr Zuhause verlassen mussten, ebenso wie ihre Mutter Forozan G. (37). Zur Familie gehören zudem die Großeltern: Oma Shakhanom (67) und der Opa Abdul G. Der 71-Jährige ist schwer herz- und nierenkrank, sein Arzt rät in einem Attest dringend von einem Umzug des „todkranken Patienten“ in einen Wohncontainer ab.

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Der Mietvertrag war bis Ende März befristet

Die G.s seien seit 2016 anerkannte Asylbewerber, haben also keinen Migrantenstatus, erklärt Martin Scheel, Hauptamtsleiter in Timmendorfer Strand, und hätten sich deshalb selbst um eine Wohnung kümmern müssen. Da sie keine vorweisen konnten und können, gelten sie als obdachlos. „Also hat die Gemeinde ihnen das Haus in Groß Timmendorf zugewiesen“, sagt Scheel. Die Gemeinde sei Mieterin, der Mietvertrag bis Ende März 2019 befristet gewesen, „und das wusste die Familie G. auch“.

Er habe sich intensiv um eine neue Wohnung bemüht, erklärt Abdul G., aber nichts gefunden. Die Familie könne sich aufteilen, die Großeltern würden mit seiner ältesten Tochter in eine Wohnung ziehen, die Eltern mit den jüngeren fünf Kindern in eine andere. „Das ist eine ordentliche, nette Familie“, sagt Susanne Heim, die die G.s als Sprachpatin begleitet. „Falls jemand eine geeignete, freie Wohnung kennt, würden wir uns über eine Nachricht sehr freuen.“ Susanne Heim ist per E-Mail an usheim@t-online.de zu erreichen.

Sabine Latzel

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