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Ostholstein Als ein Wal in Grömitz für Aufregung sorgte
Lokales Ostholstein Als ein Wal in Grömitz für Aufregung sorgte
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06:01 21.02.2019
Der Grömitzer Seiwal. Das Abbildung stammt aus dem Buch der Autoren „Brandt & Ratzeburg“ 1829. Quelle: Haus der Natur (HFR)
Grömitz/Cismar

Vor 200 Jahren wurde in Grömitz ein toter Wal entdeckt. Das Tier ging in die Geschichte ein. Die Art ist für immer mit dem Ostholsteiner Ort verknüpft. Dr. Vollrath Wiese, Leiter vom Haus der Natur in Cismar, erzählt, dass der Wal am 21. Februar 1819 am Ufer strandete. Dies sei so bedeutsam, weil nach dem Exemplar die Art Seiwal (Balaenoptera borealis) beschrieben worden wurde. „Der Fund war also das Typus-Exemplar dieser bis knapp 20 Meter langen Wal-Art. Der Name Grömitz ist damit als Typus-Fundort untrennbar mit dem wissenschaftlichen Namen des Seiwals verbunden“, erläutert Wiese.

Ausgestellt in Berliner Museum

Das 1819 angespülte Exemplar habe damals großes öffentliches Interesse erregt. „Spekulanten vor Ort kauften den Kadaver und ließen ihn mit einem Ballastboot nach Lübeck transportieren. Der Seiwal hatte eine Länge von 15 Meter und muss auch ausgeweidet noch mehr als zehn Tonnen gewogen haben“, berichtet Vollrath Wiese. „Ab dem 31. März 1819 wurde der sicherlich schon stinkende Wal in der Hamburger Speicherstadt ausgestellt. Schon vorher hatten zahlreiche Zeitungen deutschlandweit (und später sogar international) über die Strandung berichtet.“ Anschließend habe das Berliner Naturkundemuseum den Wal erworben. „Professor Rudolphi, der damalige Direktor des Naturkundemuseums in Berlin, sezierte das Tier, beschrieb und zeichnete seine Anatomie. Die eigentliche Artbeschreibung wurde aber erst 1828 von dem französischen Biologen Lesson veröffentlicht. Das Skelett wurde im Berliner Naturkundemuseum ausgestellt“, sagt Wiese weiter.

Teile sollen noch erhalten sein

Nachdem große Bereiche des Museums im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer zerstört wurden, galt der Grömitzer Wal als verloren. Dr. Bernd Sahlmann, inzwischen verstorbener Wissenschaftler aus dem Haus der Natur fragte in Berlin gezielt nach, daraufhin wurde 2013 auf dem Dachboden des Berliner Museums eine große Kiste entdeckt, die Teile des Skeletts eines Seiwals enthielt. „Damit sind vermutlich doch noch Teile des Grömitzer Wals erhalten“, sagt Wiese.

Sebastian Rosenkötter

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