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Ostholstein Top-Idee gesucht: Was ersetzt die Maritim-Seebrücke in Timmendorf?
Lokales Ostholstein Top-Idee gesucht: Was ersetzt die Maritim-Seebrücke in Timmendorf?
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21:10 19.07.2013
Bei schönem Wetter zieht die 272 Meter lange Maritim-Seebrücke in Timmendorfer Strand immer noch zahlreiche Gäste an. Doch das Bauwerk wird nur noch wenige Jahre halten. Die Planungen für einen Neubau müssten bereits 2014 beginnen. Quelle: Fotos: S. Latzel, M. Kirchner, H. Marohn, A. vom Ende
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Timmendorfer Strand

Nichts scheint die Gemeinde Timmendorfer Strand mehr zu beschäftigen als das Thema „Seebrücken“ — und ein Ende ist nicht in Sicht. Nach dem komplizierten Streit um das Teehaus auf der Seeschlösschen-Brücke und dem beschlossenen Abriss und Neubau der Niendorfer Seebrücke steht die nächste Herausforderung an: Die Maritim-Seebrücke muss ebenfalls erneuert werden. An dem 272 Meter langen Bauwerk, errichtet 1984, haben harte Winter und der berüchtigte Zahn der Zeit gnadenlos genagt.

„Die Sturmschäden, etwa nach dem Tief ,Daisy‘ im Januar 2010, sind zwar provisorisch behoben worden — aber nicht grundlegend“, sagt Timmendorfs Hauptamtsleiter Martin Scheel. Ein kompletter Neubau in 2015 oder 2016 sei nötig. „Die Zeit drängt“, so Scheel, „wir müssten schon 2014 mit der Vorabplanung beginnen.“ Die Maritim-Seebrücke sei schließlich die wichtigste im Gemeindegebiet, „dort muss etwas Besonderes hin“. Die Gemeinde habe bereits vor einigen Jahren einen „Grundsatz-Workshop“ zu diesem Thema veranstaltet, eine Abordnung habe zudem mehrere Seebrücken in Mecklenburg-Vorpommern besichtigt und nach Anregungen gesucht. „Für Timmendorfer Strand haben wir aber nichts Passendes gefunden“, so Scheel, „unser Anspruch ist einfach höher.“

Denkbar sei es, einen internationalen Wettbewerb auszuschreiben. Auch bei der Tourismus GmbH werden bereits Ideen gesammelt. Die von Hamburger Studenten kürzlich vorgeschlagene 360-Grad-Bar könne beispielsweise auf dem Brückenkopf eines Neubaus stehen, heißt es von dort. Generell seien „Bars aller Art“ für eine neue Seebrücke vorgeschlagen worden, aber auch ein beheizbarer Pool auf dem Brückenkopf und diverse Wassersport-Angebote.

Die beiden anderen Brücken im Gemeindegebiet werden, wenn alles klappt, ebenfalls mit besonderen Attraktionen glänzen. Nach langem Hin und Her soll bekanntermaßen ab September dieses Jahres jetzt doch das Teehaus auf der Seeschlösschen-Brücke entstehen. Die alte Seebrücke in Niendorf soll im Herbst abgerissen und durch eine 1,8 Millionen Euro teure Nachfolgerin ersetzt werden — mit Spielgeräten, Badeeinstiegen, Sitzecke und Tribünen sowie einem Brückenkopf in Form eines Fisches.

Timmendorfer Strand ist nicht die einzige Gemeinde in Ostholstein, die das Problem veralteter Seebrücken lösen muss. Auch in Scharbeutz wird über eine Aufwertung oder Erneuerung der Seebrücke von 1979 nachgedacht. Pelzerhaken hat seine Brücke bereits zweimal saniert, aber prinzipiell sei eine „Totalerneuerung“ erforderlich, heißt es aus der Verwaltung. In Haffkrug, Grömitz, Dahme oder Großenbrode sind die Brücken über die Jahre immer wieder in Abschnitten saniert worden.

Den richtig großen Wurf haben hingegen Kellenhusen und Heiligenhafen gewagt — und gezeigt, dass es mittlerweile beim Neubau einer Seebrücke mit einem schlichten Holzsteg bei weitem nicht getan ist.

Die Kellenhusener „Meile im Meer“, 2007 eröffnet, bietet Hängematten, Bänke, Sprungtürme und Wasserzugänge sowie einen inselförmigen Brückenkopf. 2,25 Millionen Euro hat sie gekostet — und damit „nur“ die Hälfte der Heiligenhafener Erlebnis-Seebrücke, die für 5,5 Millionen Euro im Zickzack übers Wasser führt und 2012 eingeweiht wurde. Besucher finden dort Spielgeräte, eine Wasserspiel-Erlebniswelt, eine verglaste Meereslounge sowie Decks zum Baden, Ausruhen und für Veranstaltungen.

Angesichts derlei Summen ist für die Timmendorfer Planungen natürlich entscheidend, ob für einen Brücken-Neubau auch die ersehnten Fördermittel fließen könnten. „Es gab die Vorgabe, dass nur eine Brücke pro Gemeinde gefördert wird“, berichtet Hauptamtsleiter Scheel. Deswegen habe die Gemeinde für den Bau der Seeschlösschen-Brücke ganz bewusst keine Förderung beantragt. Den Bau der neuen Niendorfer Seebrücke bezuschusst das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein hingegen mit 900 000 Euro.

„In der Zwischenzeit wurden aber einige Ausnahmen gemacht, und derzeit werden neue Förderkriterien ausgearbeitet — es ist also alles im Fluss“, sagt Scheel. Sicher ist wohl nur eins: Den Timmendorfern steht ab 2014 die nächste muntere Projekt-Debatte ins Haus.

Vom Steg bis zur „Meeresmeile“: Die Seebrücken in Ostholstein
Niendorf: Baujahr 1966, 179 Meter lang. Geplanter Abriss im Herbst dieses Jahres. Neubau (175 Meter) mit Brückenkopf in Fisch-Form für 1,8 Millionen Euro.

Timmendorfer Strand I: Seeschlösschen-Brücke, eröffnet im Juni 2012, 135 Meter lang, 2,4 Millionen Euro teuer (ohne Teehaus). Geplanter Baubeginn fürs umstrittene Teehaus (Kosten:

ab einer Million Euro aufwärts) ist September 2013.

Timmendorfer Strand II: Maritim-Seebrücke, Baujahr 1984, 272 Meter lang.

Scharbeutz: Baujahr 1979, 265 Meter lang. Zwischen 1999 und 2004 in mehreren Abschnitten saniert.

Haffkrug: Baujahr 1960, 165 Meter lang. Ende der 80er-Jahre und 2001 saniert.

Neustadt: „Promenadensteg“ beim Strandbad, Baujahr 2004, 110 Meter lang.

Pelzerhaken: Baujahr 1985, 85 Meter lang. Sanierungsarbeiten in den Jahren 2000 und 2008.

Grömitz: Baujahr 1984, 398 Meter lang, Tauchgondel als besondere Attraktion. Mehrfach saniert, laut Kurverwaltung „topfit“.

Kellenhusen: Baujahr 2007, 305 Meter lang, „Meile im Meer“, Themeninseln als Besonderheit. Kosten: 2,25 Millionen Euro.

Dahme: Baujahr 1979, 205 Meter lang. Mehrere Sanierungen, Stützpfeiler und Deck vor einigen Jahren erneuert.

Süssau und Ostermade: Laut Amt Oldenburg-Land „keine zehn Jahre alt und unter 100 Meter lang“.

Großenbrode: Baujahr 1979, 330 Meter lang. Mehrfache Erneuerungsarbeiten in verschiedenen Abschnitten, laut Kurverwaltung „stabil“.

Heiligenhafen: Eröffnung 2012, 435 Meter lang, Zickzack-Form, zum Teil zwei Ebenen, Kosten: 5,5 Millionen Euro.

Weissenhäuser Strand: Laut Amt Oldenburg-Land „keine zehn Jahre alt und unter 100 Meter lang“.

Sabine Latzel

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