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Ostholstein Totalschaden nach 15 Jahren: Sana muss Klinik neu bauen
Lokales Ostholstein Totalschaden nach 15 Jahren: Sana muss Klinik neu bauen
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10:09 24.11.2017
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Eutin

Als Sana-Geschäftsführer Klaus Abel am Dienstag im Hauptausschuss des Kreises Ostholstein über den baulichen Zustand der Klinik berichtete, war hinter vorgehaltener Hand schon von einem möglichen Abriss die Rede. Ein Gerücht, das jetzt Wirklichkeit werden könnte. Eine Sanierung stelle keine Option dar, hieß es am Donnerstag von Sana. Die erheblichen Wasserschäden in dem Klinikgebäude zu beseitigen, würde 20 bis 40 Millionen Euro kosten. Viel zu teuer. Hinzu kämen noch zwei andere Probleme: „Eine Sanierung würde neben der hohen Kosten auch mehrere Jahre in Anspruch nehmen, da sie im laufenden Betrieb vollzogen werden müsste“, teilte Abel mit.

„Außerdem würde das viele Umzüge für die Stationen und erhebliche und unzumutbare Lärmbelästigungen für unsere Patienten und Mitarbeiter bedeuten.“ In der Einschätzung, dass eine Sanierung keine Option sei, sei Sana von Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) bestärkt worden, hieß es weiter. „Der Minister hat uns deshalb ermutigt, den Ausweg eines Neubaus des Klinikums in Eutin zu gehen und uns versichert, dass wir mit der Unterstützung des Landes rechnen dürften“, heißt es von Abel.

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Mehr lesen: Eutin will Grundstück liefern

Dazu stellt jedoch das Sozialministerium klar, dass es den Krankenhausträger aufgefordert habe, einen konzeptionellen Vorschlag zu notwendigen baulichen Maßnahmen für die Klinik in Eutin Dr. Garg und sein Stab hätten die Auffassung vertreten, dass eine Sanierung keine Option sei, ist unzutreffend“, teilte Ministeriumssprecher Christian Kohl mit. Der Krankenhausträger habe noch am Mittwoch erklärt, er könne nicht kurzfristig ein Sanierungskonzept erstellen. „Wie er schon heute zu der Auffassung gelangt, dass eine Sanierung nicht lohne, ist daher nicht nachvollziehbar“, hieß es weiter aus Kiel.

Das Land hatte den Bau der 2002 eröffneten Eutiner Klinik mit 47,5 Millionen Euro bezuschusst. Insgesamt hatte der Neubau vor 15 Jahren 54 Millionen Euro gekostet. Bauherr waren die Ostholstein Kliniken gGmbH, Sana hatte die ostholsteinischen Kliniken 2004 übernommen. Die auf Baumängel zurückzuführenden Wasserschäden haben sich erst jetzt in ihrem ganzen Ausmaß gezeigt.

Für einen Neubau benötigt Sana von der Stadt Eutin ein entsprechend großes Grundstück. Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) ist deshalb gestern von Abel angerufen worden. „Natürlich können wir liefern“, versicherte der Bürgermeister.

Von Susanne Peyronnet 

Betrieb läuft

Alles ist wie immer in der Sana-Klinik in Eutin: Patienten werden operiert, versorgt, gepflegt, Frauen bei der Entbindung betreut.
Das Gesundheitsamt hat dafür grünes Licht gegeben. Eine Gesundheitsgefährdung bestehe zurzeit nicht. Die Analyse der mikrobiologischen Befunde habe keinerlei Auffälligkeiten hinsichtlich von Schimmelpilzen ergeben. Noch in dieser Woche und dann regelmäßig werde die Raumluft gemessen.

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