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Ostholstein Fehmarn verzichtet auf Titel „Seeheilbad“ für Burg
Lokales Ostholstein Fehmarn verzichtet auf Titel „Seeheilbad“ für Burg
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16:57 27.09.2019
Burg auf Fehmarn wird in Zukunft nur noch als „Erholungsort“ eingestuft. Quelle: Louis Gäbler
Fehmarn

Passt das Prädikat „Seeheilbad“ noch zu einem modernen Badeort wie Burg, der in erster Linie jüngere Familien und zunehmend junge Leute und Wassersportler ansprechen will? „Nein“ sagen die Kritiker, darunter auch Fehmarns Tourismusdirektor Oliver Behncke. „Im Marketing nutzen wir diesen Titel schon lange nicht mehr“, erklärte er in der Sitzung der Stadtvertretung, wo es um die Abschaffung ging.

Behncke hatte schon im Tourismusausschuss betont, der Titel sei antiquiert und wecke falsche Vorstellungen. Auch andere Orte hätten sich schon davon verabschiedet. Außerdem verursache das Luftgutachten, das alle zehn Jahre eingefordert wird, Kosten von etwa 12 000 Euro, die man sparen könne. Sollten sich Nachteile ergeben, könne man das Prädikat jederzeit wieder beantragen, räumte Behncke ein.

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Widerstand von den Grünen, der WuW und der FDP

Auf Widerstand stieß ein Verzicht insbesondere bei den Grünen, bei der Wählervereinigung WuW und beim FDP-Vertreter Peter Meyer. „Der Titel hat immer noch große Bedeutung, denken wir nur an Kuranwendungen und Massagen, die trotz Fehlens eines Kurmittelhauses noch angeboten werden,“ sagte Heino Kühl (WuW). Seitens der Grünen appellierte Christiane Stodt-Kirchholtes, besonders wegen der gesunden Luft den Titel nicht zu verstecken oder gar zu streichen, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion. Gunnar Mehnert (WuW), ebenfalls gegen eine Streichung, gab zu bedenken, dass die Stadt doch „so viel Geld für alles Mögliche“ ausgebe.

Saubere Luft, hoher Erholungswert, Kuranwendungen und vieles mehr seien Kriterien, die Fehmarn auch ohne das Prädikat „Seeheilbad“ in der Werbung herausstelle, sagte Oliver Behncke. Die nächst niedrigere Stufe „Erholungsort“, die bei Verzicht erreicht würde, sei völlig ausreichend und erlaube darüber hinaus ebenfalls die Erhebung von Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe. Es ändere sich also nichts an der Praxis, betonte der Tourismusdirektor.

Bei der namentlichen Abstimmung votierten 14 Abgeordnete mit „Ja“, fünf mit „Nein“ und einer enthielt sich der Stimme. Damit gehört der Titel „Seeheilbad“ für Burg bald der Vergangenheit an.

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