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Ostholstein So stellt sich der Tourismus auf Ältere ein
Lokales Ostholstein So stellt sich der Tourismus auf Ältere ein
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14:53 29.01.2019
Nicht mehr nur ein Ziel für Familien und junge Paare: Nach Timmendorfer Strand kommen auch immer mehr ältere Gäste. Quelle: Susanne Peyronnet
Timmendorfer Strand

Den Begriff „Senior“ gilt es zu vermeiden. „Seniorenteller“ will keiner haben. Besser „ein Gericht in Größe S“ auf die Karte setzten. Das betont nicht das Alter des Gastes, erfüllt aber dennoch seinen Wunsch nach einer zurückhaltenden Portion.

Kleine Kniffe wie diese werden im Tourismusbetrieb wichtiger, denn: Es kommen immer mehr ältere Gäste nach Timmendorfer Strand. Vor allem in der Nebensaison, wenn die Ferien vorbei und die Familien weg sind. Darauf will man sich einstellen im Ort. Allerdings ohne dabei dem Ruf eines Seniorenheims zu verfallen.

Wachstumsstärkste und attraktivste Zielgruppe

„Wir erheben das Alter der Touristen nicht“, sagt Tourismus-Chef Joachim Nitz. Doch dass die Zahl älterer Gäste zunehme, könne man bestätigen. Sven Weißhaar, Inhaber der Agentur Silberchance, ein Beratungsunternehmen in Sachen „Generation Plus“, meint sogar, dass die Zielgruppe der über 60-Jährigen eine der wichtigsten für den Tourismusbetrieb überhaupt ist. Beim Thementisch Tourismus, einer Infoveranstaltung für Hoteliers und andere touristische Betriebe in Timmendorfer Strand, sagte Weißhaar kürzlich: „Die Generation Plus ist die wachstumsstärkste und attraktivste Zielgruppe.“ Ältere Menschen seien häufiger auf Reisen als früher, überwiegend bei guter Gesundheit, bereit für Service und Qualität zu etwas mehr zu bezahlen, nicht an die Ferienzeit gebunden (bringen also auch in der schwierigen Nebensaison Geld ein), hätten ein höheres „Wiederkehrpotenzial“ als jüngere Gäste (denn die wollen trotz positiver Erfahrungen im nächsten Urlaub meist etwas Neues sehen). Und vor allem: Es werden mehr.

Ältere wollen dahin, wo Jüngere sind

Nur sichtbar ist diese Zielgruppe in touristischen Kampagnen kaum. Wer beispielsweise auf den Webseiten der Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH unterwegs ist, begegnet vor allem Bildern von jüngeren Paaren, Familien, Kindern. Das hat seinen Grund. „In der Außenkommunikation ist die Verjüngung wichtig“, sagt Joachim Nitz. Zum einen – so sagte auch Weißhaar – fühlten sich ältere Menschen heute im Schnitt sieben bis acht Jahre jünger als sie sind, zum anderen wollten auch Ältere gern dahin, wo Jüngere sind.

Außerdem habe sich die Marketingstrategie verändert. Früher, so Nitz, habe es eine klar nach Alter aufgeteilte Zielgruppenausrichtung gegeben: Familien, Senioren, DINK’s (double income no kids ist eine Bezeichnung für kinderlose Paare bis 45 Jahre mit doppeltem Einkommen). Heute versuche man auf Inhalte zu setzen: zum Beispiel Strand, Party, Naturerlebnis. Wenn man damit ältere Gäste erreichen wolle, müssten die Angebote einfach entsprechend gestaltet sein.

Barrierefreier Urlaub

Barrierefreiheit und inklusiver Urlaub sind dabei Schlüsselwörter. Das bedeute laut Weißhaar nicht einfach nur rollstuhlgerecht, sondern habe auch mit geschultem Umgang des Personals zu tun. Mit Angeboten, die eine geminderte Sehkraft, nachgelassene Hörfähigkeit oder eingeschränkte Beweglichkeit berücksichtigen – ohne das ausdrücklich zu betonen. Das komme dann allen zu Gute. Jüngeren Menschen mit und ohne Behinderung und eben jener Zielgruppe, die man im Tourismus lieber nicht mehr „Senioren“ nennt.

Aktionsplan Inklusion

Der Thementisch Tourismus ist Teil des „Aktionsplans Inklusion“. Ziel des Aktionsplanes ist es, Perspektiven und Maßnahmen zu entwickeln, die eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in Timmendorfer Strand ermöglichen.

Luisa Jacobsen

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