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Ostholstein Alles ausgebucht? Wie Spontan-Urlauber jetzt noch ein Zimmer bekommen
Lokales Ostholstein Alles ausgebucht? Wie Spontan-Urlauber jetzt noch ein Zimmer bekommen
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16:04 23.07.2019
Gunnar Joswig (vorn) und Hoteldirektor Moritz Schmid-Burgk am Empfang: Im Hotel Gran Belveder in Scharbeutz sind fast alle Zimmer vergeben. Quelle: Luisa Jacobsen
Ostholstein

Gute Zeiten für Hoteliers und Touristiker: Die Urlaubsorte an der Küste sind fast komplett ausgebucht. Wer jetzt noch eine Übernachtungsmöglichkeit sucht, muss Einschränkungen in Kauf nehmen und flexibel sein. Unmöglich ist der Spontanurlaub im Kreis Ostholstein aber nicht.

Nach dem Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen ist das Zimmer-Kontingent auf Fehmarn nahezu ausgeschöpft. Bis zum Wochenende vom 10. auf den 11. August sind die Übernachtungsmöglichkeiten auf der Insel laut dem Tourismus-Service Fehmarn bis auf ganz wenige Ausnahmen ausgebucht. Viele Anfragen von Kurzentschlossenen für die kommenden Wochen müssten größtenteils abgesagt werden. Gleiches Bild in Grömitz und Heiligenhafen: „In den kommenden Wochen sind wir nahezu ausgebucht“, sagt Janina Kononov vom Tourismus-Service Grömitz. In Heiligenhafen war die Buchungslage kurz vor Beginn der Hafenfesttage „sehr gut“.

Auch das Binnenland ist gut ausgelastet

Für die Urlaubsorte in der Lübecker Bucht sagt Doris Wilmer-Huperz von der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht (Talb): „Von Mitte Juli bis Mitte August haben wir eine Auslastung von nahezu 100 Prozent in unserer zentralen Zimmervermittlung; es gibt nur noch kleine Lücken.“ Im Vergleich zum vergangenen Sommer stelle man zwar fest, dass aufgrund der Wetterlage etwas weniger kurzfristige Anfragen von Strandgästen direkt in der Tourist-Info eingingen, per E-Mail oder Telefon kämen allerdings schon spontane welche.

Im Binnenland freut sich die Holsteinische Schweiz über eine Auslastung von 80 Prozent in Hotels und 90 Prozent in Ferienwohnungen. Letztere sind somit fast komplett vergeben. Besonders gut besucht sind laut Caroline Backmann, Geschäftsführerin der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz, Campingplätze und Unterkünfte in direkter Seelage. Insgesamt lägen die Vorausbuchungszahlen etwa zehn Prozent über dem Vorjahresschnitt.

Für Kurzentschlossene: So finden Spontan-Urlauber eine Unterkunft

Wer trotz der hohen Auslastung noch eine passende Unterkunft finden möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Die erste: Zurückstecken in Sachen Ostsee-Lage. Im Binnenland, zum Beispiel in Eutin und Oldenburg, sind wesentlich eher noch Zimmer zu haben als beispielsweise in Timmendorfer Strand oder Scharbeutz. „Küste und Binnenland sind zwei verschiedene paar Schuhe“, sagt beispielsweise Annelore Garleff, Inhaberin des Hotels Zur Eule in Oldenburg. Sie habe gegenwärtig noch Zimmer frei, obwohl das Hotel häufig von Firmen für reisende Mitarbeiter gebucht werde. Freie Zimmer gibt es auch noch im Hotel Rigoletto in Eutin: „Unserer Kapazitäten hängen stark an den Festspielen“, sagt Inhaberin Bianca Lemke. An Spieltagen sei in der Regel keines der zehn Zimmer und Apartments mehr zu haben, unter der Woche hätten Spontan-Urlauber gute Chancen.

Eine andere Möglichkeit: Zelt statt Zimmer. „Wer bei Campingplätzen auf Nummer sicher gehen möchte, sollte aber definitiv vor Anreise abklären, ob noch Plätze frei sind“, sagt Jana Heymann von der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz.

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Bessere Chancen bei telefonischem Kontakt als über Buchungsportale

Wer hingegen unbedingt an die Ostsee möchte, muss flexibel beim Zimmer-Bezug sein. Aufgrund der sehr guten Buchungslage beträgt der Mindestaufenthalt beim Beach-Motel in Heiligenhafen beispielsweise derzeit zwei Tage – sieben Tage bei Apartments. „Wenn es nicht anders geht, bieten wir Gästen auch an, die Zimmer während des Aufenthalts zu wechseln, um einen Aufenthalt zu ermöglichen“, sagt Christian Sroka von der Presseabteilung.

Im Hotel Gran Belveder in Scharbeutz sind die Zimmer an diesem Wochenende ebenfalls fast ausgebucht. Direktor Moritz Schmid-Burgk erklärt: „Wer spontan anreisen möchte, sollte sich telefonisch bei uns melden. Mit Glück können Gäste so durch kurzfristige Absagen frei gewordene Zimmer bekommen. Der Anreisetag spiele in der Hauptsaison keine Rolle. Kurzfristige Übernachtungen seien so auch in seinem Hotel durchaus möglich – die Auswahl des Zimmertyps sei aber natürlich beschränkt.

Den telefonischen Kontakt empfiehlt auch Andreas von Oven, Direktor des Grand Hotels Seeschlösschen in Timmendorfer Strand und stellvertretender Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbands Ostholstein. „Nicht jeder Anbieter nutzt Buchungsportale wie Booking.com“, sagt von Oven. Ein direkter Anruf bei den Hotels oder Vermietern sei zumeist erfolgversprechender. Auch er freut sich übrigens über eine sehr gute Auslastung. Von 122 Zimmern ist aktuell keines mehr frei. Aber wer weiß – vielleicht springt ja noch jemand ab.

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Luisa Jacobsen

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