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Ostholstein Ein Zeichen der Zusammenarbeit: Traubeneiche am Dodauer See gepflanzt
Lokales Ostholstein Ein Zeichen der Zusammenarbeit: Traubeneiche am Dodauer See gepflanzt
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17:31 23.01.2020
Elke Bögelsack (Untere Naturschutzbehörde des Kreises Ostholstein), Jens Rethwisch und Yuna Lambeck (beide Integrierte Station Holsteinische Schweiz, v.l .) begutachten die Traubeneiche. Sie wurde zum Schutz gegen Verbiss durch die Rinder eingezäunt. Quelle: HFR
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Eutin

Die 2012 am Dodauer See gepflanzte Solitär-Flatterulme sollte die gute Zusammenarbeit des Kreises Ostholstein sowie des Wasser- und Bodenverbands (WBV) Ostholstein symbolisieren. Landrat Reinhard Sager (CDU) und Verbandsvorsteher Robert Muus hatten sie seinerzeit selbst in den Boden gebracht. Trotz guter Pflege ging die Ulme im Frühjahr 2017 aus ungeklärter Ursache ein. Ein schlechtes Omen soll darin aber nicht gesehen werden – einen Nachfolgebaum gibt es bereits: Gewählt wurde dieses Mal eine Traubeneiche.

Traubeneiche war 2014 Baum des Jahres

Die Entscheidung, die Ulme zu ersetzen, traf bei einer gemeinsamen Begehung der Fläche die sogenannte Lenkungsgruppe (Kreis Ostholstein, WBV, die Integrierte Station Holsteinische Schweiz, Naturschutzbund, Pächter). Auf dem Standort wurden die besten Überlebenschancen einer Traubeneiche eingeräumt. Ihr wurde zugetraut, auch mehrere Monate ohne Niederschläge zu überstehen. Zum Schutz gegen Verbiss durch die Rinder wurde die Eiche eingezäunt. Um sie herum ist das Alt-/Restholz gestapelt – es bietet Insekten und anderen Kleinlebewesen Unterschlupf.

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Kreis hat den neuen Baum spendiert

Der Kreis Ostholstein hat die Neupflanzung mit 250 Euro finanziert. Der WBV Schwartau hat die Beschaffung von Baum und Material übernommen. Das Außenteam der Integrierten Station Holsteinische Schweiz hat sich um die Pflanzung und Einzäunung gekümmert. Mit rund drei Metern Höhe ist die Traubeneiche noch etwas unscheinbar. „Sie wird sich aber zu einem stattlichen Einzelbaum entwickeln und landschaftsprägend über den Dodauer See wachen“, sagt Hanna Kirschnick-Schmidt, Geschäftsführerin des WBV Ostholstein.

Nach Pumpenschaden: Künstliche Entwässerung eingestellt

Das betreffende Areal hat eine Vorgeschichte: Über Jahrzehnte wurde die Niederung des Dodauer Sees über ein Schöpfwerk des Wasser- und Bodenverbandes (WBV) Schwartau entwässert. Nach einem größeren Pumpenschaden mit hohen Reparaturkosten reifte die Erkenntnis, dass aus ökonomischen und ökologischen Gründen weitere Investitionen in den Pumpbetrieb nicht sinnvoll seien. Die Gremien des WBV Schwartau beschlossen, die Flächen zu erwerben, um sie anschließend zu vernässen – die künstliche Entwässerung wurde eingestellt.

WBV Ostholstein hat mehr als 37 000 Mitglieder

Wasser- und Bodenverbändesind Organisationen, die im öffentlichen Interesse und zum Nutzen ihrer Mitglieder Aufgaben der Wasser- und Bodenwirtschaft wahrnehmen.

Zwölf Mitgliedsverbände hat der WBV Ostholstein. Er hat mehr als 37 000 Mitglieder und kümmert sich um 73 000 Hektar Fläche.

2004 wurde das Schöpfwerk stillgelegt und die abführende tief liegende Rohrleitung durch den Dodauer Forst konnte geöffnet werden. Das war die Wiedergeburt des Dodauer Sees. In den Folgejahren wurden weitere angrenzende Flächen erworben, sodass mittlerweile rund 35 Hektar im Eigentum des WBV Schwartau sind. 16 Hektar davon sind Wasserfläche. Das Grünland wird extensiv von einem Rinderhalter aus Klenzau genutzt, der seine Tiere dort im Sommer weiden lässt.

Jährliche Begehung des Areals am Dodauer See

Den Plan zur Wiederherstellung des Dodauer Sees hat die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises unterstützend begleitet. Die Finanzierung wurde über die Bildung eines „Ökokontos“ für die Stadt Eutin sowie mit Fördermitteln aus dem Naturschutz gesichert. Jährlich gibt es eine gemeinsame Begehung durch die Lenkungsgruppe. Sie kontrolliert die Entwicklung der Flächen, stimmt Pflegemaßnahmen ab und beschließt Maßnahmen zur Aufwertung des Lebensraumes.

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Von LN