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Ostholstein Wo Eltern und Kinder auf eine besondere Art trauern können
Lokales Ostholstein Wo Eltern und Kinder auf eine besondere Art trauern können
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10:59 24.11.2019
Die Neustädter Pastorin Sarah Lotzkat hat sich dafür eingesetzt: Seit wenigen Wochen gibt es drei Grabfelder speziell für Kinder. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt

Der Friedhof an der Kirchhofsallee ist ein besonderer Ort. Dessen ist sich Neustadts Pastorin Sarah Lotzkat bewusst.Im Juni 2017 sprach sie erstmals öffentlich über die Umgestaltung des Neustädter Geländes. Damals sagte sie: „Es ist nicht der ,normale’ Weg, dass Kinder sterben.“ Mehr als zwei Jahre später gibt es nun einen Platz, an dem Eltern und Geschwister um die Verstorbenen trauern und anderen Menschen mit ähnlichen Schicksalen begegnen können.

Eltern haben viel Zeit zum Trauern

„Spezielle Grabfelder für Kinder gibt es auf fast jedem Friedhof der Kirchengemeinden in Ostholstein, wobei eine künstlerische Gestaltung wie die in Neustadt sicher als ganz besonders herauszuheben ist“, sagt Kirchenkreissprecher Marco Heinen und ergänzt: „Wer einmal die liebevoll gestalteten Kindergräber auf einem Friedhof angeschaut hat, kann vielleicht erahnen, welcher Schmerz die Eltern und Angehörigen bewegt. Es ist deshalb Ehrensache, dass bei Kindergräbern das Thema Grablaufzeit eine eher untergeordnete Rolle spielt.“

Themengrabfelder im Kreis Ostholstein

Viele Friedhöfe in Ostholstein verfügen über Themengrabfelder. Kirchenkreissprecher Marco Heinen führt aus: „In Stockelsdorf etwa gibt es ein Schmetterlings- und ein Dünen-Grabfeld, ein Buch des Lebens, einen Rosengarten und ein Kolumbarium. In Niendorf wiederum gibt es eine Gedenkstätte für Menschen, die auf See bestattet wurden, aber auch ein Grabfeld unter dem Ahornbaum und ein Urnengrabfeld am Meer.“

Die Angeboteseien unterschiedlich und würden oft dem wachsenden Bedürfnis, Angehörige in einem besonders pflegeleichten Grab zu bestatten, entsprechen. „Auch den häufig geäußerten Wunsch, Verstorbene unter einem Baum beizusetzen, können fast alle Kirchengemeinden auf ihren Friedhöfen erfüllen“, sagt Heinen.

Die Friedhöfeder evangelischen Kirchengemeinden in Ostholstein stehen nach eigenen Angaben Menschen aller christlichen Konfessionen, aller Religionen und Konfessionslosen offen.

Ein Ort der Begegnung

In Neustadt gibt es drei Kindergrabfelder, die um eine kunstvoll verzierte Stele angelegt wurden. In der Mitte können Gedenksteine, ähnlich wie Stolpersteine, integriert werden. Es gibt Platz für Urnen und Särge. Auch wurden Bänke in einem hellen Holzton aufgestellt. Wer kommt, soll eine Weile bleiben dürfen. „An diesem Ort ist es möglich, dass sich Menschen begegnen, die ähnliches erlebt haben. Vielleicht kommen sie ins Gespräch“, sagt Sarah Lotzkat. Zudem sei es völlig in Ordnung, wenn Geschwisterkinder auf der Fläche spielen würden. „Es ist ein Ort der Trauer. Aber hier darf auch gelacht und getobt werden. Das hat alles seine Berechtigung“, sagt die Pastorin.

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Propst Dirk Süssenbach weiß um die Bedeutung der Kindergrabfelder: „Wenn ein Kind stirbt, stirbt ein Stück Zukunft. Wenn ein älterer Mensch stirbt, stirbt ein Stück der eigenen Vergangenheit. Das macht die unterschiedliche Intensität der Trauer aus.“ Zugleich hoffe er ebenso, dass sich Menschen, die ein Kind verloren haben, begegnen und austauschen. „Sie teilen eine so große Trauer, wie sie Außenstehende nur schwer nachempfinden können“, sagt Süssenbach.

In Neustadt, Stockelsdorf, Niendorf und anderen Orten im Kreis Ostholstein gibt es Friedhöfe mit speziellen Bereichen für Kindergrabfelder. Ihre Gestaltung setzt sich ab vom Rest des Geländes.

Eltern wollen um ihre Kinder trauern können

Während der langen Zeit der Planung und baulichen Realisierung des Projekts auf dem Friedhof hat Sarah Lotzkat viele positive Rückmeldungen und Spenden von Privatpersonen und Unternehmen bekommen. Sie habe realisiert, wie viele Betroffene es überhaupt gebe. „Es wird wenig darüber geredet und es gibt ebenso wenig Räume, in denen man sich damit auseinandersetzen kann.“ Das Angebot richte sich an die Angehörigen von verstorbenen Kindern in jedem Alter. „Ich habe mit älteren Menschen gesprochen, die ihr Kind vor 30 Jahren verloren haben. Sie hatten nie die Möglichkeit, es bestatten zu lassen“, sagt die Pastorin und betont: „Auch sie sollen Zielgruppe sein.“

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Das Gelände rund um die drei Kindergrabfelder setzt sich von den anderen Bereichen des Friedhofs ab. „Es soll freundlich und hoffnungsvoll aussehen – etwas besonderes sein“, sagt Lotzkat. Wer sich die Stele genau anschaut, wird sehen, dass alle Fische in eine Richtung schwimmen – bis auf einen goldenen. „Das soll zeigen, dass das Leben Brüche hat, es manchmal schief, in die verkehrte Richtung läuft“, erläutert die Pastorin.

Von Sebastian Rosenkötter

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