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Ostholstein Keine Entwarnung: Ostholsteiner sollen weiter Wasser abkochen
Lokales Ostholstein Keine Entwarnung: Ostholsteiner sollen weiter Wasser abkochen
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18:46 26.01.2019
Normalerweise kann Leitungswasser bedenkenlos direkt aus dem Hahn getrunken werden – derzeit muss es aber in vielen Gemeinden Ostholsteins vorsorglich abgekocht werden.
Normalerweise kann Leitungswasser bedenkenlos direkt aus dem Hahn getrunken werden – derzeit muss es aber in vielen Gemeinden Ostholsteins vorsorglich abgekocht werden. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Süsel

Es gibt noch keine Entwarnung: Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) rät auch weiterhin, in 65 Orten in Ostholstein das Trinkwasser vor dem Genuss abzukochen. Wie ZVO-Sprecherin Nicole Buschermöhle am Sonnabend mitteilte, liegen noch keine Analyseergebnisse vor. Diese werden erst am Montag erwartet. „Dann informieren wir weiter, auch in enger Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt“, sagte Buschermöhle.

Der ZVO hatte am Freitagnachmittag davor gewarnt, das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Süsel ungekocht zu genießen. Bei einer Routineüberprüfung war festgestellt worden, dass in einer Probe ein Grenzwert überschritten ist. Auf Nachfrage hieß es, es seien Darmkeime nachgewiesen worden, bei denen der Grenzwert bei Null liegt.

Ursache für Verunreinigung unklar

Wie die Keime ins Wasser gelangt sind, ist noch völlig offen. Sie können auch über Anhaftungen am Wasserhahn oder am Probenbehälter sowie über die Luft ins Trinkwasser gekommen sein. Klarheit bringen sollen 20 bis 30 weitere Proben, die am Freitagnachmittag genommen wurden. Diese Proben werden über das Wochenende analysiert.

Der ZVO hat ein Bürgertelefon (045 61/39 92 91) eingerichtet, das am Freitag und auch noch am Sonnnabend stark frequentiert wurde. Deshalb bleibt es auch am Sonntag zwischen 8 und voraussichtlich 16 Uhr besetzt. Am Sonnabend gingen allein zwischen 12.30 und 13.30 Uhr etwa 30 Anrufe ein.

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„Die Kollegen hatten gut zu tun“, sagte Buschermöhle. Etliche Anrufer hätten Detailfragen gehabt, etwa wie mit dem Wasser für Säuglinge umgegangen werden solle. Anrufer aus Orten in der direkten Umgebung der betroffenen Gemeinden wollten nochmal nachfragen, ob sie wirklich nicht betroffen sind.

Warnung vielfach geteilt

Der ZVO hatte seinen Aufruf, das Trinkwasser abzukochen, über alle möglichen Kanäle verbreitet. LN-Online informierte ausführlich und führte in seiner Berichterstattung alle betroffenen Orte auf. Die Bürgermeister der jeweiligen Gemeinden wurden vom ZVO informiert, die Feuerwehren haben die Berichterstattung und die Warnung auf der ZVO-Homepage laut Buschermöhle in den sozialen Netzen intenisv geteilt, damit möglichst viele Menschen informiert werden. Auch viele Privatleute teilten auf Facebook die Warnung.

Diese Orte sind betroffen

Diese Orte sind betroffen: Hasselburg, Kassau, Klaushorst, Plunkau, Sibstin, Sierhagen, Stolpe, Braak, Klenzau, Güldenstein, Kayhof, Kasseedorf, Freudenholm, Griebel, Sagau, Stendorf, Vinzier, Scharbeutz, Gronenberg, Haffkrug, Pönitz, Pönitz am See, Untersteenrade, Halendorf, Hobstin, Langenhagen, Mönchbuschkate, Mönchneversdorf, Neupetersdorf, Rethwisch, Scheelholz, Scheidekate, Schönwalde, Vogelsang, Oevelgönne, Roge, Sierksdorf, Stawedder, Barkau, Bujendorf, Ekelsdorf, Fassensdorf, Gömnitz, Gothendorf, Kesdorf, Middelburg, Ottendorf, Süsel, Woltersmühlen, Barensdorf, Döhnsdorf, Farver Burg, Friederikenhof, Grammdorf, Hansühn, Kreuzkate, Kükelühn, Meischensdorf, Neutestorf, Testorf, Testorfer Felde, Wangels, Wasbuck sowie Kunden der Stadtwerke Neustadt (Neustadt, Pelzerhaken und Rettin).

Wer Rückfragen zum eventuell keimbelasteten Trinkwasser hat, der erreicht die Mitarbeiter des Zweckverbands Ostholstein unter der Nummer 045 61/39 92 91.

Susanne Peyronnet